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10. Dezember 2004, 13:06 Uhr

Stirbt die Intelligenz aus, weil Akademiker deutlich weniger Kinder bekommen als Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen? (Axel, München)

S.Meyer, Den Haag

Ja, in Deutschland schon. Und vielleicht könnte die Frage sogar konkreter lauten, "weil Akademikerinnen weniger Kinder bekommen". Erbanlagen, und dazu gehört die Intelligenz, setzen sich durch, indem sie die nächste Generation weitergegeben werden können - sie besitzen also einen Selektionsvorteil. Obwohl nun der Anteil von Frauen unter den Akademikern zunimmt, sinkt die Geburtenrate unter den Akademikerinnen - in Deutschland. Während es in den Nachbarländern, wie etwa beispielsweise Frankreich, kein Problem ist, einen hochqualifizierten Beruf auszuüben UND eine Familie zu gründen, müssen sich hierzulande Frauen entscheiden entweder - oder. Und sollte dennoch beides angestrebt werden, erfolgt erst die berufliche Ausbildung, und dann erst wird die Familienplanung in Angriff genommen. Und bis dahin, kann es -tic-tac-tic-tac- zu spaet sein. Und hier kommt er ins Spiel, der Selektionsnachteil. Und es kommt noch schlimmer! PISA II zeigt, dass der Nachwuchs aus ! "bildungsfernen" Schichten in Deutschland keine Chance auf Bildung hat, selbst wenn er ein "Intelligenz"-Potential hat. Wo sollen in Zukunft die "neuen" Akademiker dann herkommen? Die Politik wäre gut beraten, wenn sie sich diese Zusammenhänge vor Augen führen würde, und ihre Konsequenz daraus zieht. Denn sonst haben wir langfristig in unserer globalisierten Welt keine Chance.

Philippe Kieffer Zürich

Ich gehe davon aus dass alle Kinder mit einem gleich hohen Basisintelligenzquotienten geboren werden. Die "intelligenten" Kinder werden in den meisten Fällen mehr von ihren Eltern gefordert oder von Schulen gefördert. Dies lässt den Schluss zu dass die Kinder von Akademikern intelligenter sein könnten Meiner Meinung nach führt der Rückgang der Akademikerkinder nicht automatisch zum Aussterben der Intelligenz. Einerseits sind Pädagogen bemüht jedem Kind eine gleichwertige Ausbildung anzubieten, und das mehr denn je, anderseits sind schon manch schlau Köpfe in armen und anscheinend "nicht intelligenten" Familien geboren worden. Also komme ich zum Schluss dass ein Rückgang der Geburten bei Akademikern nicht zu einem Aussterben der Intelligenz führt.

Eßer, Düsseldorf

Ja...denn wir können Folgekosten und Aufwand realistisch abschätzen und dementsprechend für uns entscheiden ob wir dieses auf uns nehmen wollen. Frauen haben nicht studiert um dann 6 Jahre zuhause zu bleiben...Denn eine vernünftige Kleinkinder-Tagesstätten-Unterbringung gibt es ja nur im Ausnahmefall...

Jana Sommer, Peking

Unwahrscheinlich, denn "IQ" folgt einer Verteilungskurve, die nach Ausgleich in einer Bevölkerung strebt. Es mischt sich also stetig, die Begabung der Kinder hängt NICHT direkt von der der Eltern ab. Aber Pisa 2 zeigt, dass in Deutschland besonders die Gefahr besteht, dass intelligente Kinder von Nichtakademikern ihre Begabungen nicht voll entfalten können.

Sebastian, Erding

Gegenfrage, was war zuerst da, die Akademie oder die Intelligenz? Man braucht keine Akademikereltern um intelligent zu sein, man braucht nur länger um sich durchzusetzen.

Nicole Howig, Köln

Nicht alle Akademiker sind ja per se intelligent oder toll gebildet. Neugier, Wissensdurst und Lernen muß nicht immer mit Studieren zusammenhängen. Intelligenz hat viele facetten außerhalb von akademischen Lernen. Ich glaube Intelligenz wird nie aussterben.

Paul, Wiesbaden

Natürlich

Michel, Ulm

Wenn man an die Evolutionstheorie glaubt, die uns ja erst zum homo sapiens gemacht hat, dann ja (leider).

bettina p., köln

was bitte hat ein akademiker mit intelligenz zu tuen??????

Schmidt, Fürth

Ist ja wohl logisch; früher haben sich die Intelligenteren stärker vermehrt, als die weniger intelligenten und so haben wir uns zum Menschen entwickelt. Je besser einer unserer Vorfahren war, desto mehr Kinder konnte er großziehen und sich dadurch vererben. Jetzt ist die Selektion umgekehrt. Alles andere ist Konsequenz.

SpongeBob, Bikini-Bottom

So ein Schmarrn!! Intelligenz hat doch nix mit akademischen Graden zu tun. Ich kenne Akademiker, die können nicht mal Taxi fahren, weil sie nicht mal einen Führerschein haben. Intelligenz ist mehr als die Summe im sog. IQ-Test. Was ist zum Beispiel mit sozialer Intelligenz, Kreativität Musikalität, Intuition, Motorik, räumliches Sehvermögen und all den Fähigkeiten, die im Leben wichtig sind.

Anne Schulz, Soest

Ja, natürlich. Akademikerinnen werden kritisch beäugt, wenn sie es wagen von dem Leitbild einer 100% berufs- und erfolgsorientierten Karrierefrau abzuweichen. Krippen- und Kindergartenplätze werde ihnen mit dem Hinweis auf fehlende Bedrüftigkeit verwehrt. Wenn frau auch noch verheiratet ist wird sie der Doppelverdienerschaft und der Kindesvernachlässigung bezichtet.

Dr. Frauke Deunert, Kisdorf

Nein! Erstens zeugt das Dasein als "Akademiker" nicht von Intelligenz, sondern nur vom langjährigen Besuch diverser Bildungseinrichtungen. Zweitens haben Kinder aus betuchten Familien beste Bildungschancen (siehe PisaII), und Akademiker sind gerne arbeitslos. Ich selber bin natürlich superintelligent, denn ich bin kinderreich, und die Blagen können mich pflegen, wenn ich (wie auch die Kinderlosen)später keine Rente bekomme... Insgesamt sind in der Frage wohl Intelligenz, Klugheit und schulische Bildung gleichgesetzt worden?

klaudia maassen, aachen

schwachsinn.....natürlich nicht. intelligenz entsteht auch aus einem sozial-gesunden umfeld und einer angemessenen erziehung. ferner liegt es an jedem selbst, kinder für ihre zukunft "fit" zu machen durch aufmerksamkeit, einsatz und vor allem durch gezielte förderung. all dies habe ich im elternhaus erfahren, ohne dass mein vater professor und meine mutter klinikchefin ist.

Storm, Kiel

Ja, die Folgen der Familienpolitik lassen sich heute schon in der PISA-Studie bewundern! Diese Politik hat aber den Vorteil, dass die Gutmenschen zu Ihren Opfern zaehlen.

Andreas Wemhoff, Birkenau

Natürlich stirbt die Intelligenz nicht aus, da diese unter allen Menschen gleichverteilt ist. Man sollte zwischen Intelligenz und Bildung deutlich unterscheiden. In Verbindung mit den Ergebnissen der letzten Pisa-Studie kann man allerdings folgern: Wenn geringverdienende Normalbürger mehr Kinder bekommen als gutsituierte Akademiker, und gleichzeitig die Bildungserfolge in unserem Land besonders stark von sozialen Schicht abhängen, wird die Durchschnittsbildung (ceteris paribus) weiter sinken.

Axel, Kaarst

Schauen Sie sich doch einmal das Nachmittagsprogramm auf den privaten Sendern an, dann erübrigt sich diese Frage!

Pisa

Ich denke mal "Studiert sein" hat nicht unmittelbar etwas mit Intelligenz zu tun. An der Uni laufen jede Menge Akademikerkinder rum, die echte Dumpfbacken sind, und umgekehrt gibt es Kinder aus Familien mit geringer Bildung, die vielleicht sehr intelligent sind, aber diese Intelligenz wird in Ihrer Familie vielleicht weder erkannt noch gefördert oder honoriert und verkümmert dann irgendwann. Das ist ein Grund, warum Akademikerkinder in den meisten Fällen wieder Akademiker werden und Kinder aus der Unterschicht eben nicht.

Robert, Freiburg

Wer sagt denn, daß Akademiker intelligent sind ?

Gerd Regensburg

Zumindest wird die durschschnittliche Intelligenz gesenkt.

ingrid aus hamburg

gegenfrage: ist intelligenz vererbbar? oder doch mehr eine frage der förderung? gibt schon zu denken, daß (auch in unserer gesellschaft) die leute, die bedenkenlos kinder in die welt setzen, hinterher häufig nicht in der lage sind, sie versorgen zu können. intelligent ist für mich jemand, der bewußt darauf verzichtet, in diese bereits überbevölkerte welt noch zusätzlich kinder zu setzen.

Josef Pedolzky, Regensburg

Wenn Akademiker so intelligent sind, dann müssten doch diese gerade mehr Kinder haben um die Intelligenz zu verbreiten. Anscheinend gibt es aber mehrere Arten von Intelligenz IQ, EQ... und "nur" weil jemand Akademiker ist beschränkt sich Intelligenz nicht auf diese Gruppe allein! Intelligenz stirbt nicht, da Sie auf einer subjektiv empfundenen Messlatte basiert!

Ulf, Köln

Sie stirbt nicht aus, sie ist bereits mausetod. Alleine ein Blick auf die derzeit Regierenden und ihre Thesen zu den Eliten Deutschlands sind an Flachheit kaum zu überbieten. Schaut man sich einen Minister Clement an, so haz dieser fünf Kinder in die Welt gesetzt und damit in den genpool Deutschlands eingebracht, bevor er Wirtschaftsminister wurde. Seine Intelligenzleistung besteht darin, daß er als Studienabbrecher (Abgang nach dem ersten Staatsexamen) es als praktisch Ungelernter bis zum Wirtschafts- und Sozialminister gebracht hat. Heutzutage wird Karriere als Nachweis der Intelligenz begriffen. Nur schließen sich m.E. nach Intelligenz und Egoismus al oberste Lebensmaxime gegenseitig aus. Und deshalb ist die Intelligenz bereits unwiderrufbar, wenigstens in Deutschland, auf dem absteigenden Ast.

peter , berlin

ja!

 
 
 
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