20. August 2008, 14:19 Uhr

Uhus kommunizieren über Exkremente

Dass Hunde ihr Revier markieren, indem sie regelmäßig das Bein heben und urinieren, ist bekannt. Sie sind nicht die einzigen Tiere, die mithilfe ihrer Ausscheidungen kommunizieren: Wie spanische Forscher berichten, teilen Uhus ihren Artgenossen einiges durch das Platzieren von Exkrementen mit.

Vier Wochen alt ist dieser Uhu im Wildpark Eekholt©

Eulen senden mit Hilfe ihrer Ausscheidungen Botschaften an ihre Artgenossen, wie spanische Wissenschaftler beobachtet haben. Indem die Vögel ihre Exkremente und Federn von Beutetieren gezielt rund um ihr Nest platzieren, informieren sie andere Eulen darüber, ob sie gerade brüten oder auf Partnersuche sind, und stecken zudem ihr Territorium ab. Bisher hatten Forscher angenommen, dass Nachtvögel wie Eulen hauptsächlich über Laute und nicht über visuelle Signale kommunizieren. Über ihre Beobachtungen an Uhus, der größten europäischen Eulenart, berichten Vincenzo Penteriani und Maria del Mar Delgado von der Estación Biológica de Doñana im Fachmagazin "Plos one".

Vor und während der Brutzeit hinterlassen Uhus im Gegensatz zu nicht brütenden Artgenossen große Mengen an gut sichtbaren, weißen Exkrementen und Beutefedern in der Nähe ihrer Nester, entdeckten die Wissenschaftler. Die Forscher haben einige Gründe zu der Annahme, dass es sich hierbei um territoriale Grenzmarkierungen handelt und die Markierungen auch als Zeichen für den Reproduktionszustand dienen: So sollten die Exkremente, wenn sie nicht als Signale dienen, zufällig im Territorium und über das ganze Jahr verteilt vorkommen. Die Federn von Beutetieren sollten eher in den Jagdgebieten der Raubvögel zu finden sein, wo diese ihre Beute meist auch fressen. Außerdem platzieren Uhus ihre weißen Fäkalien auf dunkle Untergründe, wodurch sie noch besser sichtbar sind.

Die Uhus erneuerten die Grenzmarken

Als die Wissenschaftler die Exkrementmarkierungen in einer Nacht mit dunkler Farbe übersprühten, waren sie erstaunt, dass die Uhus in der nächsten Nacht ihre Markierungen nicht nur in der Nähe, sondern direkt auf den alten Grenzmarken erneuerten. Das alles deute darauf hin, dass es sich dabei um ein gezieltes Verhalten handele, erklären die Forscher.

Viele Tiere markieren ihre Territorien, um Artgenossen fernzuhalten. Manche Säugetiere benutzten dazu ihre Fäkalien. Dieses Verhalten jedoch auch bei Vögeln anzutreffen, hat die Forscher überrascht, obwohl es energetisch sinnvoll erscheint - ständiges Rufen sei einfach aufwendiger als das einmalige Setzen der Fäkalienmarkierung. Dennoch sind die Wissenschaftler vorsichtig: Ihre Hypothese müsse erst noch durch weitere Experimente und Verhaltensbeobachtungen bestätigt werden.

DDP
 
 
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KOMMENTARE (2 von 2)
 
schlotti (21.08.2008, 00:26 Uhr)
@manesse
Ich fürchte, Ihre an sich berechtigte Hoffnung kommt etwas zu spät.
Die Uhus sind ja geradezu harmlos!
Sie haben wohl noch nichts vom Dschungelcamp gehört?!
MfG,
Schlotti
manesse (20.08.2008, 16:41 Uhr)
Man kann nur hoffen,
dass sich nicht menschliche Zeitgenossen vom Verhalten der Uhus inspirieren lassen .....
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