Ob zu Luft, auf der Erde oder im Wasser: Die deutsche Tier- und Pflanzenwelt verändert sich. Mehr als 800 neue Arten haben sich angesiedelt. Einige Neuankömmlinge entwickeln sich zu Störenfrieden.
Sie reisen in der Fracht von Schiffen oder als blinde Passagiere mit dem Flugzeug: Die deutsche Tierwelt bekommt immer mehr Zuwachs an exotischen Arten. Der einheimische Spatz muss sich seine Körner etwa mit dem bunt gefiederten Halsbandsittich teilen. Eingewanderte Waschbären wühlen in Mülltonnen und sorgen in Hinterhöfen für Durcheinander.
In den letzten Jahrzehnten haben sich in Deutschland mehr als 800 neue Tier- und Pflanzenarten angesiedelt, meldet das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Zu ihnen zählen etwa der
Chile-Flamingo oder der Ochsenfrosch.
Letzterer zählt zu den sogenannten "Neobiota": Diese gebietsfremden Arten können das ökologische Gleichgewicht durcheinander bringen - etwa indem sie einheimischen Tieren das Futter strittig machen oder sie sogar ganz verdrängen. 44 solcher Tiere listet das BfN deutschlandweit auf. Um sie in Schach zu halten, greifen Umweltschützer zu teils drastischen Maßnahmen: Waschbären sind etwa das ganze Jahr über zum Abschuss freigegeben.
Einige eingewanderte Arten sind dagegen ausdrücklich erwünscht. So kämpfen Tierschützer seit Jahren für die Neuansiedlung von Wölfen oder Seeadlern - mit Erfolg. Die Bestände der ursprünglich einheimischen Tiere nehmen stetig zu.