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Ein Eigenheim im Motorraum Mit dem Kaufpreis ist es nicht getan: Was es wirklich kostet, einen Bugatti Chiron zu fahren

Bugatti Chiron
Wer einen solchen Chiron im Alltag bewegen will, braucht deutlich mehr auf der hohen Kante als nur den Kaufpreis.
© Uk Sports Pics Ltd / Imago Images
Der Bugatti Chiron ist ein Mythos. Nur wenige Menschen können sich den Supersportwagen leisten. Und wenn, dann warten astronomische Folgekosten auf den Besitzer. Einer hat kürzlich recht schockiert zusammengerechnet.

Ein Bugatti Chiron kostet netto mindestens 2,6 Millionen Euro. Die Grenze nach oben ist offen, je nach Ausstattung oder Edition kann der Preis gut und gerne über fünf Millionen Euro liegen. Das ist aber lange nicht alles. Wie auch beim Vorgänger Veyron, dessen legendärer Ölwechsel 27 Stunden und 20.000 Euro verschlingt, ist der Chiron im Unterhalt alles andere als günstig.

Doch die gute Nachricht zuerst: Im Vergleich zum Veyron hat Bugatti anscheinend etwas auf die Folgekosten geachtet, sodass viele Arbeiten an dem neueren Bugatti günstiger sind. Der Youtube-Kanal "The Hamilton Collection" ist der Frage nachgegangen, was ein Chiron kostet, wenn man damit zehn Jahre lang fährt. Die kurze Antwort: viel bis sehr viel. Die lange Antwort folgt.

Bugatti-Inspektionen sind nur der Anfang

Als Grundlage für die Berechnung der Kosten dienen Angaben von Bugatti Gold Coast, einem offiziellen Händler in Chicago. Dorthin bringt der Youtuber und Autosammler seinen Wagen zur Reparatur und die nötigen Inspektionen. Bei letzteren kostet der kleine, alljährliche Service 11.500 US-Dollar (10.600 Euro) und der große Service, welcher alle vier Jahre fällig wird, schlägt mit 34.000 US-Dollar (31.300 Euro) zu Buche.

Der Halter des Wagens empfiehlt daher im Video eine Zusatzgarantie von Bugatti. Das Rundum-Sorglos-Paket für vier Jahre berechnet der Hersteller mit 204.000 US-Dollar (188.000 Euro), möchte man nur die Inspektionen inklusive, sind es um die 70.000 US-Dollar (64.500 Euro). Auch wenn es absurd klingt, hält Steve Hamilton das für günstig  – gemessen am Fahrzeugpreis.

Richtig teuer wird es dann, wenn man keine Garantie hat und etwas Größeres kaputtgeht – oder man Dinge verliert. Angefangen beim Schlüssel: Wer sich nach Verlust einen neuen bestellt, muss 13.500 US-Dollar (12.400 Euro) berappen.  

Verschleißteile wie Bremsklötze, Bremsscheiben und Reifen sind ebenfalls kein Zuckerschlecken. Ein Paar Bremsscheiben kostet 18.300 US-Dollar (16.900 Euro), die Klötze kosten paarweise zwischen 4000 und 6700 US-Dollar (3700 bis 6200 Euro).

Schafft man es, die Reifen schonend zu fahren, empfiehlt Bugatti den Wechsel alle fünf Jahre. Ein Satz kostet nach Angaben des Halters 8450 US-Dollar (7800 Euro). Das setzt allerdings voraus, dass man den Chiron nicht mit über 400 km/h bewegt, denn das erhöht den Verschleiß recht drastisch. Michelin gibt an, dass sich die Reifen bei Höchstgeschwindigkeit bis zu 4100 Mal pro Minute drehen.

Hubraum statt Wohnraum

Gänzlich verloren hat, wer außerhalb des Garantiezeitraums einen kapitalen Motorschaden oder einen Getriebedefekt erleidet. Ein neues Getriebe für das Fahrzeug kostet demnach 185.000 US-Dollar (170.000 Euro). Braucht ein Chiron einen neuen 8 Liter Doppel-V-Motor mit all seinen 16 Zylindern, veranschlagt der US-Händler 856.406 US-Dollar (789.657 Euro). Hier heißt es also: Eigenheim oder Autoreparatur.

Doch selbst wenn nichts schiefgeht, kostet eine Fahrt im Chiron schon viel Geld. Der Verbrauch liegt bei rund 36,7 Liter innerorts und 15,8 Liter außerorts – selbstverständlich "Super Plus".

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