Dürren, Hochwasser und Stürme kosten viele Menschenleben und verursachen Schäden in Milliardenhöhe. Unsere interaktive Grafik zeigt, welche Länder vom Klimawandel am härtesten getroffen werden. Von Hauke Andersen und Lea Wolz
Eine Liste der Länder, die am schlimmsten von Wetterextremen betroffen sind, hat die Umweltorganisation Germanwatch heute am Rand der Weltklimakonferenz in Kopenhagen vorgestellt. Bangladesch, Myanmar und Honduras nehmen in dem Klima-Risiko-Index 2010 die ersten drei Plätze ein. Der Index, der jährlich veröffentlicht wird, basiert auf Daten der Münchener Rückversicherung aus den Jahren 1990 bis 2008. Kriterien sind unter anderem die Zahl der Toten und die Kosten, die einer Volkswirtschaft durch Stürme, Überflutungen und Dürren entstehen.
Wie im vergangenen Jahr ist kein einziges europäisches Land unter den am schwersten betroffenen Staaten. Deutschland steht auf Listenplatz 23 - unter anderem wegen des Hitzesommers 2003 mit mehr als 8000 Todesfällen. Die USA belegen wegen der vielen Hurrikane Platz 18. Myanmar war im Risiko-Index 2009 noch nicht unter den Top Ten gelistet. Nun rückt das Land wegen des Zyklons "Nargis" - das mit Abstand folgenschwerste Unwetter des vergangenen Jahres - auf Platz zwei. 2008 traf es neben Myanmar vor allem den Jemen, Vietnam und die Philippinen hart.
"Die Ergebnisse unterstreichen die besondere Verwundbarkeit der armen Länder durch
Klimarisiken", schreibt Germanwatch in dem Report. Zwar sei nicht alles auf den Klimawandel
zurückzuführen, doch sei nachweisbar, das die Zahl besonders großer weltweiter Wetterkatastrophen zugenommen habe, sagt Studienautor Sven Harmeling. Schon heute leiden die Ärmsten am schlimmsten unter Flutkatastrophen, Wirbelstürmen und Hitzewellen. Nehmen diese Ereignisse durch den Klimawandel noch weiter zu, müsse vor allem ihnen geholfen werden sich anzupassen, fordert die Organisation. Noch dazu, da hauptsächlich die Industrieländer den CO2-Anstieg in der Atmosphäre zu verantworten haben.