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16. Juni 2006, 16:55 Uhr
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"Eine neue Art von Strahlen"

1895 entdeckte Röntgen in Würzburg die Strahlen, die zu jener Zeit Physik und Medizin revolutionierten. Aus dieser Entdeckung entwickelten sich die wichtigsten medizinischen Diagnoseverfahren.

Galt in der Fachwelt als äußerst guter und präziser Experimentator: Wilhelm Conrad Röntgen (Foto um 1915)© Picture-Alliance/akg-images

Fast die ganze Welt kennt heute den Namen des Physikers, der 1845 in Lennep im Bergischen Land zur Welt kam: Wilhelm Conrad Röntgen. Die von ihm entdeckten Strahlen und das daraus resultierende Durchleuchten - das "Röntgen" - sind Grundlage für fast jedes medizinische Diagnoseverfahren.

Röntgen selbst nannte die Strahlen aufgrund ihrer unbekannten physikalischen Eigenschaften Zeit seines Lebens "X-Strahlen". Nach einem Aufsehen erregenden Vortrag, seinem einzigen zu dem Thema am 23. Januar 1896 in Würzburg, gab die Welt, zumindest die deutschsprachige, ihnen einen anderen Namen: Röntgen-Strahlen.

Strahlen, die Materie durchdringen

Röntgen hatte Phänomene untersucht, die entstehen, wenn elektrische Ladung durch Gase geleitet wird, die unter extrem niedrigem Druck stehen. Ähnliche Versuche führten in jener Zeit auch andere Physiker wie Heinrich Hertz und Philipp Lenard durch. Dabei wurden sehr hohe Spannungen an eine mit Edelgasen gefüllte Röhre angelegt. Zwischen den Polen entstand ein leuchtender Strahl. Dass es sich dabei um Elektronen handelte, war damals nicht bekannt. Man nannte die Strahlung "Kathoden-Strahlung".

Am Abend des 9. November 1895 machte Röntgen bei diesen Experimenten eine denkwürdige Entdeckung: Einige Meter von der Röhre entfernt befand sich ein mit fluoreszierendem Material beschichtetes Papier. Als Röntgen die Kathodenstrahlung einschaltete, begann das Papier zu leuchten. Das Papier schimmerte auch weiter, als er die Röhre mit einer dicken schwarzen Pappe umwickelte. Offensichtlich hatte er eine neue Art der Strahlung entdeckt.

In der ihm eigenen und von der Fachwelt geschätzten gründlichen Art untersuchte und dokumentierte Röntgen die Eigenschaften der neuen Strahlen in den folgenden Wochen und Monaten. Bis zum Januar 1896 veröffentlichte er drei wissenschaftliche Forschungsberichte: "Über eine neue Art von Strahlen: Vorläufige Mitteilungen", "Eine neue Art von Strahlen" und "Weitere Beobachtungen über die Eigenschaften der X-Strahlen". Dabei war er so ausführlich, dass in den folgenden zehn Jahren keine Neuigkeiten über die Strahlen veröffentlicht wurden.

Bei seinem Vortrag im Januar 1896 demonstrierte Röntgen die Eigenschaften der neuen Strahlen. Höhepunkt war die Durchleuchtung einer Hand, die den Anwesenden die künftige Nutzung der neuen Technik eindrucksvoll vor Augen führte (siehe Bild auf Seite 2).

Vom Partyspaß zum Nobelpreis

Großzügigerweise verzichtete Röntgen auf den Patentschutz seiner Entdeckung, sodass sofort nach der Entdeckung jeder seinen eigenen Röntgenapparat bauen konnte. Das führte zu abstrusen Partyspäßen, aber auch zur seriösen medizinischen Nutzung. Die Ärzte erkannten die neuen Möglichkeiten und bezogen die neue Untersuchungsmethode in die Praxis mit ein.

Röntgen wurde mit "Fanpost" und Ehrungen überhäuft. Groß war die Begeisterung darüber, seinen eigenen Körper durchleuchtet zu sehen. Noch 1896 bat ihn der deutsche Kaiser nach Berlin, um sich von den geheimnisvollen neuen Strahlen berichten zu lassen. 1901 wurde Röntgen der erste Nobelpreis für Physik verliehen.

Wörterbuch Röntgenstrahlung ist eine elektromagnetische Strahlung mit kürzerer Wellenlänge (bzw. größerer Frequenz) als der des Lichts. Röntgenstrahlung unterscheidet sich von anderer kurzwelliger elektromagnetischer Strahlung nur durch die Art ihrer Entstehung, nicht dagegen in den physikalischen Eigenschaften. Röntgenstrahlung ist unsichtbar, erzeugt Fluoreszenz, hat starke chemische Wirkung (schwärzt Fotoplatten) und hohes Ionisationsvermögen. Sie zeigt wie das Licht Reflexion, Brechung, Beugung, Interferenz und Polarisation, hat aber im Gegensatz zu diesem ein hohes Durchdringungsvermögen für die meisten Stoffe. Quelle: Brockhaus

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