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Ratgeber Zähne
Erkrankungen des Kiefergelenks

Gebiss aus dem Gleichgewicht

Unsere Kiefergelenke sind wahre Spitzensportler: Sie bewegen den Mund geschmeidig hin und her wie Kunstturner, gleiten schön parallel wie Synchronschwimmer und haben die Ausdauer von Marathonläufern. Allerdings nur solange beide Gelenke gleich gut arbeiten - sonst schmerzt es beim Essen oder beim Sprechen.

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Ganz schön komplex: Die Kiefergelenke können sich gleichzeitig drehen und gleiten© Tina Chang/Solus-Veer/Corbis

Unsere Kiefergelenke arbeiten fast immer: wenn wir den Mund öffnen, wenn wir sprechen, wenn wir zubeißen, wenn wir kauen, wenn wir gähnen und wenn wir küssen. Im Vergleich zu allen anderen Gelenken verfügen die Kiefergelenke über wahre Ausnahmequalitäten: Sie sind die beweglichsten unseres Körpers, sie arbeiten synchron und sie können sich gleichzeitig drehen und gleiten.

Der Unterkiefer ist nur über die Kiefergelenke am Schädelknochen befestigt. Damit wir problemlos essen, sprechen und lachen können, müssen die Gelenke, die Muskeln und die Zähne koordiniert zusammenarbeiten.

Ein gesundes Kausystem sollten Sie nicht spüren. Wenn Sie Schmerzen haben oder wenn Sie den Kiefer nicht mehr richtig bewegen können, sprechen Mediziner von einer cranio-mandibulären Dysfunktion (CMD): Ein schwammiger Sammelbegriff, der keine Diagnose ersetzt, sondern eine Vielzahl von Beschwerden zusammenfasst. Sie können zwar schmerzhaft sein, sie sind aber so gut wie nie gefährlich oder gar lebensbedrohlich.

Die Ursachen für Kieferschmerzen sind nicht bis ins Detail geklärt
Tun die Kiefergelenke weh, kann das viele verschiedene Gründe haben. Manche Menschen haben eine genetische Veranlagung, bei anderen treten Beschwerden auf, wenn die Gelenke zu stark beansprucht werden, wie etwa durch das Knirschen mit den Zähnen. Es kann auch sein, dass fehlende oder zu tief sitzende Seitenzähne die Gelenke einseitig belasten. Berufsboxer leiden ebenfalls unter Kieferbeschwerden, schließlich schlagen Fäuste auf die Gelenke ein. Ärzte nehmen an, dass oft mehrere Ursachen - darunter bis heute unbekannte - zusammenkommen müssen, um Schmerzen oder Probleme entstehen zu lassen.

Die meisten Menschen besitzen kein ideales Gebiss. Oft sind die Unregelmäßigkeiten harmlos und machen keine Beschwerden. Dann ist keine Behandlung notwendig. Doch etwa drei Prozent der Betroffenen haben so starke Schmerzen in den Kiefermuskeln oder -gelenken, dass sie ärztliche Hilfe brauchen. Die meisten davon sind Frauen: An Spezialkliniken stellen sich etwa acht- bis neunmal mehr Patientinnen als Patienten vor.


Nina Buschek

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