Um sich wie Felix Baumgartner in 39 Kilometern Höhe in Richtung Erde zu stürzen und die Schallmauer zu durchbrechen, braucht es neben Mut und Training viel Technik. Von Ralf Sander
Felix Baumgartners Biografie liest sich wie die eines Mannes, der sich für unverwundbar hält. "Ich mag das Abenteuer. Aber ich bin keiner, der den Kick sucht", sagte er vor zweieinhalb Jahren der Deutschen Presse-Agentur. Damals stellte er in New York das Projekt vor, das jetzt Wirklichkeit geworden ist: Das Durchbrechen der Schallmauer im freien Fall, ohne jedes Fluggerät.
Allerdings wurde das Projekt durch das Wetter behindert und mehrfach verschoben. Erst am Sonntagmorgen verlief endlich alles nach Plan.
Der Salzburger lernte beim Bundesheer, wie man komplizierte Absprünge macht. Doch was danach kam, wird in keiner Armee der Welt trainiert: Er sprang von der Christusstatue in Rio de Janeiro und vom Petronas Twin Tower in Kuala Lumpur - jeweils der niedrigste und der höchste der sogenannten Base-Jumps. (Mehr über Baumgartners bisherige Aktionen finden Sie in "Ein Leben im freien Fall"). So wahnwitzig seine Sprünge - oder auch die Überquerung des Ärmelkanals mit Carbonflügeln auf dem Rücken - auch erscheinen mögen: Baumgartner gilt als jemand der höchsten Wert auf Sicherheit legt. Das Risiko soll berechenbar bleiben.
Der Sprung aus 39 Kilometern Höhe war extrem gefährlich. "Da ist durchaus auch Furcht, wie vor jedem Absprung", hatte Baumgartner zuvor gesagt. "Aber Springen ist mein Leben und von diesem, genau diesem Sprung habe ich mein Leben lang geträumt. Die Furcht ist deshalb kein Hindernis, sie sorgt nur dafür, dass wir es richtig machen." Um es richtig zu machen, benötigte Baumgartner nicht nur Mut und Training, sondern auch jede Menge High-Tech.