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6. November 2009, 12:07 Uhr

Erzähl mir was vom Pferd

Nach dem Hund haben Forscher einen weiteren Wegbegleiter des Menschen genetisch entziffert: das Pferd. Das Erbgut der Vierbeiner soll nützliche medizinische Erkenntnisse für den Menschen liefern - dann viele Erbkrankheiten, an denen Pferde leiden, treten in ähnlicher Form auch bei uns auf.

Pferd, Erbgut, Genom, Erbgut entschlüsselt

2,7 Milliarden "Buchstaben" enthält das Ergbut des Pferds© Colourbox

Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, eine erste "hochqualitative" Blaupause vom Pferd zu erstellen. Sie stammt von einer Vollblut-Stute mit dem Namen "Twilight" (Zwielicht). Das Team um Claire Wade vom Broad Institute des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Harvard Universität in Cambridge bei Boston stellt das Pferde-Genom im Fachmagazin "Science" vor.

Es besteht aus rund 2,7 Milliarden Erbgut-Buchstaben, Nukleotide genannt, und ist etwas umfangreicher als das Erbgut des Haushundes, jedoch kleiner als das des Menschen und des Rinds. Gut die Hälfte der Pferdegene liegt auf den Chromosomen in der gleichen Reihenfolge wie beim Menschen. Zum Vergleich: Beim Hund sind es nur 29 Prozent.

Von dem Wissen erhoffen sich die Forscher auch nützliche medizinische Erkenntnisse für den Menschen. Pferde können unter etwa 90 Erbkrankheiten leiden, die Ähnlichkeit mit menschlichen Leiden haben. Dazu zählen die Anlagen zu Unfruchtbarkeit, einer Art von Nachtblindheit, Entzündungskrankheiten und Muskelstörungen. "Die Identifikation der genetischen Wurzeln beim Pferd hilft uns, die Krankheiten bei Beiden (Pferd und Mensch) besser zu verstehen", erläutert Co-Autorin Kerstin Lindblad-Tod aus Schweden.

Ein Beispiel lieferten die Forscher bereits. Sie analysierten die Ursache der gefleckten Haut, wie sie etwas für die Rasse Appaloosa typisch sind. Solche gefleckten Pferde leiden oft an einer Nachtblindheit, die der des Menschen ähnelt. Die Liste der verdächtigen Genmutationen schränkten die Forscher bereits auf 42 ein. Zwei davon liegen bei einem Gen, dass an der Pigmentbildung beteiligt ist. "Das unterstreicht den Nutzen des Pferdes zur Kartierung von Krankheitsgenen", betont Erstautorin Claire Wade von der Universität Sydney.

Außer dem Erbgut von "Twilight" untersuchten die Forscher auch das anderer Pferderassen, darunter das von Arabern, Hannoveranern, Isländern und Norwegischen Fjord-Pferden. Bei dem Vergleich stießen sie auf etwa eine Million genetischer Differenzen, die jeweils nur aus einem DNA-Buchstaben bestehen, sogenannten SNPs (Single Nucleotide Polymorphisms).

DPA/AP
 
 
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