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10. Mai 2009, 09:19 Uhr

Klimawandel bedroht Eismeergarnelen

Aus dem Lebensmittelhandel kennt man sie als Grönland-Shrimps. Doch die Eismeergarnele ist nicht nur durch die Fischerei bedroht. Der Klimawandel könnte dazu führen, dass das Timing der Tierchen bei der Fortpflanzung nicht mehr stimmt.

Klimawandel, Eismeergarnelen, Shrimps

Eismeergarnelen reagieren empfindlich auf Temperaturveränderungen© Robert Semple

Durch den Klimawandel bedingte höhere Wassertemperaturen könnten Eismeergarnelen besonders schaden. Denn die Meerestiere stimmen den Zeitpunkt ihrer Eiablage nicht auf das vorhandene Nahrungsangebot ab, sondern auf die Temperatur, wie eine internationale Forschergruppe um Peter Koeller vom Bedford Institute of Oceanography in Dartmouth, Kanada im Fachjournal "Science" berichtet.

Die Tiefseegarnelen der Art Pandalus borealis schlüpfen beinahe zeitgleich mit der Frühlingsalgenblüte in ihrem Lebensraum. Der Abstand zwischen dem Beginn der Algenblüte und dem Schlüpfen beträgt längstens eine Woche. Das gewährleistet den neugeborenen Garnelen ein reiches Nahrungsangebot, erläutern Koeller und seine Kollegen. Allerdings ist es nicht die Algenblüte selbst, die das Schlüpfen auslöst, sondern die Wassertemperatur am Meeresboden, berichten die Forscher.

Im Laufe der Evolution hat sich die Temperaturempfindlichkeit der Garnelen auf den regionalen Zeitpunkt der Algenblüte eingependelt, obwohl die Bodenwassertemperaturen selbst wenig Einfluss auf den Beginn der Algenblüte haben. Diese ausgefeilte Strategie hat allerdings einen Nachteil: Sie macht die Garnelen anfällig für jährliche Schwankungen der Wassertemperaturen. Schlüpfen die jungen Garnelen, wenn die Algen noch nicht blühen, gibt es möglicherweise zu wenig Nahrung für sie. Der globale Wandel könnte verstärkt zu Schwankungen der Temperatur oder der Algenblüte führen, erläutern Koeller und seine Kollegen, und die Garnelenbestände dadurch gefährden.

Eismeergarnelen stellen etwa 70 Prozent der jährlichen Garnelenernte in den kalten Gewässern der Erde, die sich auf immerhin 500.000 Tonnen beläuft, erläutert Charles Greene in einem begleitenden Artikel. Die vorliegenden Ergebnisse sind daher bedeutsam für die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen des Klimawandels, betonen Koeller und seine Kollegen. Um die möglichen Auswirkungen genau zu verstehen, bedürfe es allerdings ausführlicher weiterer Untersuchungen.

DPA
 
 
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