. .
Technik - Neuigkeiten und Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
11. April 2006, 15:46 Uhr

Die Strippenzieher

Täglich kämpfen online Millionen Spieler gegen Drachen, treiben Handel oder feilen an Waffen. Ein grenzenloser Spielplatz für Zocker. Für die Entwickler birgt er große Herausforderungen. stern.de hat sich die "Everquest 2"-Rechenzentren angeschaut. Von Udo Lewalter

Kabel, soweit das Auge reicht: Die Netzwerkschnüre würden aneinandergelegt eine Länge von 30 Kilometern erreichen© Sony Online Entertainment

Onlinespiele sind der am stärksten wachsende Zweig der Videospielbranche. Die fantastischen Welten vereinen Spieler aus den verschiedensten Altersgruppen, Ländern und gesellschaftlichen Schichten miteinander. Kaum ein neues Spiel kommt ohne einen entsprechenden Online-Modus aus, egal ob PC oder Spielkonsole.

Ein Massenphänomen

Die größte Spielergemeinden besitzen derzeit Online-Rollenspiele wie "World of Warcraft", "Everquest 2" oder "Eve Online". Die Gesamtzahl der Online-Rollenspieler in aller Welt wird auf 25 Millionen geschätzt.

Es sind vor allem ältere Spielersemester, die in diese Welten abtauchen. Mehr als 60 Prozent der Spieler sind zwischen 20 und 40 Jahren alt. Der Grund für den im Games-Bereich ungewöhnlich hohen Altersdurchschnitt ist offensichtlich: Online spielen ist in der Regel teuer. Neben den rund 45 Euro für das Spiel müssen monatlich zusätzlich zwischen 10 und 15 Euro Abonnementgebühren an den Hersteller gezahlt werden.

Warum bezahlen?

Die Entwickler begründen die Abozahlungen mit den vergleichsweise hohen Kosten, die bei einem Online-Spiel zusätzlich anfallen. Das Spiel wird nicht nur ständig weiterentwickelt. Es müssen auch gigantische Rechenzentren, so genannte Server-Farmen, mit Hunderten von Netzwerkrechnern errichtet werden. Sie verbinden den heimischen PC mit den Online-Welten. Und das nicht nur lokal. Online-Gaming ist eine globale Veranstaltung. Um für Europäer, Asiaten und Amerikaner eine gleichermaßen gute Anbindung zu gewährleisten, müssen Rechenzentren möglichst auf jedem Kontinent platziert sein.

Eine technische Herausforderung

Online-Spiele wie "Everquest 2" funktionieren auf Basis der so genannten Server-Technik, erklärt uns Scott Hartsman, Senior Designer bei Sony Online Entertainment. Der Server ist ein Programm, welches von der Spiele-Software über die Online-Verbindung angesprochen wird: Ein bestimmter Programmteil, der so genannte Client, nimmt vom heimischen PC aus Kontakt zur Server-Software im Rechenzentrum auf, sobald der Spieler die Online-Welt betritt. Über diese beiden Programme werden im Spielverlauf permanent alle relevanten Daten ausgetauscht: Jede Aktion, jede Bewegung und jede Status-Änderung der Spielfiguren wird von den Serverprogrammen ausgewertet, in Sekundenbruchteilen verarbeitet und an die Rechner der Spieler weitergeleitet.

Server-Cluster: Heimat der Spielewelten

In einem mehrere tausend Quadratmeter großen "Everquest 2"-Rechenzentrum lagern die Daten auf Dutzenden Rechnertürmen. Um die Datentransfers möglichst hoch zu halten, teilt Sony die Server-Farm in in so genannten Cluster ein. Das sind Dutzende von Einzelrechnern, die zu zusammen eine Einheit ergeben. Auf den Festplatten dieser Rechner-Einheiten lagern die Daten der fantastischen Spielgebiete. Jeweils ein Dorf, eine Höhle oder ein bestimmtes Waldgebiet auf einer Einheit. Beispielhaft gesprochen: Verlässt der Spieler die schützenden Stadtmauern von Qeynos, verbindet das Spiel ihn automatisch mit den Rechnern 17 und 18 des Clusters 7, Reihe 12. Unbemerkt und in Millisekundenschnelle.

Kabel, die die Welt bedeuten

Die Server-Türme sind untereinander mit herkömmlichen Netzwerkkabeln verbunden. Rechnet man die Länge der Kabelverbindungen in einer Server-Farm zusammen, kommt man auf eine Länge von 30 Kilometern.

Jede Einheit ist zudem über Hochgeschwindigkeitsleitungen mit dem Internet verbunden. Diese ermöglichen, dass bis zu 5.000 Spieler ohne Geschwindigkeitseinbußen auf einem einzelnen Cluster gleichzeitig spielen können. Jeder Spieler sorgt dabei für einen Datentransfer von ca. 2 Kilobyte pro Sekunde. Dies bedeutet ein gewaltiges Datenaufkommen für die 33 Server-Cluster der "Everquest 2"-Farm. Sie müssen je Minute rund elf Gigabyte empfangen, verarbeiten und aussenden. Das sind mehr Daten, als auf zwei herkömmliche DVDs (Format: DVD-5) passen.

Service und Support

Damit das Spiel 24 Stunden am Tag ununterbrochen funktioniert, laufen ständig Sicherungs-, Update-, Diagnose- und Analyseprogramme auf den Servern, die Daten speichern und frühzeitig Probleme erkennen und beheben. Einige Einblicke auf die hierdurch ermittelten Daten erhalten die User auf entsprechenden Service-Seiten wie "EQ2Players".

Warum so teuer? Der Aufwand, der für den reibungslosen Betrieb eines Online-Spiels betrieben wird, ist enorm. Einige Hersteller decken die Kosten für Service und Rechenzentren mit monatlichen Abo-Gebühren von etwa 15 Euro. Dies entspricht immerhin einem Drittel des Spielepreises.

Doch es geht auch anders: Rollenspiele wie "Guild Wars" können gänzlich ohne zusätzliche Zahlungen gespielt werden. Das Geschäftsmodell ist nach Aussagen des südkoreanischen Herstellers Ncsoft trotzdem rentabel: Regelmäßig veröffentlicht man Erweiterungen mit neuen Welten, die eine breite Masse der Spieler kauft.

Die Zukunft des Online-Abrechnungsmodells praktiziert man bereits in Asien. Dort setzen die Hersteller auf das so genannte Micro-Payment. Das eigentliche Online-Spiel ist kostenlos. Dafür zahlen Spieler hier für Downloads wie Rüstungen, Waffen oder einen individualisierten Avatar.

Von Udo Lewalter
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
"Everquest II - Kingdom Of Sky" Pimp my Dunkelelfe

Mit "Kingdom Of Sky" wird "Everquest II" nach langer Zeit der Entwicklung zu einem auch für Anfänger interessanten, äußerst packenden Online-Rollenspiel der Extraklasse, das "World of WarCraft" in nichts nachsteht. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston