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11. September 2008, 09:38 Uhr

Massiver Vulkan-Ausbruch droht

Die Magmakammer des Vesuv wandert nach oben. Geologen befürchten daher, dass ein verheerender Ausbruch des Vulkans bevorsteht. Der Vesuv zerstörte im Jahr 79 nach Christus die römische Stadt Pompeji. Falls er heutzutage ausbricht, bringt er 700.000 Menschen in Gefahr.

Das letzte Mal brach der Vesuv im Jahr 1944 aus© Keystone/Getty Images

Die Geologen fordern dringend eine genauere Untersuchung des in der Nähe von Neapel gelegenen Vulkans. Es sei "von höchster Wichtigkeit", das Magma, das sich in acht bis neun Kilometer Tiefe befinde, zu analysieren, schreiben sie im Wissenschaftsmagazin "Nature". "Wenn es dem ähnelt, das die Eruption von Pompeji erzeugt hat, kann man in Zukunft von einer äußerst explosiven und folglich gefährlichen Eruption ausgehen."

Sorge bereiten den Wissenschaftlern neue Messungen der Magmakammer unter dem Vulkan. Sie hat sich in den vergangenen 20.000 Jahren vermutlich um bis zu elf Kilometer nach oben bewegt. Bisher hatten Forscher angenommen, das flüssige Magma befinde sich in gleichbleibender Tiefe unter dem Vulkan.

Wenn das Magma dagegen in seiner Zusammensetzung eher basaltartig sei, würde ein Ausbruch "deutlich weniger schwere Schäden hervorrufen", erklärte Mitautor Bruno Scaillet, Forscher am Institut für Geowissenschaften im französischen Orléans. Dann werde es wie bei der letzten Eruption im Jahr 1944 eher bei langsamen Lavaströmen bleiben.

Dass der Vulkan seit 64 Jahren nicht mehr ausgebrochen sei, könne zwei Erklärungen haben: Dass die Magmakammern unter dem Vulkan keinen Nachschub mehr bekämen oder dass der Weg nach oben versperrt sei. Im zweiten Fall könne sich ein enormer Druck in dem Vulkan aufbauen. Eine Explosion wie zu Zeiten der Römer sei dann nicht auszuschließen. Pompeji war am 24. August 79 mit 12.000 bis 15.000 Einwohnern völlig verschüttet worden. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt wiederentdeckt und ist eine der am besten erhaltenen antiken Stadtruinen. Die Ausgrabungsstätte gehört heute zum Unesco-Weltkulturerbe.

AFP
 
 
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