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10. Dezember 2004, 13:06 Uhr

Stirbt die Intelligenz aus, weil Akademiker deutlich weniger Kinder bekommen als Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen? (Axel, München)

Hans-Jürg Lenzi, Zürich

Wer solche Fragen wie diese stellt, dem fehlt wohl selber an der Intelligenz, denn aus ihr lassen sich zwei Behauptungen ableiten: Akademiker sind intelligent? Und alle Nichtakademiker im Umkehrschluss sind unintelligent. Ausserdem stellt sich dann auch noch die Frage, WAS IST INTELLIGENZ? Antwort: Intelligenz ist das, was gemessen wird.

Arthur Springfeld, 33415 VERL

Sicher nicht!!Meine Frau ist Krankenschwester, ich bin Krankenpfleger. Wir haben drei Kinder alle Abitur gemacht - gut. Zwei sind Ärzte, einer Forscher an der Mayoklinik (USA). Der kleinste wird Lehrer für Mathe und Physik. Ich habe null Sorgen um die Zukunft. Tochter (Ärztin) bekommt das dritte gesunde und fitte Kind!Am Wichtigsten ist die Vermittlung sozialer Kompetenz.

Anna Kneisler, Heidelberg

Weder sind alle Akademikerkinder intelligent noch sind alle Arbeiter-/Angestelltenkinder dumm. Intelligenz hängt immer von der Förderung der vorhandenen Kapazitäten ab.

Stefan Thoma, Nürnberg

Welche Intelegenz?

Rolf Klein

bevor man eine Antwort auf diese Frage wagen sollte, sollte man über die zugrundeliegende Annahme nachdenken, sind denn Akademiker wirklich intelligenter als der Rest der Bevölkerung ? Also ich blicke bei geringem Nachwus der Akademikerpaare mit sehr viel Zuversicht in die Zukunft, wenn ich an den Rest der Bevölkerung denke.

Handschuch, Bonn

Das ist eine unheimlich idiotische Frage. Und ich wette, sie kommt von einem Akademiker: Bevor ich antworten kann, will sie mir erstens unterjubeln, dass Akademiker intelligent sind, und da habe ich bei dem hohen Akademikeranteil in der Regierung so meine Zweifel, und zweitens, dass Intelligenz erblich ist, und das ist ein uralter und völlig ungesicherter Hut. Sollten wir uns nicht lieber damit beschäftigen, wie man die Bildungschancen für nicht-Adademiker verbessern kann. Die sind in unserem Land schlechter als irgendwo sonst (nach der neuesten Pisa Studie). Noch einmal zurück zur Frage: Es ist eine plume Suggestivfrage und muss bloßgestellt und nicht beantwortet werden.

KluSchei, Bremen

Intelligenz muss aus den Regalen und wird daher verramscht! Wie unter der Bezeichnung "Flynn-Effekt" beschrieben, nimmt die "Intelligenz" (was immer wir darunter verstehen wollen) mit den Jahren im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (bezogen auf Kinder) deutlich zu, etwa 5 IQ-Punkte je Dekade. Dies gilt zumindest für unseren unmittelbaren Kulturkreis. Play-Station macht "schlau", vielleicht eine Folge der Tatsache, dass die gutmeinenden, überbehütenden Holzspielzeug-Eltern von der Evolution allmählich aussortiert werden! :-) Gleichermaßen schützt Intelligenz nicht vor Dummheit: das Ausmaß menschlicher Torheit und Verblendung wächst derzeit exponentiell.

Christian B, München

Nein!!!!!! Folgt man der Evolutionstheorie("Survival of the fittest" überleben(und vermehren sich) die Individuen, welche am besten an die vorherrschenden Lebensbedingungen angepasst sind. Möglicherweise stellt heutzutage eine akadamische Ausbildung einen Nachteil bei der Vermehrung dar. Allerdings stehen IQ und Ausbildungsstand nicht in einem engen Zusammenhang. Für die meisten Studiengänge benötigt man lediglich eine durchschnittliche Begabung,verbunden mit Diszplin und Fleiss lassen sich dann wohl alle akademischen Meriten erreichen. Gerade in Deutschland(Pisa 2!)sind wohl nicht die Gene, sondern die sozialen Bedingungen als größtes Hindernis anzusehen. Verbessert man also die Ausbildungs- & Förderungsmöglichkeiten für alle, werden genug intelligente Menschen "nachwachsen".

gerd und evi rudolph, vaihingen an der enz

Nein, die Intelligenz wird nicht aussterben, weil Akademiker weniger Kinder bekommen. Sie wird im gleichen Level bleiben, oder vielleicht sogar zunehmen, weil die natürliche Neugier der Kinder mehr gefördert wird. Und Neugier - wenn sie denn von den Eltern angenommen und befriedigt wird, fördert die Intelligenz. Akademiker sind in meinen Augen heutzutage auch nicht intelligenter als so mancher Arbeiter... Es geht doch in unserer Gesellschaft immer mehr um den sogenannten "Lebensstandard" - soll heissen, wer nicht genug Kohle hat, bleibt eben auf der unteren Bildungsstufe stehn, und hat so keine Chance, seine Fähigkeiten zu nutzen. Armes Deutschland!

Tobias, Stuttgart

HIER wird sie aussterben, andere Länder machen das besser...

Marcel aus Berlin

Die Intelligenz stirbt eh aus, unabhängig von der Zeugungsschwäche der Akademiker.

Frank H., Stuttgart

Darauf gibt es eine klare Antwort: NEIN, die Intelligenz stirbt deswegen nicht aus! Bekommen etwa nur Akademiker intelligente Kinder? Sind die Kinder aus Nicht-Akademiker-Familien generell weniger intelligent? Dies ist gewiss nicht der Fall! Allerdings sehe ich Probleme bei der Chancengleichheit und der damit einhergehenden Förderung der Intelligenz: Speziell in Deutschland scheint die Herkunft eine sehr entscheidende Rolle zu spielen, so dass ggf. die Gefahr besteht, Potentiale aus Nicht-Akademiker-Familien zu übersehen und diese nicht zu fördern. Eine tiefgreifende Reform unseres Schul- und Bildungssystems ist daher unumgänglich.

Babelle, Berlin

Ja. Denn auch Intelligenz ist vererbbar und hängt nur zu einem geringen Prozentsatz von der Bildung und Erziehung ab. Wobei die Erziehung (also bspw. der Wissensdurst und die Herangehensweise an Probleme) auch nur entsprechend der Intelligenz der Eltern gestaltet werden kann. Gewiss gibt es Ausnahmen (intelligente erfolgreiche Kinder aus unteren Schichten), aber dabei handelt es sich um extreme Ausnahmefälle.

Ernst Hergenröther, Biebergemünd

Solange unsere politischen Parteien die Betreung und Ausbildung unserer Kinder weiterhin vernachlässigen und die notwendigen Systemveränderung in ideologischen Auseinandersetzungen zerredet werden, muß dies durchaus als realisitisches Szenario angenommen werden.

stefan bussemas, nordwalde

Akademiker mit Intelligenz gleichzusetzen ist etwas gewagt (siehe Pisa). Von daher wird die Intelligenz vielleicht endlich mal von ihrem Pseudo-akademischen Muff befreit...

Deepak K., Köln

Ist denn Intelligenz vererbbar?

Andrea Trautmann, Berlin

Das glaube ich nicht. Ich denke, auch Kinder von weniger intelligenten Eltern sind zu hohen Denkleistungen fähig. Das Problem ist die Förderung. Ich denke, die Menschheit verblödet, weil sie einen Tunnelblick für das Materielle entwickelt. Menschen werden nicht mehr um ihrer selbst willen gefördert. Eliten werden heran gezogen, die Mehrheit der Menschen wird dumm gehalten, wenn sie nicht selbst die Kraft aufbringen, etwas dagegen zu tun. Siehe in Deutschland.

J. Thiele, Jüterbog

Nein, denn Kinder von Akademiker müssen nicht zwangsläufig intelligenter als andere Kinder sein...

Silvia, Athen

Intelligenz hat bekanntlich nichts mit akademischen Graden zu tun. Akademische Grade kann man sich auch kaufen.... was besonders fuer die Intelligenz des Käufers spricht, nicht war?

bauer - wuerzburg

schon die frage an sich zeugt von wenig intelligenz!

L. Kizivat, Frankfurt am Main

Nein an sich stirbt die "Intelligenz" nicht aus, denn "Intelligenz" ist statistisch über alle Sozial- und Bildungsschichten verteilt. Das Entscheidende ist die Förderung, die ein Mensch erfährt, um all die Facetten seiner Intelligenz auszukosten.

 
 
 
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