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E-Fahrzeuge 1000 Kilometer Reichweite – General Motors kündigt Akkus mit extremer Leistungsdichte an

Neuartige Zellen, besseres Packing und veränderte Produktionsmethoden sollen die Leistungsdichte der Akkus drastisch erhöhen.
Neuartige Zellen, besseres Packing und veränderte Produktionsmethoden sollen die Leistungsdichte der Akkus drastisch erhöhen.
© GM / PR
In neuen Akkus will GM vier Mal so viel Strom speichern wie bisher, bei gleichem Volumen. Damit werden Reichweiten von 1000 Kilometern möglich, ohne dass das Auto einen gigantischen Akku-Pack mitschleppen muss.

Der Erfolg eines Autos hängt heute von zwei Faktoren ab, das eine ist die Elektronik und Vernetzung. Das andere die Reichweite. General Motors hat nun angekündigt, eine Batterie mit 1000 Kilometern Reichweite zu bauen. Dabei sollen aber nicht nur immer mehr bekannte Akkupacks in ein Fahrzeug montiert werden, die Reichweite soll durch ein besseres Leistungsgewicht zustande kommen. GM kündigt bis zu 1200 Wattstunden pro Liter Volumen an. Dann würde etwa das 77 kWh-Paket des VW ID4 nur etwa 65 Liter Volumen einnehmen – das entspricht einem größeren Trekkingrucksack. Derzeit liegt die Energiedichte unter 300 Wattstunden pro Liter. In zwei Rucksäcke würden Akkus für 1000 Kilometer passen. Letztlich wäre der Akku nur etwa 50 Liter größer als ein entsprechender Dieseltank.

Der Autohersteller möchte, dass das neue Pilotprojekt "eines der ersten in Nordamerika wird, das großformatige Prototyp-Zellen verwenden kann, die bis zu einem Meter breit oder sogar noch breiter sind", sagte Vizepräsident Ken Morris von GM. "Und das bedeutet, dass man mit einer einzigen Ladung leicht ein Fahrzeug mit einer Reichweite von 500 oder 600 Meilen bauen kann, was eine neue Realität für unsere Kunden schafft."

Geringes Volumen 

"Mit diesen Fahrzeugen mit hoher Energiedichte und niedrigen Kosten glauben wir wirklich, dass wir ein besseres Paket haben können, das weniger Masse hat, besser für das Fahrzeug und besser für den Kunden ist, und das wir durch das neue Innovation Center so schnell wie möglich in die Realität umsetzen können", so Morris. Im neuen Innovationszentrum wird nur geforscht, aber es findet keine Produktion für den Endkunden statt. Es werden allerdings Pilotmontagelinien eingerichtet, um verschiedene Produktionsmethoden zu entwickeln.

Dilemma der Auto-Akkus

In Sachen Akkus steht die Autoindustrie vor der anspruchsvollsten Aufgabe. Die Batterien müssen nicht nur leistungsstark und langlebig sein, sondern Funktionen erfüllen, die etwa bei einem Haushaltsakku in Kombination mit Solarzellen unwichtig sind. Dazu gehört eine sehr hohe Leistungsabgabe, die Fähigkeit sehr schnell aufzuladen und ein möglichst geringes Gewicht und Volumen. Zudem muss der Akku vor Beschädigungen bei Unfällen geschützt werden. Und auch die Kostenfrage ist entscheidend. Ein Akku von 80 kWh erzeugt eine Reichweite von etwa 400 bis 500 Kilometern, für viele Fahrer ist das noch zu wenig. Im Einfamilienhaushalt ist die sinnvolle Größe eines Akkus häufig bereits bei 15 kWh erreicht.

Die hohe Energiedichte wäre tatsächlich ein Novum. 1000 Kilometer Reichweite gibt es bereits. Der ET7 des chinesischen Herstellers Nio erreicht diesen Wert mit einem Festkörper-Akku von 150 kWh. Sie erreicht eine Energiedichte von 360 Wattstunden pro Liter. Derzeit ein Bestwert.

Bolts in Flammen

Die Ankündigung von General Motors findet vor einem schwierigen Hintergrund stand. Nach mehreren Bränden des Chevy Bolt haben GM und die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) die Besitzer eines Bolts aufgefordert, ihre Fahrzeuge nicht unbeaufsichtigt aufzuladen. Der Fahrer muss nun während des kompletten Ladevorgangs neben dem Fahrzeug stehen. Auch sollen die Fahrzeuge nur im Freien geparkt werden, obendrein soll dann eine Distanz zum nächsten Fahrzeug von 50 Fuß eingehalten werden. Ein Chevy Bolt benötigt nun eine "Parklücke" von etwa 35 Metern Länge.

Quelle: GM

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