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6. Juli 2007, 11:31 Uhr

Streit um Bibel im Biologie-Unterricht

"Erstaunliche Übereinstimmungen" zwischen Evolutionslehre und biblischer Schöpfungsgeschichte will Hessens Kultusministerin Karin Wolff (CDU) festgestellt haben. Nun steht sie im Kreuzfeuer der Kritik.

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Adam und Evas Sündenfall auf einem Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren. "Erstaunliche Übereinstimmungen" sieht Hessens Kultusministerin zwischen der biblischen Schöpfungsgeschichte und der Evolutionslehre© Picture-Alliance

Mit ein paar Bemerkungen über Glaubensfragen und Biologieunterricht hat Hessens Kultusministerin Naturwissenschaftler auf die Barrikaden getrieben: "Die Schöpfungslehre eignet sich nicht zur Beschreibung der Evolution", erklärte die Deutsche Forschungsgemeinschaft und gab ihre "Sorge" über die Äußerungen der Ministerin zu Protokoll. "Biblische Dogmen und Mythen sollten im naturwissenschaftlichen Unterricht keinen Raum haben", hieß es beim Verband deutscher Biologen. Christliche Schöpfungslehre sei keine Wissenschaft, urteilte Chemie-Nobelpreisträger Hartmut Michel.

Ministerium rudert zurück

Die frühere Lehrerin für evangelische Religion hatte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" von "erstaunlichen Übereinstimmungen" zwischen den Fakten der Evolutionslehre und der symbolischen Darstellung der biblischen Schöpfungsgeschichte gesprochen. Der Biologie-Unterricht solle auch die Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnis behandeln und philosophisch-theologische Fragen aufwerfen.

Das Echo fiel so aus, dass sich das Ministerium schon am Montag zu einer Klarstellung veranlasst sah: Niemand wolle die biblische Schöpfungserzählung zum Inhalt des Faches Biologie machen. Es gehe darum, die naturwissenschaftliche Diskussion durch Auseinandersetzung mit philosophischen und religiösen Aussagen zu "ergänzen und zu erweitern" - wie es der hessische Gymnasial-Lehrplan ohnehin vorsieht.

Wolff stand schon letzten Herbst in der Kritik

Wolff konnte ihre Kritiker damit aber nicht besänftigen. Schließlich reagieren Naturforscher derzeit äußerst gereizt auf alles, was nach Vermengung von Wissenschaft und Glauben aussieht. Zu genau ist ihnen vor Augen, wie christlich-fundamentalistische Strömungen in den USA gegen die Erkenntnisse der Evolutionstheorie angehen und um Gleichbehandlung im Schulunterricht kämpfen. Auch in Deutschland gibt es Anhänger dieser "kreationistischen" Lehren, die im Extremfall die biblische Schöpfungsgeschichte wörtlich nehmen.

Im vergangenen Herbst hatte sich die Ministerin gegen den Vorwurf allzu großer Nachsicht gegenüber solchem Gedankengut wehren müssen. Anlass war ein Fernsehbeitrag über eine christliche Privatschule in Gießen. Wolff grenzte sich damals ausdrücklich vom Kreationismus ab. Sie erklärte es aber auch für zulässig, die Evolutionstheorie im Unterricht in Frage zu stellen. Sie nannte es sinnvoll, fächerübergreifende Fragen - etwa zwischen Bibel und Biologie - zu erörtern und dabei nach Gegensätzen und Übereinstimmungen zu suchen.

Wolff gibt keine Interviews mehr

In der hessischen CDU-Landtagsfraktion ist man nicht glücklich, dass die Ministerin die seitdem abgeebbte Diskussion nun wieder neu entfacht hat. Zwar gibt man ihr grundsätzlich Recht, doch man glaubt, das Thema sei ohne Missverständnisse kaum zu vermitteln.

Ohnehin läuft es in der Schulpolitik nicht so günstig für die Regierungspartei. Mit einer Kombination aus ehrgeizigem Reformtempo und Kommunikationspannen hat Wolff beträchtliche Unruhe ausgelöst. Sieben Monate vor der Landtagswahl ist das einstige Gewinnerthema zur Angriffsfläche geworden.

So will die Landesregierung die Kontroverse um Religion und Evolution möglichst schnell wieder beenden. Wolff gibt dazu keine Interviews mehr, auch ihr für die Wissenschaft zuständiger Kabinettskollege Udo Corts (CDU) lehnt eine Stellungnahme ab. Doch die Opposition spielt dabei nicht mit: Für Donnerstag beantragten die Grünen eine Landtagsdebatte über die Äußerungen der Ministerin.

Wolfgang Harms/DPA
KOMMENTARE (10 von 22)
 
Thomas_S (06.07.2007, 11:01 Uhr)
Licht und Schatten
@ Spock:
Du hast recht, fundamentalistische Anhaenger einer Religion verursachen hauptseachlich Leid und Elend. Allerdings wuerde nicht alle Leute, die einer Religion angehoeren, in einen Topf werfen. Hier einige Beispiele, wie Menschen die Welt zum positiven veraendert haben:
Die ersten Christen (im roemischen Reich) haben viel fuer die sozial Benachteiligten (Witwen und Waisen)getan, um die sich sonst keiner kümmerte.
Das zieht sich bis heute durch, z.B. Mutter Theresa, die als Beispiel fuer die zahllosen christlichen Sozialinitiativen steht.
Nach dem das roemische Reich zusammen gebrochen waren, waren es die irischen Moenich in den Klosterschulen, die das gesammelte Wissen der Antike bewaht und in Europa wieder verbreitet haben.
Galileo Galilei hat aus religoeser Motivation, weil er mehr ueber Gottes Welt wissen wollte, das Weltall erforscht.
Oder auch Beispiele aus anderen Religionen: Buddha war eigentlich ein Hinduist, der etwas am ungerechten Kastensystem aendern wollte.
Die moslemische Kultur hat die Anfaenge der modernen Mathematik entwickelt, als Europa noch im finsteren Mittelalter war.
Oder die Menschenrechte. Heute sind sie universal anerkannt - urspruenglich waren es die Christen, die darauf bestanden haben, das jeder Mensch wertvoll ist und vor Gott die gleichen Rechte hat.
Um nicht missverstanden zu werden: die institutionellen Vertreter der Religionen missbrauchen leider oft ihre Macht (so wie Macht ueberall missbraucht wird).
Ich will nur sagen, dass ohne die zahllosen Menschen mit positiver, lebensbejahender Weltanschauung die Welt ein Stueckchen schlechter waere, als sie jetzt ist.
Und zur Kirchensteuer - voellig richtig, sowas gibt's uebrigens auch nur in Deutschland. Allerdings ist das historisch begruendet: Der Staat hat die grossen Kirchen mehr oder wendiger zwangsentiegnet (was damals schon illegal war), und als Entschaedigung die Kirchensteuer eingefuehrt. In anderen Laendern sind die Kirchen nie zwangsenteignet worden - mal abgeseheen von Frankreich.
Spocks_Kommentar (06.07.2007, 10:41 Uhr)
Religion raus aus der Schule
Religion ist einer der größten Stifter von Leid und Elend in der Welt. Religion ist das Letzte, was zur Bildung gehört. Wenn überhaupt, dann eine Information über die Einengung, die die menschliche Persönlichkeit durch Religion erfährt.
Glauben und Wissen sind nunmal Gegensätze. Wohin Religion führt, zeigt diese "Wissenschaftsministerin", die keinerlei Legitimation hat, für Bildung zu sprechen.
Religion ist auch keine Wissenschaft und gehört damit auch nicht an die Universität, jedenfalls nicht an eine staatliche.
Mit welchem Recht zieht das Finanzamt für die Kirchen die Steuern ein, wieso dürfen die überhaupt welche erheben und wieso ist ein Priester im öffentlichen Dienst, wie ein Polizeibeamter?
Deshalb: Religion raus aus den Lehrplänen und raus aus dem staatlichen Leben und rein in die Privatsphäre. Wenn es denn sein muß und sie überhaupt existiert, gehört sie dort hin.
Die viel verspottete Türkei ist da viel weiter als Deutschland. Dort gelingt es nicht, einen religiösen Eiferer wie Bush zum Präsidenten zu wählen. Vielleicht sollten wir dort einmal was lernen.
Thomas_S (06.07.2007, 10:35 Uhr)
Wie man Weltanschauungen beurteilen kann
@ Trolljaeger:
Du hast ganz recht, man sollte sich Gedanken darueber machen, welcher Weltanschauung man sich anschließt. Einige Kriterien sind zum Beispiel:
- "Funktioniert" diese Weltanschauung? Macht sie mich zu einem besseren, glücklicheren Menschen?
- einen Schritt weiter: entwickeln sich Gesellschaften, die diese Weltanschauung mehrheitlich übernehmen, positiv oder negativ?
- ist sie in der Lage, die Welt um uns herum (z.B das menschliche Verhalten) plausibel zu erklaeren?
- halten ihre Schriften und Ansichten einer historisch-kritischen/ wissenschaftlichen
Überprüfung stand?
- ist sie lebensbejahend?
In diesem Zusammenhang ist der Atheismus, Agnostizismus, oder sogar politische Ideologien, auch eine Weltanschauung. Jeder Mensch hat eine Weltanschauung, ob er will oder nicht.
Trolljaeger (06.07.2007, 09:55 Uhr)
Keine Religion bevorzugen
Wenn es so einfach wäre, die Bibel nur als Märchenbuch zu betrachten (was sie ja nunmal ist), würde daraus überhaupt kein Ärger entstehen. Das Problem ist nur: Gläubige sehen in der Bibel kein Märchenbuch sondern (je nach Ausprägung) Lexikon, Wissenschafts- oder Gesetzbuch. Die nehmen dieses Buch leider ernst!
Ich frage mich nur, woher man eigentlich weiß, das man der richtigen Religion angehört. Wer sagt denn, dass nicht die Moslems mit ihrem Koran richtig liegen? oder die Juden? Was ist denn mit den Buddhisten, Shintoisten, Hindus, Konfuzianern, Zeugen Jehovas, Amish oder den Bahai? Wer sagt denn, dass deren Schriften (soweit sie welche haben) nicht richtig sind. Wenn dann also in der Schule religiöse Themen im Biologieunterricht behandelt werden sollen, dann doch bitteschön alle Ansätze aufzeigen. Wir leben schließlich im Zeitalter der political correctness. Wir möchten doch wohl nicht die eine oder andere Religion bevorzugen, oder ?
@H.P.: Sie haben recht, Humor ist der Königsweg. Je öfter man etwas sagt, desto wahrer wird es. Wer schreibt der bleibt. Lieber schlecht kopiert als selbst geschrieben. Sie wissen wer sie sind und das ist auch gut so. Ihre „Homepage“ muss man einfach als Witzseite betrachten. Humor ist schließlich der Königsweg.
gmathol (06.07.2007, 05:16 Uhr)
Die Bibel im Mathematik Unterricht...
...kann denen helfen, die nicht mehr bis 3 zaehlen koennen.
Was einige religioese Fanatiker hier anrichten wollen ist nich von der Verfassung abgedeckt.
Schert euch endlich zum T..f.l.
Thomas_S (06.07.2007, 00:48 Uhr)
Nochmal zum Thema des Artikels
Wenn ich Karin Wolff richtig verstanden habe, dann bezieht sie sich unter anderem auf folgenden Bibeltext:
"Die Erde lasse frisches Grün aufspriessen, Pflanzen und Bäume von jeder Art, die Samen und samenhaltige Früchte tragen." So geschah es. Die Erde brachte frisches Grün hervor. ... "Das Wasser soll von Leben wimmeln, und in der Luft sollen Vögel fliegen." ... "Die Erde soll Leben hervorbringen, alle Arten von Vieh und wilden Tieren, und alles, was auf der Erde kriecht." ... Und Gott sah das alles an, und es war gut. (Aus Genesis 1, 11 - 25)
Meiner Meinung nach kann man diesen Text sehr schön mit der Evolutionstheorie (der Theorie, WIE das Leben auf der Erde entstanden ist)in Verbindung bringen.
Der Text spricht von der Vielfalt des Lebens, wie sich eins aus dem anderen entwickelt hat, und dass der Schöpfer des Weltalls Gefallen an der lebendigen Vielfalt hat, die sich auf der Erde entwickelt. Der Text ist natuerlich kein wissenschaftlicher Text (ist auch nie als solcher gedacht gewesen), sondern mehr ein poetisches Lob der Natur. Umso erstaunlicher finde ich es, dass er in groben Zügen tatsächlich die Entwicklung des Lebens von einfachen Organismen zu komplexen Organismen, vom Wasser aufs Land, von Pflanzen zu Tieren nachvollzieht. Offensichtlich haben die Autoren dieses Textes auch ganz ohne wissenschaftliche Bildung eine Struktur in ihrer Umwelt erkannt.
Ich glaube, dass man Schülern durchaus zutrauen kann, solche Gedankengänge nachzuvollziehen. Ganz nebenbei lernt man etwas über Textgattungen und für welche Zielgruppe, mit welchem Kontext und mit welcher Absicht Texte geschrieben wurden.
Ich welches Schulfach genau das nun passt, ist fast zweitrangig, denn die Schüler sollen ja gerade erkenen, dass es disziplinübergreifende Zusammenhänge gibt. Unvoreingenommenes Denken ist eine geschätzte Qualifikation bei späteren Arbeitgebern.
Ich stimme dem Zitat im Stern-Artikel vollkommen zu:
"In der hessischen CDU-Landtagsfraktion ... gibt man ihr grundsätzlich Recht, doch man glaubt, das Thema sei ohne Missverständnisse kaum zu vermitteln."
Es liegt an uns, der Öffentlichkeit, zu zeigen, das wir sehr wohl in der Lage sind, uns mit so einem Thema auseinanderzusetzen, und differenziert zuzuhören und zu argumentieren.
H.P. (05.07.2007, 19:11 Uhr)
Ich habe nichts geklaut
Ich habe nichts geklaut, sondern zusammengesucht, es sind Links zu anderen Seiten, Sie müssen mich nicht verstehen, dazu wird keiner gezwungen. Ob mir der Restverstand fehlt ist Ihre Ansicht, ich habe noch so viel Verstand das weiß wer ich bin und das genügt mir, auch wenn es mach einem hier nicht passt.
Es Recht zu machen jedermann ist eine Kunst die niemand kann.
Humor ist ein Königsweg, so steht es auf meiner Homepage. Nochmals zum klauen, von wem haben sie all ihr Wissen?
Trolljaeger (05.07.2007, 16:12 Uhr)
Eigene Religion
@H.P.:Ich denke, ich kann sehr wohl beurteilen, ob das alles Quatsch ist, denn ich habe noch so etwas wie Restverstand, der Ihnen völlig fehlt. Aus Ihrer zusammengeklauten und sinnlos verlinkten „Homepage“ wird doch ausser Ihnen niemand schlau. Sie scheinen so eine Art Botschaft zu haben, leiden aber gleichzeitig an einem Unvermögen, diese mitzuteilen. So wie Sie hier im Forum einfach die Inhalte Ihrer „Homepage“ reinkopiert haben, kopieren Sie sich den „Inhalt“ Ihrer „Homepage“ zusammen. Irgendwie kommt mir Ihre „Homepage“ wie die Bibel vor: Zusammenhanglose Texte, eine unveständliche Schreibweise, ständig wird vor irgendwas gewarnt und am Ende weiß nur einer die Lösung für alles, die er aber nicht verrät.
Vielleicht sollten Sie Ihre eigene Religion gründen. Mit Ihnen als Gott. Das wäre doch toll, oder ??
heiner5362 (05.07.2007, 15:47 Uhr)
also dann vor dem unterricht
erstmal beten und auditing.
dieser ganze religiöse wahn ist verführung minderjähriger gekoppelt mit gehirnwäsche.
automatischer kircheneintritt bei geburt ist ja schlimmer als GEZ.
sich nach austritt noch vom pfarrer bepöbeln lassen zu müssen zeigt die wahre denkweise dieser schwachmaten-
geldgeilheit.
religion wird vorgeschoben um auch morgen noch ungeniert abkassieren zu können-mit hilfe des staates.
lt GG sollten aber kirche und staat strikt getrennt werden ???
hahaha dass ich nicht lache.
und die biblisch verbrämte evolutionstheorie lehrt uns, was dabei herauskommt:
solch eine tucke wie wolff.
meine armen kinder, sodann ich noch
solch junge kids hätte, denen man das blaue vom himmel herunterlügen kann.
und über islamisten wird sich aufgeregt, hier ist es keinen deut besser.
ausserdem hat ja wohl irgendwer diese irre da hingesetzt, na wer hat denn da gewählt ???
das ist sowas von arm
H.P. (05.07.2007, 15:20 Uhr)
Unser Weltbild und unsere Denkweise ändert sich ständig.
>+++Sie haben offensichtlich nicht alle Tassen im Schrank.+++
Das habe ich schon, also keine Angst, ob das alles Quatsch ist können sie nicht beurteilen, sie sehen doch selbst was auf uns zukommt wenn wir so weitermachen deshalb schreibe ich. Unser Weltbild und unsere Denkweise ändert sich ständig. Das kann keiner aufhalten.
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