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12. September 2005, 16:09 Uhr

Babys weinen schon im Mutterleib

Tiefe Töne bringen Babys zum Weinen - offenbar schon im Mutterleib. Forscher fanden heraus, dass Föten bereits in der 28. Woche negative Reize wahrnehmen und auf sie reagieren. Sie bewegen sich dabei wie Neugeborene beim Weinen.

Schon im Bauch der Mutter reagieren Babys auf Emotionen und können sogar weinen© Georg Hilgemann/DDP

Babys weinen schon im Mutterleib, wenn sie sich nicht wohlfühlen. Das hat ein amerikanisch-australisches Forscherteam bei Ultraschall-untersuchungen von elf Föten ab einem Alter von 28 Wochen beobachtet. Die Föten wurden durch kurze, tiefe Töne gereizt und zeigten als Antwort darauf Bewegungen, die auch Neugeborene beim Weinen ausführen. Babys entwickeln somit das Weinverhalten schon vor der Geburt, berichten die Forscher in der Zeitschrift "Archives of Disease in Childhood".

Die Wissenschaftler untersuchten eigentlich Verhaltensabweichungen von Föten, deren Mütter rauchten oder Kokain konsumierten. Sie reizten dazu die Kinder durch tiefe, vibrierende Töne und schauten gleichzeitig deren Bewegungen mithilfe von Ultraschall an.

Ähnlich wie beim Weinen eines Neugeborenen öffneten die Föten dabei den Mund und senkten die Zunge ab, als würden sie lange ausatmen, und machten dann drei Bewegungen, die tiefen Atemzügen ähnelten, bevor sie sich wieder beruhigten. Auch die Kinder von Müttern, die nicht rauchten oder Kokain konsumierten, zeigten dieses Verhalten.

Schon im fünften Monat sind die Anlagen vorhanden

Die Föten weinten nur, wenn sie durch das tiefe Geräusch gereizt wurden. Daraus schließen die Forscher, dass sie diesen Reiz wahrnehmen, als negativ einstufen und entsprechend darauf reagieren können.

Dafür ist die Entwicklung der Sinnesorgane und von Hirnregionen nötig, die Emotionen verarbeiten und mit einer motorischen Antwort verknüpfen. Das sind beispielsweise Teile des so genannten Limbischen Systems. Auch die komplexe motorische Antwort ist nur möglich, wenn die Gesichtsmuskulatur, die Atemwege und die Atmung genau koordiniert sind.

Die Entwicklung des Weinens scheint schon sehr früh zu beginnen: Schon ab der 20. Woche besitzen die Föten das gesamte motorische Repertoire für das Weinen wie Zittern des Kinns und Schlucken. Frühgeburten zeigen, dass 24 Wochen alte Kinder bereits Weingeräusche erzeugen und auf Geräusche aus der Umwelt reagieren können.

DDP
 
 
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