26. Februar 2009, 12:05 Uhr

Neun Kilo Beifang für ein Kilo Krabben

Die Krabbenfischerei in der Nordsee zerstört nach einer Studie der Umweltstiftung WWF weiterhin massiv die Meeresumwelt. Obwohl es schonendere Fischereimethoden längst gibt. Mit bis zu 90 Millionen Euro im Jahr ist der Krabbenfang eine der umsatzstärksten Fischereien.

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Auch zu junge Krabben verfangen sich in den Netzen und machen der WWF-Studie zufolge bis zu zwei Drittel des unerwünschten Fanges aus©

Die zum großen Teil toten Tiere würden danach wieder über Bord geworfen. Bessere Netze, die Schließung von Fangplätzen mit viel Beifang und eine Verkleinerung der Kutterflotte könnten laut der jetzt veröffentlichten Studie "Nicht nur Krabben im Netz" die Schäden deutlich verringern, sagte der Leiter des WWF-Wattenmeerbüros in Husum, Hans-Ulrich Rösner. "Die enorme Verschwendung in der Krabbenfischerei ist unnötig und kostet viel Geld. Dabei liegen die Lösungen auf dem Tisch."

Als besonders schädlich bezeichnet der WWF die Krabbenfischerei mit sogenannten Baumkurren-Netzen, die über den Meeresboden geschleppt werden. In den engen Maschen verfangen sich fast alle Tiere, die hineingeraten. Für ein Kilogramm Krabben aus der Nordsee landeten bis zu neun Kilogramm Beifang in den Netzen der Kutter. Neben zu jungen Krabben, die der Studie zufolge bis zu zwei Drittel des unerwünschten Fanges ausmachen, würden junge Schollen, Seezungen, Wittlinge und Kabeljaue getötet. Der Schaden für andere Fischereien betrage bis zu 26 Millionen Euro im Jahr.

Die Krabbenfischerei ist nach WWF-Angaben eine der umsatzstärksten Fischereien in der Nordsee. Sie erwirtschaftet jedes Jahr 70 bis 90 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren hätten die Unternehmer Rekordmengen von bis zu 38.000 Tonnen gefangen. Der größte Teil entfalle auf die Niederlande und Deutschland, die sich etwa 85 Prozent des Marktes teilten.

Wirkungsvoll wäre nach Überzeugung der Umweltschützer die Sperrung von besonders sensiblen Bereichen des Meeres für die Krabbenfischer. "Wir dürfen nicht die Kinderstuben der Nordsee-Fische plündern", forderte Rösner. Dänemark habe das bereits vor Jahren umgesetzt und die Krabbenfischerei im inneren Wattenmeer untersagt. Der Fang der Schalentiere soll sich nach Meinung der Experten auf den Bereich außerhalb des Wattenmeers in der Zwölf-Seemeilen-Zone beschränken.

Auch müssten Netze eingesetzt werden, die Fischen eine Fluchtmöglichkeit erlauben - wie sie von der EU vorgeschrieben seien. "Ausgerechnet in der beifangreichsten Zeit im Sommer dürfen heimische Fischer Netze ohne diese Fluchtfenster einsetzen", kritisierte Rösner. Solche Ausnahmen müssten beendet werden. Die Politik müsse den Fischern klare Vorgaben machen und zugleich den Umbau der Fischerei finanziell fördern.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Sachlich (26.02.2009, 14:31 Uhr)
Die einzige Lösung
ist es Vegetarier zu werden.
In 50 Jahren sind die Meere laut Prognosen leer gefischt. Der WWF versucht, das Problem zu lösen, indem nur noch bestimmte Fangmethoden angewendet oder in bestimmten Gebieten gefischt werden soll, aber hierdurch wird sich das Problem nur verschieben, denn in kurzer Zeit werden genau diese Gebiete, Krabben oder Fische vom Aussterben bedroht sein. Aquakultur ist auch keine Lösung, denn für die Produktion von 1kg Zuchtfisch werden 4-20 kg Wildfisch benötigt.
Die einzig mögliche Rettung unserer Meere besteht darin, keine Meerestiere mehr auszubeuten, denn hierdurch werden Milliarden Individuen (100 Millionen Tonnen Fisch ) jedes Jahr vor dem grausamen Tod bewahrt, und die Meere bleiben voller Lebewesen.
Omega 3 Fettsäuren findet man auch in Pflanzenölen und so
vermeidet man auch den Konsum gefährlicher Substanzen wie Quecksilber, Blei und anderer Chemikalien. Infos hierüber gibts auf www.Peta.de
Wiebitte20081 (26.02.2009, 14:20 Uhr)
???
Genau so.Der Verbraucher hat die Macht.Wo kein Bedarf da auch kein Raubbau.Wenns so einfach wäre.Aber da sieht man wieder wie gnadenlos seit Jahrzehnten auch diese so romatisch anmutenden Krabbenfischer eiskalt d. Natur ausbeuten.Keine Rücksicht a. irgendwas.Wenns dann mal zu Ende ist mit dieser sinnlosen Raubfischerei brüllen diese Typen noch nach Subventionen.aber nur der kunde kanns steuern.Und da hakts.einfach b. nächsten Einkauf drauf achten.Es gibt keinen schonenden Fischfang.Das ist ein brutales Geschäft gegen die Natur.Letztendlich auch gegen sich selbst.aber was interessiert es die wenn man ihnen die Ware aus der Hand reisst.
JackSparrow (26.02.2009, 13:54 Uhr)
würden...
würden die menschen öfter von ihrer macht als verbraucher gebrauch machen, gäb es sowas nicht. einfach nicht mehr kaufen denn müll!
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