Fischer holen Mondfisch an Bord

14. November 2012, 17:13 Uhr

Groß, grau, glitschig: Fischer haben vor Rügen einen Mondfisch aus dem Meer geholt. Ein außergewöhnlicher Fang - denn die Tiere sind in der Ostsee nicht heimisch.

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Sassnitzer Fischer haben im Seegebiet vor Rügen diesen in der Ostsee nicht heimischen Mondfisch gefangen©

Fischer haben im Seegebiet vor Rügen einen in der Ostsee nicht heimischen Mondfisch gefangen. Experten des Deutschen Meeresmuseums untersuchten das tote, rund 46 Zentimeter lange und 72 Zentimeter hohe Tier am Mittwoch und entnahmen Gewebeproben. Es handele sich um einen außergewöhnlichen Fang, sagte der Fachbereichsleiter Wissenschaft, Timo Moritz, der DPA. Mondfische seien in der Ostsee "sehr selten" zu finden. Die bis zu drei Meter langen Tiere sind in tropischen und subtropischen Meeren heimisch. Das offenbar junge Exemplar sei vermutlich mit der Strömung in die Nord- und von dort in die Ostsee getrieben worden.

Die Fischer hatten den bereits stark geschwächten Mondfisch am Dienstag in ihrem Schleppnetz entdeckt und nach dessen Tod an Bord auf Eis gelegt und nach Sassnitz gebracht. "Das Tier ist in einem sehr guten Erhaltungszustand", sagte Moritz. Zuletzt wurden nach Angaben des Forschers drei Exemplare im Jahr 2009 in der Ostsee gefunden. Ein Tier, das Fischern am 6. Dezember 2009 vor Dranske ins Netz ging, wird in der Ausstellung des Ozeaneums gezeigt.

Nicht genug Nahrung für den Exoten

Mondfische haben in der Ostsee nur geringe Überlebenschancen. Weniger die niedrige Temperatur als vielmehr der Nahrungsmangel im Winter setze den Knochenfischen zu, sagte der Experte. "Mondfische sind Quallenfresser und Quallen gibt es im Winter in der Ostsee nicht." Niedrige Temperaturen sei der Fisch, der in tropischen Gewässern in Tiefen bis zu 480 Metern nachgewiesen wurde, gewohnt.

An den genommenen Gewebeproben aus der Muskulatur des Fisches können Forscher später DNA-Analysen vornehmen und möglicherweise feststellen, aus welcher Population der Mondfisch stammt. Der Kadaver selbst wurde in eine vierprozentige Formaldehydlösung gelegt und damit dauerhaft gesichert. Ob der Fisch in der Ausstellung gezeigt wird, steht bislang noch nicht fest.

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