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22. September 2009, 18:01 Uhr

Merkel fordert konkrete Schritte der USA

Obwohl sie selbst nicht vor Ort ist, hat Kanzlerin Angela Merkel die Rede von US-Präsident Barack Obama auf dem UN-Klimagipfel indirekt kritisiert. Obama hatte in New York eindringlich für mehr Klimaschutz geworben, von Seiten der USA aber keine weiteren Zugeständnisse gemacht.

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Mahnungen aus der Ferne: Angela Merkel ist selbst nicht nach New York gereist© Markus Schreiber/AP

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von den USA konkrete Schritte für ein neues Klimaschutzabkommen gefordert. Merkel begrüßte die Rede von US-Präsident Barack Obama auf dem UN-Klimatreffen in New York zwar und betonte, es sei gut, wenn Obama dem Thema eine hohe Priorität einräume. "Allerdings erwarten wir auch die Beratungen der entsprechenden Gesetze im US-Senat." Nur dann könne in Kopenhagen über konkrete Klimaschutzziele verhandelt werden.

Merkel lässt sich in New York von Umweltminister Sigmar Gabriel vertreten. Sie selbst will das Thema Klimaschutz auch am Donnerstag und Freitag beim Finanzgipfel der G20-Staaten in Pittsburgh ansprechen. Es bleibe noch viel zu tun, sagte Merkel. Nicht alle Länder seien soweit mit ihren Vorbereitungen für die Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember wie die Europäischen Union (EU). "Europa wird drängen. Deutschland ist an der vordersten Front in der EU mit dabei", sagte die CDU-Politikerin. "Wir sind auch bereit, finanzielle Zusagen zu machen für die Hilfe an Entwicklungs- und Schwellenländer, um dem Klimawandel zu begegnen", fügte sie hinzu. Allerdings müssten diese Länder ihrerseits auch Klimaschutzverpflichtungen eingehen.

Obama appelliert, aber verspricht nichts Konkretes

US-Präsident Obama hatte die Weltgemeinschaft in seiner Rede zu einem entschlossenen Kampf gegen die Erderwärmung aufgerufen. Ansonsten drohe eine "unumkehrbare Katastrophe", warnte er. Der US-Präsident betonte vor allem die Verantwortung der Industrienationen, mahnte aber auch aufstrebende Volkswirtschaften wie China, konkrete Zusagen für die Verringerung des CO2-Ausstoßes zu geben. "Die Zeit, die wir haben, um diesen Prozess umzukehren, läuft aus", warnte Obama. Neue Zugeständnisse für die Verhandlungen um ein internationales Klima-Abkommen machte Obama allerdings nicht. Angesichts der globalen Rezession sei es erste Priorität jeden Landes, die Wirtschaft wieder zu beleben und Arbeitsplätze zu sichern.

Sarkozy fordert Weltumweltorganisation

Chinas Präsident Hu Jintao erklärte, sein Land wolle die Verringerung des CO2-Ausstoßes an die Wirtschaftsleistung koppeln. Die Volksrepublik sei bereit, für jeden Dollar des Bruttoinlandsprodukts bis 2020 "einen erheblichen" Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Konkrete Zahlen dazu nannte er aber nicht. Allerdings sicherte er zu, dass China bis 2020 rund 15 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen werde.

Der französische Staatspräsident Nicholas Sarkozy will im November mit einem weiteren Gipfeltreffen den Weg für ein neues Klimaschutzabkommen ebnen. "Sie müssen klarere Verpflichtungen eingehen, um den Erfolg von Kopenhagen zu garantieren", appellierte er an die Staatengemeinschaft. Vor den rund 100 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt schlug Sarkozy außerdem eine neue Weltumweltorganisation vor, die die Vereinbarungen des nächsten Klimaschutzabkommens überwachen soll.

Reuters/AP/DPA
 
 
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