7. Juli 2007, 13:18 Uhr

1000 Tiere getötet

Im thüringischen Landkreis Saalfeld/Rudolstadt wird seit Freitagabend Geflügel gekeult - 1000 Tiere sind bereits getötet worden. Anlass ist der neuerliche Ausbruch der Vogelgrippe. Der Pharma-Manager Humer warnt, das Virus könne jederzeit auf den Menschen überspringen.

In blauen Mülltüten wird das gekeulte Geflügel im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt abtransportiert©

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe im thüringischen Wickersdorf sind rund 1000 Nutztiere getötet worden. Dem thüringischen Gesundheitsministerium zufolge hatte die Keulung am Freitagabend gegen 21.00 Uhr begonnen. Da viele Kleintierhalter ihre Bestände nicht angemeldet hatten, mussten Ortskundige von Haus zu Haus gehen, um Geflügel zu finden und zu töten.

Am Freitag hatte das Friedrich-Loeffler-Institut das hochgefährlichen Virus vom Subtyp H5N1 bei einer Hausgans im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt festgestellt. Daraufhin wurde ein Sperrbezirk im Radius von drei Kilometern errichtet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind in Thüringen viereinhalb bis fünf Millionen Geflügel amtlich gemeldet. Die tatsächliche Anzahl dürfte aber wesentlich höher sein. Da der Keim der gefährlichen Erkrankung über Exkremente verbreitet wird und 21 Tage ohne Wirt überleben kann, soll die Sperrzeit drei Wochen dauern.

Japanische Studie zu Tamiflu

Der Chef des Pharmakonzerns Roche, Franz Humer, rechnet fest mit dem Ausbruch einer Vogelgrippe-Pandemie beim Menschen. "Das Virus kann jederzeit überspringen", sagte Humer der "Wirtschaftswoche". "Es ist überhaupt nicht die Frage, ob es eine weltweite Pandemie gibt. Es ist nur die Frage, wann sie kommt." Gleichzeitig bestritt Humer, dass das Grippemittel Tamiflu den Geisteszustand von Patienten beeinträchtigen könnte. Das hatte eine Studie des japanischen Gesundheitsministeriums nahegelegt. Medienberichten zufolge hat Mehrheit der 128 Tamiflu-Probanden während des Tests von einem Drang berichtet, sich von Gebäuden zu stürzen - oder auch von einem überwältigenden Bedürfnis zu hüpfen.

AP
 
 
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KOMMENTARE (2 von 2)
 
wilfriedsoddemann (09.07.2007, 07:48 Uhr)
H5N1 Vogelgrippe durch Trinkwasser übertragbar
Risikobewertungen von BfR/FLI und UBA sind grundlegend falsch
Das lebensgefährliche H5N1 Vogelgrippe-Virus wird auch in Deutschland auf die Menschen via Trinkwasser übertragen werden, wie bei den Vögeln. Jüngste Forschungsergebnisse müssen beunruhigen: Bisher musste das Virus die Bronchien und die Lunge der Menschen erreichen, um anzustecken. Jetzt infiziert es in Indonesien auch die oberen Atemwege (Schleimhäute des Rachens beim Trinken, Schleimhäute der Nase und vmtl. auch die Bindehaut der Augen sowie die Ohrtrommelfellmembran z.B. beim Duschen). In drei Fällen (Vietnam, Thailand) waren Magen und Darm durch das H5N1-Virus befallen, nicht jedoch die Bronchien und die Lunge. Das Virus muss also oral aufgenommen worden sein, z.B. beim Trinken von kontaminiertem Wasser.
Die Vireneliminationsleistung der Trinkwasseraufbereitungsanlagen in Deutschland erfüllt regelmäßig nicht die Anforderungen der WHO und der USA. Die Flockung und Filtration von Oberflächenwasser erreicht eine Virenelimination von maximal 99,5%, die WHO fordert 99,9999% bis 99,999999%. Die Belüftung und Schnellfiltration von Grundwasser zur Enteisenung und Entmanganung bringt keine Virenelimination. Die USA verlangen 99,99%. Herkömmliche Desinfektionsverfahren wie die Chlorung bringen wenig, weil Viruspartikel chlortolerant sind und im Rohwasser nicht einzeln, sondern verklumpt vorkommen und deshalb vom Chlor nicht erreicht werden können.
Kontakt: soddemann-aachen@t-online.de
Vikar (07.07.2007, 16:25 Uhr)
Ja, und das hierzulande
Verstehen tun wir´s ja net, da geben wir milliarden aus um uns gegen sowas zu schuetzen, und was passiert, gerade bei uns haben wir´s dann. Schon komisch.
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