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8. September 2008, 16:22 Uhr
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"Sie werden die Welt zerstören"

Selten hat ein Experiment für so viel Wirbel gesorgt: Einige Wissenschaftler warnen, dass der neue Teilchenbeschleuniger LHC am Cern in Genf die gesamte Erde vernichten wird. Die Cern-Physiker werden jetzt mit verzweifelten Mails bombardiert, ein Nobelpreisträger erhielt eine Todesdrohung.

Am 10. September beginnen die Experimente am LHC© Martial Trezzini, Keystone/AP

Am 10. September startet das komplexeste physikalische Experiment der Welt: In einem 27 Kilometer langen Tunnel - mehr als 100 Meter unter der Erde - werden physikalische Teilchen unterhalb der Größe eines Atoms auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, damit sie kollidieren. Die Temperatur im "Large Hadron Collider" (Großer Hadronen-Speicherring, LHC) beträgt dabei minus 271 Grad Celsius. Ziel ist es, die Geheimnisse der Materie zu ergründen.

Doch einige Forscher warnen vor den Risiken dieser Experimente - allen voran Chaosforscher Otto E. Rössler. Er sieht die Gefahr, dass winzige Schwarze Löcher, die bei den Versuchen entstehen können, die Erde in naher Zukunft zerfressen. Die Forscher des Cern weisen dies zurück. Auch wenn im LHC ab Mittwoch Schwarze Löcher erzeugt werden könnten, würden diese "mikroskopisch" klein sein und sich praktisch sofort wieder auflösen, schreiben Cern-Physiker in einer aktuellen Studie im Fachblatt des Londoner Instituts für Physik. Die Energie reiche demnach nicht aus, um die Schwarzen Löcher wie im All zu hungrigen Monstern werden zu lassen, die alles um sich herum verschlingen. Auch die Befürchtung, so genannte "Seltsame Materie" könne die Erde zu einem undefinierbaren Klumpen machen, sei unbegründet.

Doch diese Argumente überzeugen nicht jeden. Täglich, so berichtet Cern-Pressesprecher James Gillies im britischen "Daily Telegraph", bekomme er verzweifelte Anrufe und Emails. "Bitte sagen sie mir, dass meine Kinder in Sicherheit sind", zitiert Gillies einen Anrufer. Oder: "Sie sind böse und gefährlich und werden die Welt vernichten." Nobelpreisträger Frank Wilczek erhielt nach Aussage eines britischen Kollegen sogar Todesdrohungen.

Zudem versuchten Gegner des Experiments, den LHC-Start in letzter Minute durch eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu stoppen. Die Straßburger Richter verwarfen die Beschwerde jedoch am 29. August.

Zusammenstoß von zwei Mücken

"Jede Kollision eines Protonenpaars im LHC wird so viel Energie freisetzen, wie beim Zusammenstoß von zwei Mücken entsteht", schreiben die Cern-Experten. Folglich würden die im LHC erzeugten Schwarzen Löcher deutlich kleiner sein, als diejenigen, die aus dem Weltall bekannt seien.

Letztlich fänden Ereignisse wie in dem Teilchenbeschleuniger ständig auf der Erde statt, wenn diese auf ihrem Weg durch den Weltraum auf hochenergetische kosmische Strahlung stoße, hieß es in der Studie. "Die Natur hat bereits die Entsprechung von hunderttausend LHC-Testprogrammen auf der Erde durchgeführt und der Planet ist noch immer da."

AFP/bub
KOMMENTARE (10 von 55)
 
KunibertHurtig (10.09.2008, 11:38 Uhr)
@Forummoderator
Sie haben ein Problem mit ihrer Software: es werden 51 Kommentare beim Aufruf oben angegeben. Wählt man die letzte Seite (in diesem falle 6) kommt die Anzeige: 53/52 Kommentare. Das irritiert. Gruß
Kuni
KunibertHurtig (10.09.2008, 11:32 Uhr)
@ marihuhna
„…und jetzt DAS SCHWARZE LOCH IN DER SCHWEIZ“
Mein lieber Freund im Joint … krümeln Sie sich eine Tröte, dann tief inhallieren und in die geistige Dunkelheit versinken, das schafft Ruhe und Gelassenheit meint …
Kuni
KunibertHurtig (10.09.2008, 11:28 Uhr)
@ S-achte
Zitat: "Also wozu brauchen wir noch neue Erkennstnisse dieser Art? Wir bauen eh nur wieder Scheiß damit ..."
Meine Empfehlung: alles vergessen, einen Fauskeil greifen, Fell umhängen und dann ab in die Savanne meint ...
Kuni
KunibertHurtig (10.09.2008, 11:22 Uhr)
@terrax
Geisteskranke entpuppen sich hier per Kommentar, Terrax, sonst nichts meint …
Kuni
eribel (09.09.2008, 20:17 Uhr)
Trotz allem....
...wissenschaftlichen Fortschritt sind wir nicht imstande allen Menschen auf der Erde genug Essen zum Leben zu verschaffen oder die Natur zu respektieren und zu schützen oder etwa in Frieden mit allen unseren Mitmenschen zu leben oder alle Kriege für auch nur 24 Stunden zu stoppen....solange wir dazu nicht in der Lage sind was kümmert uns da die verdammte Teilchenbeschleunigung....wieviel Menschen könnte man mit diesem Geld helfen ...wie viel Kinder könnte man vor dem Verhungern bewahren...warum kann die Wissenschaft sich nicht um die Lösung dieser Probleme konzentrieren??
ohne_Placebo (09.09.2008, 20:15 Uhr)
Hehe
Ich glaub nicht das wir die Erde mit CERN zerstören. Aber falls doch: Leute seit Stolz auf euch!!! Soweit muss man es in der Evolution erst einmal bringen ;-)
Facti (09.09.2008, 15:11 Uhr)
Negativ, positiv oder na ja
Contergan hat's gehiessen sei harmlos, die Folgen leben noch heute. Wenn's nicht harmlos ist, dann war's das; oder
die Tür durch die Dimensionen öffnet sich sich und der wartende (friedliche) Alien stöhnt "Braucht's immer so lang?", oder
ein Zeitloop wäre auch nicht schlecht, jedern Tag was tun und am nächsten Tag ist es ad Acta. Willkommen zum Murmeltiertag. Wird auf die Dauer aber auch öde.
endbenutzer (09.09.2008, 10:41 Uhr)
Ist ja beruhigend..
...dass sich hier so viele hochqualifizierte Fachleute tummeln, die offenbar alle einen Dr. in Physik haben. Sacht Mal: Habt ihr nichts besseres zu tun, als hier zu posten? Husch Husch ins Labor mit Euch!
nightmare_online (09.09.2008, 09:45 Uhr)
@idontkehr
Mancher befindet sich bezüglich Technikgläubigkeit immer noch im 18.Jahrhundert. Oder aber lebt nach dem Nina-Ruge-Motto "Alles wird gut". Dabei schaden Kenntnisse zum Thema nur.
IchBitteSie (08.09.2008, 23:44 Uhr)
Wofür braucht man das???
Als damals nach dem Spin der Elektronen geforscht wurde hat sich auch jeder gefragt: Wöfür braucht man das??? Haben wir nicht größere Probleme?
Und siehe da, der Elektronen Spin ist eine wichtige Eigenschaft die heute genutzt wird und für die Funktionsweise von Festplatten essentiell ist.
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