12. Dezember 2008, 11:42 Uhr

3300 Tiere bei Tierversuchen getötet

Die Bundeswehr hat seit 2004 Tierversuche veranlasst. Bei den Experimenten zu Milzbrand, Ebola und weiteren biologischen und chemischen Waffen wurden mindestens 3300 Tiere getötet, darunter auch Affen.

An einem Langschwanzmakaken wird ein Experiment durchgeführt©

Eine interne Aufstellung des Verteidigungsministeriums listet laut einem Bericht der "Bild"- Zeitung auf, dass bei Versuchen zur Vorbeugung und Heilung von Pocken-Infektionen 500 Mäuse, 20 Kaninchen, 12 Meerschweinchen und 18 Makaken-Affen getötet wurden. Außerdem gab es Tierversuche mit den Erregern von Milzbrand, Ebola und Kongofieber sowie dem chemischen Kampfstoff Schwefel-Lost.

Hauptmann Thorsten Burger sagte, die Versuche seien alle von der zuständigen Tierschutzkommission genehmigt worden und keineswegs geheim abgelaufen. In dem Gremium säßen auch Tierschützer. Die Bundeswehr versuche zudem, die Tierversuche soweit wie möglich zu beschränken.

Der Bundesverband der Tierversuchsgegner forderte einen Verzicht auf die Tests. Die stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Christiane Baumgartl-Simons, sagte: "Tierversuche in der Bundeswehr müssen ebenso wie die anderen Tierversuche öffentlich gemacht werden. Wenn es leider noch immer zum Schutz der Bevölkerung notwendig ist, Verfahren zu entwickeln und Mittel zu testen, so muss dies mit tierversuchsfreien Verfahren geschehen. "Die 3300 Tiertötungen bei der Bundeswehr seit 2004 sind nur die Spitze des Eisbergs. Laut den im November veröffentlichten Tierversuchszahlen der Bundesregierung wurden 2007 bundesweit 629.643 Wirbeltiere für wissenschaftliche Zwecke getötet. Davon waren rund 515.000 Mäuse, Ratten und Meerschweinchen sowie rund 58.000 Vögel."

Ein Sprecher des Sanitätsdienstes sagte, nach Alternativen für Tierversuche werde gesucht. Die Tests sollten helfen, vor Krankheiten zu schützen, sie zu diagnostizieren und zu heilen. "Wenn wir in Auslandseinsätzen sind, können wir mit Krankheiten konfrontiert werden, die hier in Mitteleuropa nicht vorkommen."

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 22)
 
Styrbjoern (14.12.2008, 13:27 Uhr)
Re: Außerirdische und Menschtierversuche
@flyingfree
Sie wären dann aber auch Versuchsobjekt oder glauben Sie, Außerirdische würden Sie verschonen, bloß weil Sie gegen Tierversuche waren?
Es gibt viele für den Menschen sehr hilfreiche Medikamente, die zur Zeit ihrer Entwicklung garnicht anders entwickelt werden konnten, als sie am lebenden Objekt auszuprobieren. Ich wette mal, auch die Verteufler von Tierversuchen hier haben bei der einen oder anderen Krankheit von solchen Medikamenten profitiert und sie ohne jeden Aufschrei in Anspruch genommen.
Also mal langsam mit die jungen Pferde!
snort (14.12.2008, 12:18 Uhr)
schwefel-lost
harharhar
man zeige mir lost ohne sulphurverbindung(googeln hilft).
dass überhaupt vernichtungsstrategien unter einsatz von b und c komponenten eruiert werden,
na MAHLZEIT herr mengele.
doitsche land gute land
Akorahil (13.12.2008, 23:55 Uhr)
Soll denn lieber gleich an Menschen getestet werden?
Ich bin kein Freund übereilter Polemik, aber bei so geballter Inkompetenz könnte man ja aufheulen. Selten solche hirnerweichenden Kommentare lesen müssen… Ich frage mal all die Pauschal-Aburteiler und Esoterik-Furunkel, auf welches Wissen sich eigentlich „ihre“ Meinung stützt. Dass sich verantwortungsvolles Handeln auch auf den Umgang mit Tieren erstreckt werden wohl wenige bestreiten. Übrigens, könnte es vielleicht sein, dass professionelle Tierschutzorganisationen – genauso wie viele andere – eben auch davon leben, die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu beeinflussen um Spenden und Staatszuwendungen zu erhalten…?
Tierversuche sind – leider! – nach wie vor notwendig. Es ist wahr, dass sich sehr viele Prozesse auch anders erforschen lassen (was bereits zur Streichung von Tierversuchen [TV] geführt hat), aber glauben sie tatsächlich, dass sich der Stoffwechsel eines Menschen mit seiner unglaublichen Komplexität in einzelnen Zellen vollständig simulieren lässt? Vor allem, wenn wie im Falle von Krankheiten oft mehrerer _Organe_ betroffen sind?
Ich kann natürlich nicht _jeden_ einzelnen TV rechtfertigen, aber nicht umsonst gibt es ja Gremien (in denen wie im Artikel ja auch steht auch „professionelle Tierschützer“ sitzen), die diese erst genehmigen müssen. Es geht mir nicht darum, die Bundeswehr oder andere Institutionen pauschal für „lupenrein sauber“ oder jede Kritik an TV für dumm zu erklären, aber wer Forschung pauschal aburteilt und glaubt, seine Unwissenheit hier auch noch wie einen Orden herzeigen zu müssen, der sollte sich mal fragen warum sich seine Meinung nicht durchsetzt. Verschwörung böser Mächte oder könnte es doch sinnvolle TV geben…?
flyingfree (13.12.2008, 07:58 Uhr)
Gipfel der Evolution
Ich hoffe, eines Tages landen Außerirdische und veranstalten Menschenversuche an diesen gnadenlosen, kranken Gestalten.
Zum Teufel mit dem Militär. Mensch und Tier wären sicherer ohne die.
deinemama (12.12.2008, 22:24 Uhr)
Grässlich...
Und das Schlimmste: diese völlig sinnlos getöteten Tiere sind nur ein winziger Bruchteil...
2,6 Millionen Tiere wurden 2007 in der BRD für Tierversuche "verwendet". Für "wissenschaftliche" Zwecke.
Unter uns: wäre diese Forschung auch nur ansatzweise auf unser Gemeinwohl ausgerichtet, wäre Krebs vermutlich inzwischen eine Lappalie, Aids nicht mehr schlimmer als ein leichter Schnupfen, Alzheimer, Herzinfarkt und Schlaganfall kein Thema. Und man wüsste die Ursache für Kurzsichtigkeit.
Stattdessen wird neben GM und Experimenten für Schlankheitsmittel und Botoxspritzen auch intensiv Forschung für Industriefraß für Mensch und Tier betrieben, von dem wir gerade so nicht draufgehen. Auch B-Waffensysteme gibt's inzwischen ganz nach Gusto maßgeschneidert. Mehrfach wurde die Gefährlichkeit von Tabakrauch erforscht, und man weiß nun ganz genau, dass Ratten, die als Babys schon dick waren, auch als erwachsene Ratten dick sind. Sensationell...
Dieser grausamen Industrie gehört komplett der Hahn zugedreht!
1ullameyko (12.12.2008, 19:12 Uhr)
hoffentlich verrecken die Verbrecher an ihrem Gift selber
MIch packt eine unglaubliche Wut mit welcher Arroganz diese Verbrecher meinen, sie könnten ihre Allmachtsphantasien an der wehrlosen Kreatur austoben. Ich glaube an Seelenwanderung und die wünsche jedem, der in so einem Labor arbeitet eine schöne Wiedergeburt als Versuchstier.
ramteid (12.12.2008, 16:19 Uhr)
Mäuse u.a.
Mäuse bauen keine Mausfallen, aber Menschen, die vermeintlich intelligenten Lebewesen, sinnen sich aus Geldgier solche Methoden aus.Natürlich nicht an sich selbst, sondern wie immer an unschuldigen Tieren. Diese Leute werden für solche Greuel hoffentlich hart bestraft.
botoxia (12.12.2008, 14:24 Uhr)
Insane
Weltverbesserung per se kann doch nicht schlecht sein. PETA ist auch reale Wirklichkeit. Tiere zu töten, um Tötungswaffen zu erproben, heißt, an die Nutzung der erprobten Waffen zu denken. Dem einzigen, dem ich in Ihrem Post zustimmen kann, ist Ihr Nick.
Schwaebin (12.12.2008, 14:15 Uhr)
@insane
Also links bin ich schon mal gar nicht.
Mir und vielen anderen ist halt einfach an einer lebenswerten Umwelt gelegen und Menschen wie Sie sind diejenigen, die das immer wieder zu verhindern wissen!
insane (12.12.2008, 14:08 Uhr)
gott bewahre
Eine schaar LINKER und PETA-Anhänger ... fernab der realen wirklichkeit.
Ihr schaufelt mit eurer Weltverbesserung ein eigenes Grab.. es muss immer alles in maßen passieren !
Als nächstes starten Sie alle wohl einen MOB auf die Automobilbranche die mehr als 50mg CO² ausstoßen ...
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