Die Zähne der Raubtiere sind scharf wie Rasierklingen, die Haut ist rau wie Schmirgelpapier: Der Job von Haifischern in Kanada ist riskant - und bei Tierschützern äußerst umstritten.
Für eine kurze Zeit lebt der Fisch noch. Er zappelt in den Armen seines Fängers, windet und dreht sich - doch es gibt kein Entkommen mehr. Nach einer Weile liegt das Tier ruhig an Deck, seine Flossen hängen. Der Hai ist erstickt, von frischer Luft umgeben.
Für seine Fotoserie über den Haifang begleitete der Fotograf Ben Nelms Fischer vor der Küste von Vancouver Island bei ihrer umstrittenen Arbeit. Ganz unverblümt und selbstverständlich lichtete er dabei auch die grausamen Seiten des Fischfangs ab: blutverschmierte Messer, sterbende Tiere, rotes Eis. Besonders begehrt sind die Rückenflossen der Haie, in China gelten sie als Delikatesse.
Nelms' Fotos befeuern die Debatte um ein generelles Fangverbot von Haien. Denn einige Arten sind in ihrem Bestand gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Besonders die grausame Fangmethode des "Finnings" ist Tierschützern schon lange ein Dorn im Auge: Fischer ziehen die Tiere dabei aus dem Wasser, schneiden ihnen die Flosse ab und werfen sie zurück ins Meer. Die verstümmelten Haie sterben qualvoll.