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4. Januar 2009, 17:19 Uhr

Zuchtbecken statt Schleppnetz

In Zeiten der Überfischung gewinnen Aquakulturen zunehmend an Bedeutung. Aus Sicht von Forschern lassen sich die Erträge noch deutlich steigern. Allerdings können von diesen Zuchtbecken auch Risiken ausgehen.

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Fischfang Aquakultur, Zuchtbecken, Ernährung

Fischkutter im offenen Meer könnten bald Geschichte sein© DDP

Die Weltbevölkerung wächst kontinuierlich und damit auch ihr Bedarf an Nahrungsmitteln. Eine wichtige Nahrungsquelle ist die Fischerei. Zwar sind die Erträge des klassischen Fischfangs sind seit mehr als 20 Jahren konstant, doch als Folge sind die natürlichen Bestände an Fischen und anderen Meerestieren in einigen Gegenden der Welt drastisch zurückgegangen. Auf Grund der ständig steigenden Nachfrage werden in den sogenannten Aquakulturen Speisefische und Krustentiere in eingezäunten Becken gezüchtet. Seit 1985 wachsen die Erträge aus Aquakulturen pro Jahr im Schnitt um 8,8 Prozent an. Inzwischen liefern diese künstlichen Zuchten rund ein Drittel des gesamten Ertrages aus dem Meer.

Der Meeresökologe James Diana von der Universität Michigan in Ann Arbor, der aktuelle Trends der Aquakultur untersuchte, kam nun zu dem Schluss, dass mit Hilfe der künstlichen Zucht von Fischen, Muscheln und Krustentieren die Erträge bis 2025 weiter gesteigert werden könnten, ohne die Umwelt stärker zu beeinträchtigen als durch konventionellen landwirtschaftlichen Anbau. Über seine Ergebnisse berichtet der amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin "BioScience".

Von diesen Zuchtbecken können jedoch auch Risiken ausgehen: Schlechtes Management kann zu verschmutzten Gewässern führen, und die hohe Dichte der Tiere begünstigt die Ausbreitung von Krankheiten, die sich auch auf den natürlichen Bestand übertragen können. Dieser ist ebenso dadurch bedroht, dass Zuchttiere entkommen und ihn aus seinem Lebensraum verdrängen können. Werden jedoch die Standards eingehalten, so habe die Aquakultur durchaus das Potenzial, sich positiv auf die natürlichen Bestände auszuwirken, sagt Diana. Da mit der Verfügbarkeit von Zuchttieren der Fang bedrohter Arten zurückgehe, könnten sich seltene Arten wieder erholen, wodurch die Vielfalt in den Meeren erhalten bleibe.

Doch nicht nur die natürlichen Fischvorkommen profitierten von der Aquakultur, betont der Wissenschaftler. Die Technik kommt auch Entwicklungsländern zugute, denn die Fischfarmen erzeugen nicht nur Arbeitplätze, sondern die erzeugten Exporte bringen Einnahmen: Schon jetzt werde mit gezüchteten Meeresfrüchten mehr Umsatz erzeugt als mit Fleisch, Kaffee, Tee, Bananen und Reis zusammen. Allerdings, so betont Diana, sind noch tiefer gehende Untersuchungen notwendig, um die Aquakulturen nachhaltig nutzen zu können.

DDP
KOMMENTARE (2 von 2)
 
LaoLu (05.01.2009, 00:18 Uhr)
Kommt nicht oft vor:
aber hier hat gmathol einmal recht.
gmathol (04.01.2009, 22:56 Uhr)
Wir essen diesen gezuechteten Fisch jedenfalls nicht.
Hohe Konzentrationen an Chemikalien und vor allem Anti-Biotikas sind hier garantiert.
Die Ueberfischung hat einen Grund: Gewinnung von preiswertem Duenger oder Tierfutter.
Da muesste man mal ansetzen, aber vermutlich ist es schon zu spaet. Sterben die Meere wird sich die Bevoelkerung dramatisch reduzieren.
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