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15. April 2008, 18:35 Uhr

Das schwimmende Netzwerk tritt an

Die Deutsche Marine stellt mit der "Braunschweig" die erste von fünf neue Korvetten der Klasse K130 in Dienst. Das Kriegschiff verfügt über eine komplett vernetzte Elektronik - und gilt damit als das modernste Schiff der Nato.

Die Korvette "Braunschweig" in ihrem Heimathafen Warnemünde© Bernd Wüstneck/DPA

Mit der Indienststellung der Korvette "Braunschweig" beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte der Deutschen Marine. Ausgestattet mit neuester Technik ist das 89 Meter lange Schiff ein schwimmendes Computernetzwerk, das weltweit zum Einsatz kommen soll. Erstmals in der Geschichte der Seestreitkräfte sind laut Marine auf der Korvette der Klasse K130 alle Systeme vom Brandmelder bis zum Flugkörper miteinander vernetzt. "Wir haben jetzt das modernste Kriegsschiff der Nato", sagt der Kommandeur des 1. Korvettengeschwaders, Fregattenkapitän Johannes Schmidt-Thomee.

"Die Netzwerktechnologie macht es möglich, die Korvette mit einer relativ geringen Besatzung von nur 58 Männern und Frauen zu bedienen", sagt Schmidt-Thomee. "Mit diesem Schiff kann man in der Liga der Großen mitspielen."

Gedacht sind die neuen Korvetten, von denen die Marine in kurzen Abständen fünf erhalten wird, für Aufgaben in küstennahen Gewässern. Im Frieden heißt das vor allem Seeraumüberwachung wie derzeit vor der Küste des Libanon, wo der internationale Unifil-Verband den Waffenschmuggel über See verhindern soll. "Im Kriegsfall kann die Korvette Überwasserschiffe bekämpfen und mit ihren 200 Kilometer reichenden Flugkörpern auch kleinere Landziele wie Radaranlagen zerstören", erklärt Schmidt-Thomee.

Aktivisten kritisieren Einsatzkonzept

Vor allem diese Einsatzkonzeption wird von Rüstungsgegnern kritisiert. "Die Korvetten sind Angriffswaffen", sagt Cornelia Mannewitz vom Rostocker Friedensbündnis. Der Gruppe, die zur Indienststellung am Stützpunkt Hohe Düne demonstrieren will, ist auch die weltweite Einsetzbarkeit der neuen Schiffe ein Dorn im Auge: "Wir sind nicht der Meinung, dass man durch militärische Eingriffe irgendwo auf der Welt Frieden schaffen kann."

Vor möglichen Einsätzen in den Krisengebieten der Welt stand in den vergangenen Monaten die ausführliche Erprobung der "Braunschweig" in Nord- und Ostsee. Mehr als 13.000 Seemeilen legte die Besatzung mit ihrem neuen Waffensystem zurück und erreichte dabei noch einige Verbesserungen, von der einfachen Lampe bis zur Ruderanlage. So bekommt das Schiff noch ein Seitenstrahlruder als Manövrierhilfe beim An- und Ablegen. Nach der Prüfung und den Nachbesserungen zeigt sich der künftige Kommandant, Fregattenkapitän Axel Herbst, zufrieden mit seinem neuen Schiff. "Es ist sehr manövrierfähig, und man kann sehr genau schießen. Die Besatzung ist gut untergebracht, die Seeeigenschaften bei hohem Seegang sind gut."

Auch der Zusammenhalt an Bord stimme, ist Herbst überzeugt. In den Monaten des Zusammenlebens entwickelte die Crew etwa eine Verbundenheit zur Patenstadt Braunschweig: "Ein Gang an Bord heißt Woltersgasse, benannt nach einem Braunschweiger Bier, das auch an Bord getrunken wird", sagt Herbst. Außerdem soll das Speedboat, das die "Braunschweig" für Rettungs- und Transportaufgaben an Bord hat, auf den Namen "Eintracht" getauft werden, nach dem Braunschweiger Fußballverein.

Axel Büssem/DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
bernie-abg (16.04.2008, 23:40 Uhr)
@042020...
...http://www.marine.de/portal/a/marine/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLNzKODwzwAcmB2d5mIfqRcNGglFR9X4_83FR9b_0A_YLciHJHR0VFAG67nUs!/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfMjNfUU43?yw_contentURL=%2F01DB070000000001%2FW2698KW8296INFODE%2Fcontent.jsp...
drelanger (16.04.2008, 23:33 Uhr)
Braunschweig
Auf der Seite, kurz oberhalb der Wasserlinie, wo sich ein Auspuff befindet, sollte man nach oben hin den schwarzen Farbspiegel etwas verlängern, dass sieht auf den Bildern dann nicht so hässlich aus und könnte Vermutungen entgegenwirken, es gäbe noch weitere und schlimmere Mängel.
042020 (16.04.2008, 22:32 Uhr)
@bernie-abg
klein aber fein, ist schon ein schoner Dampfer. doch mit den gutmenschen in "D' wird er nie gebraucht zu was er gebaut wurde.
doch wenigsten weisst wo dein Steuer-geld hingeht.
kannst rausfinden wie viele tonnen er hat ? schaut aus nicht mehr als
6/7000
elliottsmith (16.04.2008, 19:43 Uhr)
haha
Je dümmer die Soldaten, desto besser die Technik. Hoffentlich klappt's.
Malt (16.04.2008, 17:51 Uhr)
Vielleicht...
...sollten die Matrosen nicht so viel von dem Braunschweiger Bier trinken... nicht dass die mal wieder in ein anderes deutsches Schiff reinbrettern.
bernie-abg (16.04.2008, 17:39 Uhr)
Auch dieses Ding...
...wird sinken, wenn man ein Loch reinpiekt!
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