Wer in Zeiten von Tattoos, Piercings und Brandings noch auffallen will, muss erfinderisch sein. Der neue Trend: Vampirzähne. Das Grusel-Gebiss ist jedoch mit Risiken verbunden. Krankenkassen warnen vor massiven Schäden und hohen Folgekosten.

Bissig: Ein Gothic-Fan zeigt seine Vampir-Zähne© DPA
Zu Halloween haben Vampirzähne aus Plastik Hochsaison. Doch es gibt Menschen, die gerne selbst so schaurig spitze Eckzähne hätten - und zwar nicht nur für einen Tag. Vor allem Anhänger der Gothic-Szene lassen sich die Zähne verlängern oder anspitzen. Das bleibt nicht ohne Folgen: Was zu Beginn vielleicht noch als schön empfunden wird, könne schnell unansehnlich und gefährlich für die Zähne werden, warnt die Kaufmännische Krankenkasse (KKH).
Beim Zähneanspitzen wird der Zahnschmelz abgeschliffen, dadurch geht der natürliche Schutz verloren. Der Zahn ist dann Bakterien wehrlos ausgesetzt. "Karies, ein schmerzendes Kiefergelenk, Knochenabbau und Kopfschmerzen können die Folge sein", sagt Uljana Klein von der KKH. "Außerdem können die Zähne beim Abbeißen abbrechen."
Haben die Möchtegern-Vampire irgendwann genug von den Schauer-Zähnen oder treten Probleme auf, können sie nicht auf ihre Krankenkasse hoffen. Muss der Zahnarzt den Spuk beenden, dann ist das keine Kassenleistung. "Wenn sich jemand freiwillig diesen Risiken aussetzt muss die gesetzliche Krankenkasse die Folgekosten nicht übernehmen", sagt Uwe Starck von der KKH.
Krankenkassen und Ärzte warnen aber nicht nur vor angespitzten Zähnen, sondern auch vor den oft als harmlos angesehenen Lippen- und Zungenpiercings. Wer mit seinem Piercing im Mund herumspielt und dabei immer wieder gegen die Zähne stößt, muss mit Spätfolgen rechnen. Durch die Dauerbelastung leidet das Zahnfleisch und der der Zahn kann brechen. Schlimmstenfalls kommt es sogar zum Verlust des Zahnes.