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4. November 2009, 12:23 Uhr

Winkerkrabben belohnen Beschützer mit Sex

Der Tausch ist perfekt: Kommt weiblichen Winkerkrabben ein Eindringling zu nahe, helfen die männlichen Nachbarn bei der Verteidigung. Ein lohnendes Geschäft: Denn als Dank gibt es Sex.

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Ein tolles Tauschgeschäft: Hilft der Nachbar aus, belohnen es ihm weibliche Winkerkrabben mit Sex© Australian National University/AP

Männliche Winkerkrabben beschützen ihre weiblichen Nachbarn vor Rivalen und erhalten als Belohnung Geschlechtsverkehr mit ihnen. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Australischen Nationaluniversität in Canberra gekommen, die der Frage nachgingen, wie sich die schwächeren Weibchen gegen die stärkeren Männchen verteidigen. Die Wissenschaftler um Richard Milner veröffentlichen ihre Studie im Magazin "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Winkerkrabben leben in Kolonien, haben jedoch einzelne Territorien um ihre Behausungen, die jede weibliche und männliche Winkerkrabbe selbst verteidigt. Männliche Winkerkrabben besitzen allerdings eine große Schere zur Verteidigung, während ihre weiblichen Artgenossen nur zwei kleine Varianten zur Verfügung haben, die hauptsächlich der Nahrungsaufnahme dienen. Wie die Weibchen es dennoch schaffen, ihr Revier zu verteidigen, war bislang unklar. Daher beobachteten Milner und sein Team zwei Monaten lang eine Winkerkrabbenkolonie vor der Ostküste Südafrikas.

Die Nachbarn helfen gerne

Das Ergebnis: Männchen kommen ihren weiblichen Nachbarn zu Hilfe, wenn diese in Gefahr sind, von einem männlichen Eindringling vertrieben zu werden. Auf weibliche Eindringlinge hingegen reagierten die Männchen kaum. Auch die Paarungsgewohnheiten der Winkerkrabben beobachteten die Wissenschaftler: Geschlechtliche Kontakte spielten sich größtenteils zwischen benachbarten Tieren ab. 52 Paarungen untersuchten die Forscher, bei 44 kamen die Männchen aus der direkten Nachbarschaft der Weibchen. Aus den beiden Beobachtungen schließen die Forscher, dass die Männchen zum einen das Revier ihrer weiblichen Nachbarinnen mit beschützen, und dass sie zum anderen als Belohnung dafür bei der Partnerwahl bevorzugt werden.

Die Forscher gehen davon aus, dass der Sex tatsächlich die Belohnung für den Schutz ist und nicht als Vorschuss gezahlt wird. Die Reihenfolge überraschte die Wissenschaftler, denn normalerweise sei es umgekehrt: zuerst der Sex, dann der Schutz.

Mit dem Wunsch nach guten Paarungsmöglichkeiten lasse sich auch das ungewöhnliche Verteidigungsverhalten der Winkerkrabben gegen Eindringlinge aus anderen Kolonien erklären. So bekämpfen die Winkerkrabben nur Angreifer, die kleiner sind als sie selbst - im anderen Fall würde die Belohnung das Risiko nicht aufwiegen.

DDP
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