Die Gelenke im Kiefer sind die beweglichsten des Körpers. Sie müssen perfekt mit den Muskeln und Zähnen zusammenarbeiten. Ist das nicht der Fall, schmerzt es beim Essen, Sprechen oder Lachen.

Schmerzen in den Kaumuskeln und im Kiefer können bis in die Nacken- und Halsmuskulatur ausstrahlen© ***DJ***/Photocase.com
Unsere Kiefergelenke arbeiten fast immer: wenn wir den Mund öffnen, wenn wir sprechen, wenn wir zubeißen, wenn wir kauen, wenn wir gähnen und wenn wir küssen. Im Vergleich zu allen anderen Gelenken verfügen die Kiefergelenke über wahre Ausnahmequalitäten: Sie sind die beweglichsten unseres Körpers, sie arbeiten synchron und sie können sich gleichzeitig drehen und gleiten.
Der Unterkiefer ist nur über die Kiefergelenke am Schädelknochen befestigt. Damit wir problemlos essen, sprechen und lachen können, müssen die Gelenke, die Muskeln und die Zähne koordiniert zusammenarbeiten.
Ein gesundes Kausystem sollten Sie nicht spüren. Wenn Sie Schmerzen haben oder wenn Sie den Kiefer nicht mehr richtig bewegen können, sprechen Mediziner von einer cranio-mandibulären Dysfunktion (CMD): Ein schwammiger Sammelbegriff, der keine Diagnose ersetzt, sondern eine Vielzahl von Beschwerden zusammenfasst. Sie können zwar schmerzhaft sein, sie sind aber so gut wie nie gefährlich oder gar lebensbedrohlich.
Schmerzen die Kiefergelenke, kann das verschiedene Gründe haben. Manche Menschen haben eine genetische Veranlagung, bei anderen treten Beschwerden auf, wenn die Gelenke zu stark beansprucht werden, wie etwa durch das Knirschen mit den Zähnen. Es kann auch sein, dass fehlende oder zu tief sitzende Seitenzähne die Gelenke einseitig belasten. Berufsboxer leiden ebenfalls unter Kieferbeschwerden, schließlich schlagen Fäuste auf die Gelenke ein. Ärzte nehmen an, dass oft mehrere Ursachen - darunter bis heute unbekannte - zusammenkommen müssen, um Schmerzen oder Probleme entstehen zu lassen.
Die meisten Menschen besitzen kein ideales Gebiss. Oft sind die Unregelmäßigkeiten harmlos und machen keine Beschwerden. Dann ist keine Behandlung notwendig. Doch etwa drei Prozent der Betroffenen haben so starke Schmerzen in den Kiefermuskeln oder -gelenken, dass sie ärztliche Hilfe brauchen. Die meisten davon sind Frauen: An Spezialkliniken stellen sich etwa acht- bis neunmal mehr Patientinnen als Patienten vor.