3. Juli 2012, 21:36 Uhr

Mit Eiweiß gegen das Vergessen kämpfen

An der Universität Heidelberg haben Forscher mithilfe eines bestimmten Proteins das Erinnerungsvermögen älterer Mäuse verbessert. Ob die Wirkung beim menschlichen Gehirn ähnlich ist, ist noch unklar.

Gedächtnis, Protein, Erinnerung, Mäuse, Neurobiologie, Vergessen

Mithilfe eines Proteins konnten Heidelberger Wissenschaftler das Erinnerungsvermögen älterer Mäuse nachweislich verbessern©

Für die Steigerung der Erinnerungsleistung entscheidend sei das Protein "Dnmt3a2", berichtete der Neurobiologe Hilmar Bading von der Universität Heidelberg. "Es ist bekannt, dass die geistigen Fähigkeiten im Alter abnehmen", sagte Bading. Das Protein "Dnmt3a2" komme im Alter nur noch verringert im Gehirn vor und sei ein Grund für die Beeinträchtigung.

Die Experten spritzten älteren Mäusen Viren, die dieses Protein enthielten, ins Gehirn. Das erstaunliche Ergebnis: Die Versuchstiere waren nicht mehr so vergesslich. Die Erkenntnisse veröffentlichten die Heidelberger Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature Neuroscience".

Die Versuchstiere bekamen an einem bestimmten Ort einen milden elektrischen Schlag. 24 Stunden später setzten die Forscher die Mäuse erneut in diese Räumlichkeit. Erkannten die Nager den Ort wieder, erstarrten sie vor Angst. In einem anderen Versuch beobachteten die Wissenschaftler, ob sich die Mäuse an Gegenstände erinnern konnten. Auch im Umkehrschluss habe sich die Wirkungsweise des Proteins bestätigt, wie Bading erläuterte. Jungtiere, bei denen das Protein verringert wurde, seien in ihrer Gedächtnisleistung deutlich beeinträchtigt gewesen.

Eine Übertragung des Ergebnisses auf den Menschen hält Bading zwar für möglich. "Die grundlegenden, biochemischen Funktionen sind vermutlich sehr ähnlich", so der Experte. Aber: "Der menschliche Organismus ist um einiges komplexer." Problematisch sei zudem das Injizieren des Proteins mittels eines Virus in das Gehirn eines Menschen.

juho/DPA
 
 
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