Mückenplage bleibt noch Wochen

18. Juni 2013, 16:40 Uhr

Nach den Fluten kommen die Mücken. An Oder, Elbe und Donau wird sich die Zahl der stechenden Plagegeister immens erhöhen, denn die überfluteten Gebiete werden bei Sonne und Wärme zu Mücken-Brutkästen.

Hochwasser, Mücken, Mückenplage, Gnitzen, Oder, Oderflut

In den Hochwassergebieten vermehren sich die Mücken derzeit stark. Das Klima ist ideal für die Plagegeister.©

Die aufkommende Mückenplage wird den Menschen in den vom Hochwasser betroffenen Regionen Deutschlands noch Wochen zu schaffen machen. "Erst zwei bis drei Wochen, nachdem die Überflutungsgebiete wieder trocken sind, wird dort auch die Zahl der Mücken langsam zurückgehen", sagte der Insektenexperte Prof. Burkhard Schricker von der Freien Universität Berlin.

"Derzeit ist das Wasser aber schön warm und nährstoffreich, so dass die Mückenweibchen massenhaft Eier ablegen, die sich schnell entwickeln", so der Biologe. Nach spätestens 14 Tagen schlüpfen neue Mücken, die sich wiederum prompt fortpflanzen - Vermehrung nach dem Schneeballprinzip. Hinzu komme: In den weitflächigen Überflutungsgebieten haben die Mückenlarven keinerlei Fressfeinde, wie etwa Libellen.

Neben den normalen Stechmücken, von denen es in Deutschland rund 50 Arten gibt, verbreiten sich derzeit auch die den Mücken ähnlichen Gnitzen, die normalerweise verstärkt an der Oder vorkommen. "Wegen eines Giftes in ihrem Speichel sind ihre Stiche wesentlich unangenehmer", sagt Schricker. Nach dem Abtrocknen der Überflutungsflächen werde jedoch auch das Gnitzen-Problem wieder zurückgehen.

Der Asiatischen Tigermücke wird es schnell zu kalt

Eine Gefahr für die Ausbreitung exotischer Stechinsekten - etwa der Asiatischen Tigermücke, die unter anderem das Dengue-Fieber überträgt - sieht Schricker durch das Hochwasser jedoch nicht gegeben. "Dazu braucht es länger anhaltende klimatische Veränderungen. Bisher überleben bei uns nur Einzeltiere ein bis zwei Generationen lang. Aber spätestens im Winter wird es ihnen zu kalt."

In einigen Gebieten Deutschlands, etwa am Oberrhein, versucht man, Mücken frühzeitig zu bekämpfen: In den bekannten Hochwassergebieten am Rhein wird in den Überschwemmungszonen eine Eiweißmischung per Hubschrauber oder vom Boden aus verspritzt.

Fressen die Mückenlarven dieses von einem Darmbakterium produzierte Eiweiß, sterben sie. "Für den großflächigen Einsatz in den aktuellen Überschwemmungsgebieten kommt dieses Mittel aber nicht in Betracht", sagt Biologe Schricker. Zum einen sei das Ausbringen sehr aufwendig, zum anderen sterben natürlich auch andere Insekten, die das Darmbakterium verzehrten.

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Donau Elbe Hochwasser Libellen Mücken Rhein
Wissen
Wissenstests
Wie gut ist Ihr Allgemeinwissen? Wie gut ist Ihr Allgemeinwissen? Kniffliges für Ihr Hirn: Quizzen Sie sich zum Allgemeinwissens-Champion! Mit diesen Fragen und Antworten sammeln Sie zudem genug Stoff für jeden Party-Smalltalk. Zu den Wissenstests
 
Extra
Lebensmittelunverträglichkeiten: Wenn Essen zur Qual wird Lebensmittelunverträglichkeiten Wenn Essen zur Qual wird
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Amos: Warum muß ein Blinder bei "Wetten dass" eine geschwärzte Brille tragen?

 

  von Amos: Seit heute steigen die Preise der DB, wenn ich per Kreditkarte oder Internet bezahle.

 

  von Bananabender: Der Mythos Megapixel

 

  von Amos: Warum müssen verunglückte Reitpferde immer eingeschläfert werden?

 

  von Amos: Haus mit 5 Wohneinheiten. Jetzt steht eine Wohnung längere Zeit leer. Wie verhält es sich dann mit...

 

  von Amos: Smartphones zu Weihnachten: Kaufentscheidung abhängig von der Fotoauflösung? Telefonieren wäre doch...

 

  von StechusKaktus: Wie kann die kalte Progression abgeschafft werden?

 

  von bh_roth: Gastherme versetzen

 

  von Bananabender: Drucker Patronen

 

  von bh_roth: Lichterführung bei speziellen LKW

 

  von Amos: Wenn ich einen Karton Sekt aus Bequemlichkeit im Kofferraum "vergesse": wie hoch ist die...

 

  von Musca: Vogelschwarm filmen

 

  von Amos: Da ich als Arzt nicht mehr tätig bin, habe ich meine Berufshaftplicht gekündigt.

 

  von Amos: Eine Fondsgesellschaft schickt mir am 2..12.2014 die Steuerbescheinigung für 2013. Obwohl ich meine...

 

  von Gast: Ist der Nahme "Haircouture" geschützt

 

  von Gast: ich habe eine rente in höhe von 760 ?,wie viel kann ich dazu beantragen?

 

  von Amos: Ich werde von der Telekom mit tollen Angeboten zu schnellerem Internetzugang bombardiert.

 

  von Amos: Obwohl schon oft gestellt: bei trockener Straße ohne Schnee darf ich doch mit Sommerreifen fahren....

 

  von Amos: Habe von Bio-Mineralwaser gelesen. Was ist das oder was soll das?

 

  von Gast: Ich trainiere ca. 5-6 mal pro Woche und habe einen Ruhepuls von 35 mit 15 Jahren, leider bekomme...