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28. Oktober 2008, 09:05 Uhr

Elefanten haben Todesangst vor Straßen

Afrikanische Waldelefanten sehen Forstwege als Bedrohung. Die Straßen engen die Tiere daher so ein, als wären sie in einem Käfig eingesperrt. Das ist laut Aussage von Forschern besonders dramatisch, weil aktuell in vielen Teilen Zentralafrikas stark in den Straßenbau investiert wird.

Der Waldelefant ist - wie der afrikanische und der asiatische Elefant - eine eigene Art© Picture-Alliance/Okapia

Ein internationales Forscherteam hat im Auftrag der Umweltschutzorganisationen "Wildlife Conservation Society" und "Save the Elephants" das Verhalten von Waldelefanten in Zentralafrika untersucht. Die Wissenschaftler unter der Leitung von Stephen Blake, der mittlerweile am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen arbeitet, kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Straßen versetzen Waldelefanten in Todesangst, weil die Tiere die Wege mit eindringenden Wilderern verbinden. Ihre Ergebnisse präsentieren die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "PloS One".

Um das Verhalten der Tiere untersuchen zu können, versahen die Wissenschaftler die Elefanten mit Halsbändern, die mit einem GPS-Sender ausgestatten wurden. Dadurch konnten sie die Bewegungen der Elefanten detailliert verfolgen. Insgesamt bekamen 28 Tiere solche Bewegungssensoren, Ort der Untersuchung war die Republik Kongo und das daran angrenzende Gabun.

In den Ergebnissen zeigte sich ein eindeutiges Verhaltensmuster der Waldelefanten: Die Tiere vermieden es so weit wie möglich, in die Nähe einer Straße zu kommen oder sie zu überqueren. Während des Versuchszeitraums überquerte nur ein einziges Tier eine Straße und das in einer Geschwindigkeit, die 14-mal so hoch war wie die der üblichen Gangart. "Sie bewegen sich in den Wäldern wie verängstigte Mäuse", beschreibt Blake das Verhalten der Elefanten.

Wie im Käfig

Die Straßen beeinflussen die Bewegung der Tiere ähnlich stark, wie es Mauern oder Käfigwände tun würden. Blake fürchtet daher, dass der Lebensraum der Waldelefanten immer weiter einschränkt wird - vor allem, weil aktuell in vielen Teilen Zentralafrikas stark in den Straßenbau investiert wird. Weil sich die Tiere dann auf immer engerem Raum drängten, seien Störungen in ihrem Sozialverhalten wahrscheinlich. Zudem könne es zu Hunger und Krankheitsausbrüchen unter den Elefanten kommen.

Vonseiten der Entwicklungshilfeorganisationen erhofft sich der Forscher daher eine erhöhte Sensibilität für die Tiere: Bei der Planung neuer Straßen sollten die Bedürfnisse der Elefanten mit einbezogen werden, um das Vordringen von Wilderern und die Zerstörung ungestörter Waldgebiete zu minimieren.

DDP
 
 
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