5. Juli 2012, 11:45 Uhr

Südkorea will wieder Wale jagen

Offiziell ist der Fang von Großwalen verboten. Doch auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission gab Südkorea bekannt, wieder mit der Jagd auf die Meeressäuger beginnen zu wollen. Tierschützer sind empört.

Walfang in Südkorea: Jagd auf Meeressäuger beginnt von Neuem
Im Namen der Wissenschaft
Südkorea will Walfang wieder aufnehmen

Wie Japan will auch Südkorea wieder Wale jagen - angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken. Das kündigte die Delegation des Landes bei der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Panama-Stadt an. Der Leiter der Delegation, Joon-Suk Kang, sagte, die Population der Minkwale vor der Küste Südkoreas habe sich erholt und stelle ein Problem für die Fischer dar, da die Meeressäuger die Fischbestände vernichteten.

Südkorea hofft, dass die Walfangkommission die Waljagd aus diesem Grund wieder erlaubt. Allerdings stellte Kang auch klar: Für den Walfang benötige sein Land keine internationale Erlaubnis. Das Land wolle zu einem späteren Zeitpunkt verkünden, wann und wie viele Wale gejagt werden sollten, erklärte die südkoreanische Delegation

Kommerzieller Walfang getarnt als Wissenschaft

Walschutzorganisationen reagierten entsetzt. Patrick Ramage, Chef des Walprogramms des Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW), forderte Südkorea auf, den Plan aufzugeben. Ralf Sonntag, IFAW-Leiter in Deutschland, bezeichnete die Absicht der Koreaner als eine durchsichtige Verschleierung für kommerziellen Walfang. "Dies ist absolut inakzeptabel und letztendlich ein Schlag ins Gesicht für jeden seriösen Meeresforscher", sagte er. "Damit zeigt Korea ganz unverfroren, dass es mit diesen Plänen dem Beispiel Japans folgen will", erklärte Sandra Altherr, Biologin von Pro Wildlife.

Die IWC hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan rechtfertigt seinen Walfang seit Jahren mit wissenschaftlichen Zwecken. Zu Beginn der Tagung in Panama hatte Japan gemeinsam mit anderen Fangnationen die Einrichtung eines Walschutzgebietes im Südatlantik durch die IWC verhindert.

lea/DPA/AFP
 
 
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