. .
Natur und Umwelt
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
9. Juni 2008, 10:57 Uhr

Wenn Bello zum Therapeuten muss

Sie leiden bei einer Trennung, fühlen sich verstoßen oder wollen einfach mal protestieren: Auch Tiere nehmen mitunter ungewöhnliche Verhaltensweisen an. Dann sind Therapeuten gefragt. Die schulen auch das Herrchen, denn der ist meist Schuld an der Misere. Von Sylvie-Sophie Schindler

Auch Hunde können trauern, etwa wenn das Herrchen stirbt. Therapeuten sollen dann helfen© Picture-Alliance/DPA

Sie weinte sich die Augen aus: Nach dreieinhalb gemeinsamen Jahren hatte Thorsten sie verlassen und Anja Kurz fühlte sich, wie sie erzählt, "als wäre innerlich alles in mir abgeblüht." Eine Veränderung, die wohl auch Hauskatze Cadisha nicht gefiel. Sonst ein sanftes Schmusewesen, lief sie plötzlich fauchend und knurrend durch die Wohnung. Um Thorstens ehemaliges Arbeitszimmer machte sie einen großen Bogen, und wenn Anja sie streicheln wollte, entwischte Cadisha ihr blitzschnell. Inzwischen sind acht Monate vergangen, Berlin ist eine große Stadt und Anja frisch verliebt. Auch Cadisha fühlt sich wieder rundherum wohl. Dank einer Therapie durch einen Facharzt für Tiermedizin ist das weiß-schwarze Kätzchen wieder, wie Anja sagt, "das alte Kuschelknäuel".

Dass deutsche Haustierbesitzer ihre Tiere zum Therapeuten bringen, ist längst keine Seltenheit mehr. Das geliebte Fellwesen muss sich natürlich nicht gleich auf die Couch legen. Was Haustierbesitzer oft suchen ist einfach ein Rat, weil sie alleine nicht mehr weiter wissen. "Die häufigsten Anfragen kommen wegen aggressiven oder ängstlichen Verhaltens des Haustieres", sagt Michaela Schneider, Fachtierärztin für Verhaltenskunde am Münchner Institut für Tierschutz, Verhaltenskunde und Tierhygiene. Doch nicht immer müssen sofort die Alarmglocken schrillen. "Die meisten als 'psychische Störungen' eingestuften Verhaltensweisen von unseren Haustieren sind keine Störungen, sondern Normalverhalten, welches aber vom Besitzer unerwünscht ist", sagt Michaela Schneider.

Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter

Es sei eine der wichtigsten Aufgaben von Therapeuten, unerwünschtes Verhalten von "gestörtem" Verhalten zu unterscheiden und dem Besitzer das zu erklären. Wer sich beispielsweise einen sehr bewegungsfreudigen Hund zulege, etwa einen Golden Retriever, ihn aber nicht ausreichend beschäftige, der dürfe sich nicht wundern, wenn sich das Tier selbst eine Beschäftigung suche: "Den Charakter des Tieres muss man einfach kennen."

Nur bei jedem fünften bis zehnten Hund, der verhaltensauffällig ist, hat das organische Ursachen. "Fehlverhalten der Tiere werden meistens durch den Menschen verursacht", sagt Michaela Schneider. Denn Tiere gucken sich Verhaltensweisen von ihrem Herrchen ab. Zudem holen sich viele Menschen unüberlegt einen Hund aus dem Tierheim und bringen ihn kurzerhand zurück, wenn es ihnen zu viel wird: "So etwas bleibt nicht ohne Spuren." Ein großes Problem seien auch die zunehmenden Ost-Importe von Tieren, bei denen Welpen zu früh von der Mutter getrennt und dadurch in ihrer Entwicklung gestört würden - oder Hunde die in den ersten Monaten im Zwinger gehalten worden sind. "Mit normalen Umweltreizen wie Autolärm, Telefonklingeln oder Staubsaugergeräuschen sind solche Tiere völlig überfordert", sagt die Münchner Tierärztin. In den ersten Lebensmonaten werden die Weichen gestellt: "Schwierige" Hunde etwa seien nicht selten durch falsche Hände gegangen und unter einer schwachen Führung aufgewachsen, so Schneider.

  zurück
1 2
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Verhaltensforschung Hund erkennt Hundefoto

Über die Intelligenz und Aufmerksamkeit ihres Haustieres geraten Hundebesitzer mitunter richtig ins Schwärmen. Eine aktuelle Untersuchung liefert nun Stoff für neue Lobeshymnen. Laut Studie können Hunde nämlich die Motive von Farbfotografien korrekt einordnen. mehr...

Psychotherapie Reif für die Couch?

Warum gerate ich immer an den falschen Partner? Stehe ständig unter Druck? Und: Sind das schon Gründe, zu einem Psychotherapeuten zu gehen? stern.de erklärt, was es mit einer Therapie überhaupt auf sich hat, wie man sich dafür oder dagegen entscheidet - und einen guten Therapeuten findet. mehr...

Haustiere Erkenn das Katzenklo

Auch Haustiere gehen mit dem Zeitgeist. Oder werden von Herrchen und Frauchen dazu verdonnert. Nur der Verwendungszweck vieler Artikel, die es für Haustiere zu kaufen gibt, erschließt sich nicht immer auf den ersten Blick. Schauen und raten Sie mit. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch