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22. Juli 2004, 10:41 Uhr

Rechtslutscher werden zu Rechtshändern

Zum Rechts- oder Linkshänder wird man geboren. Eine Studie ergab: Wer in der Gebärmutter rechts lutscht, der schreibt auch später rechts.

Die Anlage zur Rechts- oder Linkshändigkeit erfolgt schon im Embryonalstadium© Picture-Alliance/Picture Press/Monsoon Images/Barry Pringle

Rechts- oder Linkshänder wird man nach einer neuen Studie schon weit vor der Geburt. Zu diesem überraschenden Schluss gelangt ein Wissenschaftlerteam um den Mediziner Peter Hepper von der Universität Queens in Belfast. Wie das Fachmagazin "New Scientist" (Nr. 2457, S. 13) unter Berufung auf die Studie berichtet, nuckeln neun von zehn Föten in der 15. Schwangerschaftswoche am rechten Daumen. Ausgewertet wurden dafür die Ultraschallberichte von insgesamt 1000 Föten.

Linkslutscher-Föten wurden später zu Linkshändern

Hepper begab sich anschließend auf die Spur von 75 dieser Föten nach deren Geburt. Alle 60 der mittlerweile 10 bis 12 Jahren alten Kinder, die schon im Mutterleib dem rechten Daumen den Vorzug gegeben hatten, waren Rechtshänder. 10 der 15 ehemaligen Links-Daumenlutscher wurden letztlich Linkshänder. In einer weiteren Untersuchung stellten die Mediziner außerdem fest, dass bereits 10 Wochen alte Föten lieber den rechten als den linken Arm hin und her bewegen.

Hepper weist darauf hin, dass die beobachteten Föten auf Grund ihrer biologischen Entwicklungsstufe noch keinerlei Kontrolle über ihre Bewegungen haben können. Er stellt deshalb die These auf, dass der jeweilige Fötus derjenigen Körperhälfte den Vorzug gibt, die sich schneller entwickelt. Bisherige Theorien gehen davon aus, dass die Hirnentwicklung bestimmend dafür ist, ob man Rechts- oder Linkshänder ist. Nervenverbindungen zwischen Hirn und Körper entwickeln sich allerdings erst ab der 20. Woche, weshalb die Hirn-Theorie nicht stimmen kann, falls die Erkenntnisse Heppers korrekt sind.

DPA

 
 
 
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