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14. November 2007, 13:14 Uhr

Forschern gelingt Durchbruch beim Klonen

Es ist ein sensationeller Durchbruch: US-Forschern ist es erstmals gelungen, Affenembryos zu klonen, um so maßgeschneiderte embryonale Stammzellen zu gewinnen. Mit dem Erfolg bei Primaten rückt auch das therapeutische Klonen von Menschen wieder in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Debatte.

Zwei Rhesusaffen sitzen mit ihrem Nachwuchs auf einem Ast. US-Forschern ist es erstmals gelungen, die Embryonen der Affen zu klonen© B. Castelein/picture alliance

US-Forschern ist es erstmals gelungen, Affenembryos zu klonen, um maßgeschneiderte embryonale Stammzellen zu gewinnen. Über ihre Ergebnisse werden sie in der nächsten Ausgabe des Magazins "Nature" berichten. Doch wie "Nature" jetzt vorab bekannt gab, hätten Shoukhrat Mitalipov und seine Kollegen vom Nationalen Primaten Forschungs-Zentrum in Oregon eine Klon-Methode entwickelt, bei der sie 14 Rhesusaffenweibchen insgesamt 304 Eizellen entnommen haben. Bei diesen Eizellen entfernten sie jeweils den Zellkern und setzten stattdessen die Kerne von Hautzellen eines neun Jahre alten Affenmännchens ein.

Erst Dolly, jetzt die Affen

Beim Klonen geht es darum, einen genetisch identischen Nachkommen einer Pflanze, eines Tiers oder Menschen zu erschaffen. Der Begriff kommt aus dem Englischen und hat seinen Ursprung im griechischen Wort für "Sprössling" oder "Zweig". Bereits 1997 war es den Forschern um Ian Wilmut vom Roslin-Institut bei Edinburgh gelungen, das Klon-Schaf Dolly zu erschaffen. Obwohl danach noch von mehreren anderen Tierarten Embryonen erfolgreich geklont wurden, ist dies bei Primaten bis zum jetzigen Durchbruch noch nicht geglückt. Zudem sei es laut "Nature" bislang nur bei Mäusen gelungen, Köperzellen zu embryonale Stammzellen umzuprogrammieren.

Mit dem Durchbruch bei den Affen, unseren nächsten Verwandten, rückt auch das therapeutisch Klonen von Menschen erneut in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses. Mit ihrem Erfolg sei gezeigt worden, dass das Klonen bei Primaten, zu denen auch der Mensch zählt, grundsätzlich möglich ist, berichten die Wissenschaftler um Shoukhrat Mitalipov. Um diesen Aspekt wird es auch in der nächsten "Nature"-Ausgabe gehen. Neben einem Artikel, in dem die Wissenschaftler ihre Ergebnisse detailliert vorstellen, wird der geistige Vater von Klon-Schaff Dolly, Ian Wilmut, zusammen mit seiner Kollegin Jane Taylor das Potential für medizinische Zwecke diskutieren. "In unserer Eile, patienten-spezifische Zellen für therapeutische Zwecke zu nutzen, tendieren wir dazu, zu übersehen, dass sie auch von großer Bedeutung für die Grundlagen- und Medikamentenforschung sind.", sagten die Beiden im Vorfeld.

Embryonale Stammzellen können sich unentwegt teilen und bilden alle Gewebearten des Körpers. Sie gelten daher als vielversprechendes Ersatzmaterial für schwer kranke Patienten. In Deutschland sind die Vorschriften für die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen jedoch sehr strikt. Am 1. Juli 2002 trat das "Gesetz zur Sicherstellung des Embryonenschutzes im Zusammenhang mit Einfuhr und Verwendung menschlicher embryonaler Stammzellen" in Kraft. Beides ist nur für hochrangige Forschungsziele erlaubt, und dann auch nur, wenn Stammzellen verwendet werden, die vor dem 1. Januar 2002 gewonnen wurden. Forscher, die sich nicht an diese Auflagen halten, machen sich strafbar. Das Gesetz ist nicht unumstritten, denn viele deutsche Stammzellenforscher gehen gerade aufgrund der strengen Regelungen ins Ausland, um dort forschen zu können.

Britische Forscher sind begeistert

In England berichtete unter anderem bereits die Zeitung "The Independent" über den Erfolg der US-Wissenschaftler. Mit ihrem Bericht löste die Zeitung Begeisterung unter den Stammzellen-Forschern aus. Professor Don Wolf, der das Labor des Nationalen Primaten Forschungs-Zentrum in Oregon bis zu seinem Renteneintritt vor kurzem leitete, sagte: "Der Fokus wird nun auf dem therapeutischen Klonen liegen und darauf Primaten als Denkmuster für das therapeutische Klonen zu nutzen, um so herauszufinden was klinisch möglich ist."

Auch andere Experten reagierten begeistert auf den Durchbruch. Sir John Gurdon von der Universität Cambridge, dem es als ersten überhaupt gelungen war, mit einer Kaulquappe ein Tier zu klonen, sprach von einer "fantastischen Arbeit". Robin Lovell-Badge, Stammzellenforscher am "National Institute for Medical Research", sagte: "Obwohl diese Arbeit bis auf ein paar Vorab-Informationen noch nicht veröffentlicht wurde, ist sie offensichtlich bedeutungsvoll, weil bislang die Sorge bestand, dass Primaten sich als zu schwierig in Sachen Klonen herausstellen könnten."

Britta Hesener
 
 
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