Nach mehreren gescheiterten Konstruktionen ist es einem japanischen Zoo nun gelungen, eine Prothese für verstümmelte Schildkröten zu entwerfen. Die Tiere werden oft Opfer von Hai-Attacken.

Das Weibchen namens Yu kann dank der Flossenprothesen wieder normal schwimmen© Toshifumi Kitamura/AFP
Eine bei einer Haiattacke verstümmelte Meeresschildkröte hat dank aufwändiger Prothesen ihre frühere Schwimmfähigkeit zurückerlangt. Das etwa 25 Jahre alte Weibchen namens Yu könne dank der Flossenprothesen wieder normal schwimmen, teilte das Aquarium in der westjapanischen Stadt Kobe mit. Die Gummiflossen, die zur Verlängerung der Flossenstummel dienen, sind an einer Art Weste befestigt, die über den Panzer der Schildkröte gespannt ist.
Die neue Konstruktion habe sich nach mehreren gescheiterten Versuchen als praxistauglich erwiesen, sagte Naoki Kamezaki, der Direktor des Suma Aqualife Park, der Nachrichtenagentur AFP. Seines Wissens nach ist Kobe der einzige Meereszoo, dem es bislang gelungen ist, eine Prothese für Schildkröten zu bauen.
Ein Fischer hatte Yu vor fünf Jahren aus seinem Netz gezogen und dem Aquarium übergeben. Das beinahe 100 Kilo schwere Tier hatte, mutmaßlich nach einer Haiattacke, deutlich verkürzte Vorderflossen. Yu konnte deshalb nur noch etwa halb so schnell schwimmen wie normalerweise. Nun hat die 80 Zentimeter lange Schildkröte mit der schicken schwarzen Weste alle Chancen, der neue Publikumsliebling im Zoo von Kobe zu werden.