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8. Februar 2006, 15:45 Uhr

Was würde geschehen, wenn ein superreicher Milliardär die Schulden der Bundesrepublik ablösen würde? Gehörte ihm dann Deutschland? (Rolf Matschinsky, Drölitz)

Thomas Luge aus Rudolstadt meint Nein: "Tilgt jemand die Schulden, kann er nur Anspruch erheben, wenn das vorher vereinbart wäre. Sonst könnte ich mir auch das schönste Anwesen auf dem Hypothekenhügel vor der Stadt aussuchen, die Finanzierung übernehmen und den stolzen Bauherren vor die Tür setzen."

Die Frage implitziert, dass jeder Gläubiger der Bundesrepublik gleichzeitig Anteilseigner sei, und diese Anteile zu veräussern seien wie zB Aktien. Das ist nicht der Fall, also kann eine "superreicher Milliardärin" gerne zig Fantastillionen Schulden für die Bundesrepublik tilgen, und kann sie trotzdem nicht erwerben. Was sollte sie auch damit wollen? Oder einfacher ausgedrückt: Wenn meine Schwester meine Schulden für mein Auto bezahlt, ist das zwar sehr nett von ihr, aber automatisch gehört ihr doch nicht mein Auto…

Andrea S. Braunschweig

primavera1(at)gmx.de

Wenn er Anteile kauft, dann wahrscheinlich fast.

Rüdiger, Berlin

Nö, nur die Schulden

Melzer, Salzgitter

Das würde nichts nutzen. Es kommt noch die Mehrwertsteuer drauf, und die Beamten im Bund und die Politiker hätten allen Grund ihm noch das doppelte abzunehmen und den Bürgern eine Reichensteuer zu verordnen

Odrozek Bottrop

Nein.

A

1(at)1.de

Er würde von seinen Verwanten (Erben) entmündigt werden.

Claus W. Osnabrück

Mephistos_(at)web.de

Da es sich wohl um eine gemeinnützige Spende handeln würde, könnte er die von seiner Steuer abziehen. Fraglich ist nur wie dann die Erstattung erfolgen soll.

A.Korell, Oerlinghausen

korell(at)craemer.de

Die Diäten,Bezüge, Pensionen,Weihnachtsgeld,Urlaubsgeld,Sitzungsgelder und alle öffentlichen und nicht öffentlichen Vorteile der Politiker,Abgeordneten und Beamten würden rückwirkend zum 01.01.2005 (!!!) verdreifacht werden. Der Milliardär würde den Verdienstorden am Bande bekommen und es würde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden ob er nicht vielleicht noch Steuerschulden hat.Bis zur Klärung würde wahrscheinlich der Rest seines Vermögens noch beschlagnahmt werden.

Hans-Jürgen Möschke, Heidelberg

JMoeschke(at)t-online.de

Nein, dann hätte er nur die unfähigen Politiker auf der Gehaltsliste.

Keyser Söze

hkcm(at)compuserve.de

Das wäre wohl kein gutes Investment. Die Eigenkapitalverzinsung liegt deutlich in negativen Bereich.

Johannes

Kempmann(at)sw-magdeburg.de

Bei der hohen Verschuldung Deutschlands (2178 Milliarden) könnten auch die 50! reichsten Familien der Welt nur etwa ein Drittel (737 Milliarden) der Schulden abtragen!!! Die Deutschen hätten also immer noch 66% Anteil am Staat.

Born, Berlin

Diesem Menschen gehörte sicherlich nicht Deutschland, aber er hätte natürlich eine indirekte Macht auf die Märkte. Begonnen muss mit der Frage: WEM schuldet Deutschland das ganze Geld überhaupt? Die Antwort lautet: dem Markt! Hier werden die von der Bundesbank plazierten Schuldverschreibungen wie Aktien gehandelt (Rentenmarkt). Ist die Nachfrage groß, sinken die Zinsen; ist sie klein steigen sie. Das Problem dabei ist, dass der Staat nicht bestimmen kann, wer sein Gläubiger ist. Das führt zu gewissen Abhängigkeitsverhältnissen. Als Ronald Reagan in den Achtzigern zum wirtschaftlichen Angriff auf Japan blies, wurde er sehr schnell kleinlaut, als Japan damit drohte alle amerikanischen Staatsanleihen, die es besaß und besitzt auf den Markt zu schmeißen. Hätte Tokyo seine Drohung wahr gemacht, wäre sicherlich eine Weltwirtschaftskrise ausgebrochen. Genau diese Macht hätte eine einzelne Person als Gläubiger auch.

David Hinkelstein, Singapur

un_resolution(at)yahoo.de

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