"24p", "Perfect Pixel", HDMI oder DVI? Die Schlagworte sind verwirrend, die Werbesprüche verlockend. Der stern gibt zehn Tipps, worauf Sie beim Kauf eines Flachfernsehers achten müssen. Von Hartmut Krafczyk

HD ready - das kann inzwischen jeder© coulourbox.com
Heute prangt auf fast jedem 16 : 9-Flachfernseher das Logo "HD ready". Sein Versprechen für hochauflösendes Fernsehen (HDTV) ist inzwischen nur noch das Minimum des Möglichen: 720 Bildzeilen und ein digitaler Anschluss (HDMI oder DVI). Viele Flachbildgeräte bieten schon 1080 Zeilen und eine Breite von 1920 Bildpunkten. Diese Auflösung heißt "Full HD". Das Zertifikat "HD ready 1080p" verheißt dazu die Darstellung des besten HDTV-Standards "1080p".
Schnelle Bewegungen im Bild sind ein Problem, das erst die neuesten LCD-Fernseher bewältigen: Fliegt etwa ein Fußball über den Schirm, zeigt ein alter Fernseher verwischte Details oder sprunghafte Bewegungen. Mit Schlagworten wie "100 Hertz" oder "Perfect Pixel" werden Techniken zur Bildverbesserung bezeichnet, die zum Beispiel künstlich berechnete Zwischenbilder einfügen und so den Ablauf flüssiger machen. Ebenso neu ist das Schlagwort "24p". Blu-ray- und HD-DVD-Scheiben enthalten Filme im Kinoformat mit 24 Bildern pro Sekunde. Beim Abspielen auf einem Fernseher, der 25 Bilder pro Sekunde zeigt, kann das zu Ruckeleien führen - 24p-Geräte lösen das Problem.
Ein HD-taugliches Fernsehgerät macht allein noch kein besseres Bild. Sie brauchen schon eine HDTV-Set-Top-Box und müssen einen HDTV-Sender empfangen, wenn Sie HD sehen wollen. Auch Blu-ray- und HD-DVD-Player oder Spielekonsolen liefern entsprechende hochwertige Signale.
Flachbildfernseher sind fürs Digitalfernsehen gemacht, das auch ohne HD-Signal schon ein deutlich besseres Bild als Analog- TV liefert. Für den TV-Empfang per Satellit, Kabel, Antenne oder Internet sind jeweils andere Decoder erforderlich. Egal, ob im Fernseher integriert oder separat in einer Set-Top-Box: Wählen Sie den passenden Decoder für Ihren Empfangsweg - oder einen, der alles kann. Wichtig: ein "CI-Steckplatz" für Chipkarten, mit denen Pay-TV entschlüsselt wird.
Im Verkaufsraum ist die Größe eines Fernsehers schwer abzuschätzen. Bauen Sie eine Schablone aus Karton, um die Wirkung im Wohnzimmer zu prüfen. Der Abstand vom Fernseher sollte das Dreifache der Bilddiagonale betragen - näher dran sieht das Bild nicht gut aus.
Misstrauen Sie der Bildqualität im Laden. Oft laufen Demofilme in High Definition, deren Brillanz im Alltag kaum zu erreichen ist. Andererseits spielen die Händler oft auch ein minderwertiges analoges TV-Signal aufs Gerät - deutlich schlechter als das, was zu Hause möglich wäre.
Kontrast 3000 : 1, Helligkeit 500 Candela/ qm - geben Sie nicht allzu viel auf solche Zahlen. Zu ihrer Ermittlung existiert kein standardisiertes Verfahren. Zudem beeinflusst die Beleuchtung im Wohnzimmer die Wahrnehmung des Kontrastes.
Flachfernseher haben keinen Platz für klangvolle Lautsprecher. Am besten ist es, den Ton über externe Geräte wie Stereo- oder Heimkinoanlage wiederzugeben.
30.000 Stunden, 60.000 Stunden - wie lange "lebt" ein Flachbildschirm? In der Praxis kein echtes Problem: Bei einer Nutzung von täglich immerhin fünf Stunden hält ein 60.000-Stunden-Gerät mehr als 32 Jahre - länger als jeder Röhrenapparat.
Das Drumherum macht Flachfernseher oft sehr viel teurer, als das Preisschild glauben lässt: Ein HDMI-Anschlusskabel kostet je nach Qualität etwa 20 bis 100 Euro. Für Wandhalterungen sind 100 bis 200 Euro fällig. Und da nur Digital-TV die Vorzüge des neuen Bildschirms optimal zum Vorschein bringt, sollten Sie in Digital-TV-Empfang investieren - auch der kostet extra.
Ein Plasmafernseher braucht mehr Strom als ein LCD-TV - dieser Satz stimmt so nicht mehr. Der Verbrauch eines Plasmageräts hängt von der Helligkeit des Bildes ab - Freunde finsterer Krimis sparen Energie. Bei durchschnittlichem Fernsehkonsum gibt es kaum Unterschiede.
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Stern
Ausgabe 48/2007