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27. Juli 2010, 12:38 Uhr

Überreste von Riesenratte ausgegraben

In Osttimor haben australische Archäologen die Überreste einer Riesenratte gefunden. Der Nager, der vor 1000 bis zu 2000 Jahren gelebt hat, war ein Schwergewicht: Bis zu sechs Kilogramm soll er gewogen haben.

Riesenratte, Archäologie, Osttimor, Schädelknochen

Verglichen mit dem Gebiss einer normalen Ratte (rechts) ist die obere Zahnreihe der ausgestorbenen Riesenratte deutlich größer

Die Überreste einer riesigen Ratte haben australische Archäologen bei Ausgrabungen in Osttimor gefunden. Der Nager, der die Größe eines kleinen Hundes hatte, soll bis zu sechs Kilogramm gewogen haben. Insgesamt seien bei den Forschungsarbeiten 13 verschiedene Nagetiere unterschieden worden, berichtete Ken Aplin von der australischen Wissenschaftsbehörde in einem Bericht für die Schrift "Bulletin of the American Museum of Natural History".

Die Ratten hätten vor 1000 bis 2000 Jahren gelebt und seien durch menschliche Landwirtschaft ausgerottet worden, sagte Aplin. "Die großangelegte Abholzung für landwirtschaftliche Nutzung führte wahrscheinlich zum Aussterben, das war nur durch die Einführung von Metallwerkzeugen möglich", erläuterte der Forscher.

Ratten sind für Ökosysteme wichtig

Die größten lebenden Ratten wurden bislang in Papua-Neuguinea und den Philippinen gesichtet, sie wiegen rund zwei Kilogramm. Aplin ist optimistisch, dass sich auch in den verbleibenden Wäldern von Osttimor noch unbekannte Arten verbergen. "Teile der Insel sind immer noch stark bewaldet, wer weiß, was es da draußen noch so gibt?"

Die Erhaltung von Nagetieren sei im Kampf für die Artenvielfalt besonders wichtig, betonte der Wissenschaftler. "Nager machen 40 Prozent der Säugetier-Arten weltweit aus und sind Schlüsselelemente in den Ökosystemen, sie sind wichtig bei der Erhaltung der Böden und der Verteilung von Samen."

AFP
 
 
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