Worauf Sie beim Böllern achten sollten

5. Dezember 2012, 18:41 Uhr

Seit dem 28. Dezember sind sie wieder im Handel: Böller, Knaller und Raketen für die größte Party des Jahres. Was zu beachten ist, damit die Silvesternacht nicht im Krankenhaus endet.

Zum Jahresende haben die meisten Leute wirklich viel zu tun: Geschenke kaufen, Glühwein trinken, Plätzchen backen, Weihnachtsfest planen, Verwandte besuchen und schließlich Böller, Sekt und Partyhüte besorgen. Bei all dem Feierstress kann der lästige Papierkram schnell auf der Strecke bleiben. Bevor Sie es am 31. Dezember richtig krachen lassen, sollten Sie aber unbedingt noch einmal ihre Finanzen checken. Es sei denn, sie wollen dem Staat auch ein kleines Geschenk machen und verzichten auf Zulagen und Steuervergünstigungen. Denn zum Jahresende laufen einige Fristen für finanzielle Zuschüsse ab, zudem lässt sich auch bei der Steuer mit simplen Mitteln einiges herausholen. Die wichtigsten Steuer- und Finanztipps zum Jahreswechsel in der Übersicht.

Spenden

Wer sich in der Weihnachtszeit an einer der zahlreichen Spendenaktionen beteiligt, kann sich eine Spendenquittung geben lassen. Ist die Organisation vom Finanzamt als gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienend anerkannt, kann die Spende von der Steuer abgesetzt werden. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) listet auf seiner Homepage rund 260 förderungswürdige Organisationen auf.

Riester-Zulagen

Mehr als 15 Millionen Riester-Rentenverträge haben die Deutschen abgeschlossen. Der Reiz besteht vor allem im jährlichen staatlichen Zuschuss von 154 Euro Grundzulage plus 185 Euro für jedes bis 2007 geborene Kind beziehungsweise 300 Euro für später geborene Kinder. Die Zulagen kommen allerdings nicht automatisch, man muss sie beantragen. Rund drei Millionen Sparer haben dies nach Angaben der Bundesregierung für das Jahr 2009 verpennt. Ohne die Zulagen lohnt sich die Riesterei aber nicht. Daher unbedingt die Anträge stellen, das geht in diesem Jahr noch rückwirkend bis 2010.

Arbeitnehmer-Sparzulage

Wer über seinen Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen bekommt, hat Anspruch auf die staatliche Förderung durch die Arbeitnehmer-Sparzulage. Sollten Sie es bisher versäumt haben, den Antrag mit der Steuererklärung zu stellen, können Sie das nachträglich für die vorangegangenen vier Jahre tun, in diesem Jahr also noch bis einschließlich 2008. Am besten für 2009 bis 2011 gleich mitbeantragen.

Wohnungsbauprämie

Bausparverträge werden ebenfalls staatlich subventioniert - wenn man denn einen Antrag stellt. Bis zum 31. Dezember dieses Jahres kann auch noch die Förderung für 2010 und 2011 rückwirkend beantragt werden.

Freiwillige Steuererklärung

Die Finanzämter verlangen längst nicht von jedem eine Steuererklärung. Etwa die Hälfte der Arbeitnehmer ist von dieser Pflicht entbunden, vor allem Alleinstehende in Steuerklasse 1 und Ehegatten, die beide in Steuerklasse 4 sind. Wer keine Steuererklärung abgibt, kann aber auch nichts vom Staat wiederbekommen. Der Lohnsteuerhilfeverein VLH empfiehlt daher, in bestimmten Fällen eine freiwillige Steuererklärung abzugeben. Dies ist sinnvoll, wenn die beruflichen Werbungskosten über der Pauschale von 1000 Euro liegen, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden können. Die sogenannte Antragsveranlagung kann man für die vorangegangenen vier Jahre stellen. Ende 2012 ist daher die letzte Chance, den Antrag für 2008 zu stellen.

Kindergeld

Wer es - aus welchem Grund auch immer - in den vergangenen Jahren versäumt hat, Kindergeld zu beantragen, kann dies im Dezember noch rückwirkend für 2008 tun.

Kinderbetreuungskosten

Für jedes Kind bis 14 Jahre können Eltern bis zu 6000 Euro für Kita, Hort, Tagesmutter oder Babysitter bei der Steuer geltend machen. Zwei Drittel davon können als Sonderausgaben abgesetzt werden. Wer in diesem Jahr den Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft hat, kann im Dezember schon mal Kosten für 2013 bezahlen. "Finanztest" empfiehlt, die Betreuung auf jeden Fall - auch unter Nachbarn und Bekannten - schriftlich zu vereinbaren und das Geld zu überweisen, um die Betreuungskosten nachweisen zu können.

Handwerkerrechnungen

Größere Renovierungsarbeiten am Haus kosten schnell mal ein paar Tausend Euro. Eigenheimbesitzer können jedes Jahr bis zu 6000 Euro in der Steuererklärung angeben. Wer in diesem Jahr noch Handwerker beauftragt, kann laut Lohnsteuerhilfeverein VLH vereinbaren, die Rechnung teilweise in diesem und teilweise im nächsten Jahr zu begleichen, sodass die Höchstbeträge möglichst voll ausgeschöpft werden.

Unterhaltszahlungen

Wer an bedürftige Angehörige, zum Beispiel Kinder in Ausbildung oder Studium, Unterhalt bezahlt, kann dies bis zu einem Betrag von 8004 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen. Ist der Höchstbetrag in diesem Jahr noch nicht ausgeschöpft, kann die Unterhaltszahlung bis Jahresende noch schnell angehoben werden.

Krankheitskosten

Genau andersherum verhält es sich bei außergewöhnlichen Belastungen wie Krankheitskosten. Kosten für Zahnersatz, Brillen oder Hörgeräte sollte man möglichst in einem Jahr bündeln, empfiehlt der VLH. Denn solange die Belastung aufs Jahr gesehen noch als "zumutbar" gilt, muss man sie voll tragen. Erst wenn diese individuell berechnete Grenze überschritten wird, bekommt man bei der Steuer etwas zurück.

Elektronische Lohnsteuerkarte

Die alten Papp-Lohnsteuerkarten sollten eigentlich schon längst durch die elektronische Lohnsteuerkarte ersetzt werden. Die Einführung verzögerte sich immer wieder, 2013 soll es aber nun soweit sein. Ganz genau steht der Start zwar noch nicht fest. Der Lohnsteuerhilfeverein empfiehlt aber, schon jetzt die auf der alten Karte eingetragenen Freibeträge - für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen sowie die Eintragungen für volljährige Kinder - beim Finanzamt neu zu beantragen, um für die Umstellung gewappnet zu sein.

Freistellungsauftrag

Überprüfen Sie noch vor Silvester Ihren Freistellungsauftrag. Auf die derzeit ohnehin niedrigen Zinserträge sollten Sie nicht auch noch unnötig Abschläge zahlen. Der Freibetrag beträgt 801 Euro für Alleinstehende und 1602 Euro für Verheiratete und kann auf mehrere Kreditinstitute aufgeteilt werden. Entsprechende Formulare stellen die Banken bereit.

Verlustbescheinigung bei Geldanlagen

Anleger, die Wertpapiere halten, sollten schon zum 15. Dezember Kassensturz machen. Bis dahin können sie bei ihrer Bank eine Verlustbescheinigung für Depots beantragen, die im Minus sind. Die Verluste bei der einen Bank können sie nun mit Gewinnen bei einer anderen verrechnen. Sind alle Wertpapieranlagen bei der gleichen Bank, verrechnet das Institut Gewinne und Verluste automatisch. Ein Spezialfall: Wer noch Altverluste aus der Zeit vor 2009 mit sich herumschleppt, die nie mit Gewinnen verrechnet wurden, sollte dies bis Ende 2013 tun, rät "Finanztest". Denn ab 2014 wird es deutlich schwieriger solche Altverluste zu verrechnen.

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