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Krebs im Mund

Nicht jede rote Stelle im Mund ist bedrohlich. Doch schlecht sitzende Prothesen oder scharfe Kanten an Zahnfüllungen können die Haut im Mund reizen und unter Umständen Geschwülste wachsen lassen. Bösartige Tumore entwickeln sich daraus jedoch nur selten.

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Lassen Sie verdächtige Gewächse vom Arzt anschauen© Getty Images

Das Wort "Tumor", ausgesprochen von einem Arzt, fährt den meisten Menschen wie ein Schwert durchs Herz. Dabei meint der Arzt zunächst nichts weiteres als: Sie haben eine Geschwulst, krankhaft wachsendes Gewebe. Und das kann durchaus gutartig sein. Der Arzt nennt es dann einen benignen Tumor. Es kann aber auch bösartig sein, also Krebs. Um was für eine Geschwulst es sich handelt, kann der Arzt mit Hilfe von Tests und Untersuchungen feststellen.

Gutartige Tumoren wachsen langsam und verdrängen dabei das Gewebe, in dem sie liegen. Weil sie das tun, müssen sie entfernt werden. Außerdem können sich manche gutartige Tumoren in bösartige verwandeln.

Tumore, die schnell wachsen, sind meist bösartig

Bösartige Geschwülste wachsen meist sehr schnell und zerstören benachbartes Gewebe. Daher müssen sie entfernt werden. Oft ist es sehr schwer, sie bei einer Operation komplett herauszuschneiden. Ohnehin neigen sie dazu, an der selben Stelle noch mal aufzutauchen. In dem Fall spricht der Arzt von einem Rezidiv. Streut der Tumor im Körper und bildet Tochtergeschwülste, spricht der Arzt von Metastasen.

Krebs in der Mundhöhle bekommen in Deutschland über zehntausend Menschen pro Jahr, schätzen Experten. Drei Viertel der Erkrankten sind Männer.

Bösartige Tumoren können entstehen an:

  • Lippe,
  • Zunge,
  • Mundboden,
  • Gaumen,
  • Speicheldrüsen,
  • Rachen.

Im Durchschnitt sind Männer 61 Jahre alt, wenn Sie die Diagnose erfahren, Frauen hingegen 69 Jahre. In einem Zeitraum von fünf Jahre danach sind 54 Prozent der Männer gestorben, aber nur 40 Prozent der Frauen. Seit den 1990er Jahren erkranken aber immer weniger Menschen an einem bösartigen Tumor des Mund-Rachenraumes.

Tabak und Alkohol fördern Krebs

Krebs ist nicht gleich Krebs. Ein Tumor an den Lippen ist zum Beispiel weitaus weniger gefährlich als ein Rachenkrebs. Daher ist auch die Überlebensrate bei den einzelnen Krebsarten sehr unterschiedlich. Der Begriff "Überlebensrate" ist allerdings missverständlich. Die Statistiker erfassen, wie viele erkrankte Menschen in einem Zeitraum von fünf Jahren an der Erkrankung gestorben sind. Die Statistik erfasst nicht mehr, wie viele Menschen nach der Fünf-Jahres-Frist noch wie lange leben.

Es gibt Lebensbedingungen und Lebensweisen, die es wahrscheinlicher machen, an Krebs zu erkranken. Zu diesen Risikofaktoren für bösartige Tumoren des Mund-Rachen-Raumes gehören:

  • Rauchen,
  • Alkohol,
  • zu wenig Obst und Gemüse,
  • schlechte Mundhygiene.
  • Die Frage, ob auch Viren Krebs im Mund und Rachen auslösen können, ist unter Wissenschaftlern noch umstritten.

Geschwülste entstehen durch schlecht sitzende Prothesen

Gutartige Tumoren können da entstehen, wo die Schleimhaut ungewöhnlich belastet wird, etwa durch eine schlecht sitzende Prothese. Ein gutartiges Fibrom zum Beispiel ist schleimhautfarben und fühlt sich knotig an. Oft sitzt es im Bereich der Wange, der Lippen oder der Zunge. Lipome dagegen sind Wucherungen aus Fettgewebe. Sie besiedeln vor allem die Wange, die Zunge und die Außenseite des Halses . Osteome, gutartige Geschwülste des Knochens, entdeckt der Arzt oft zufällig bei einer Röntgenaufnahme.

Manche gutartigen Tumoren können sich in bösartige verwandeln. Meistens entstehen die bösartigen aber direkt aus der obersten Schleimhautschicht oder aus einer Vorstufe von Krebs. Das häufigste Karzinom im Kiefer- und Gesichtsbereich ist das so genannte Plattenepithel-Karzinom der Mundschleimhaut. Es bildet sich vor allem in der unteren Hälfte der Mundhöhle und an der Zunge. Rauchen und Alkohol sind die größten Risikofaktoren für ein Karzinom.

Scharfe Kanten an Zähnen können Krebs auslösen

Karzinome entwickeln sich über Vorstadien. Sie gehen meist von Stellen aus, die chronisch gereizt sind, etwa weil scharfe Zahn- oder Füllungskanten ständig schubbern. Verdächtig sind vor allem verhornte, weißliche Stellen an der Schleimhaut, die wie Druckstellen aussehen.

Sehr bösartig sind Sarkome. Solche Tumoren wachsen aus Bindegewebszellen heran und bilden sehr schnell Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen. Im Kieferbereich kommen Sarkome allerdings sehr selten vor.

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