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E-Mobilität Microlinos Elektro-Mikroauto kommt in diesem Jahr auf den Markt

Die zweite Generation war nur 2,4 Meter lang.
Die zweite Generation war nur 2,4 Meter lang.
© Microlino / PR
Mit dem Microlino macht die Parkplatzsuche Spaß, das Wägelchen aus der Schweiz soll noch in diesem Jahr in Serie gehen. Leider ist es nicht so billig wie das chinesische Pendant.

Nach fünf Jahren Entwicklung soll das kleine Fahrzeug noch 2021 auf den Markt kommen. Ursprünglich war der Start 2016 anvisiert, doch das Mikroauto wurde komplett umdesignt. Hinzu kam ein Streit mit dem Produktionspartner. Inzwischen ist man bei der dritten Generation von Prototypen angelangt. Der Aufwand hat sich gelohnt, der Microlino ist klein, das neue Design ist dagegen erwachsen.

Wie einst die Isetta hat das Mikro-Auto keine seitlichen Türen, die Front wird aufgeklappt. Das Licht kommt aus markante LED-Bänder und aus frei stehenden Scheinwerfern in Turbinenform. Der Innenraum wurde komplett neugestaltet, dazu gibt es ein Faltdach. Das offene Dach soll in den Premium-Versionen des Kleinstwagens serienmäßig sein. Bei den Basismodellen ist optional erhältlich. Es soll während der Fahrt mit einer Hand bedient werden können.

Ära der Kabinnroller

Geöffnet wird das Wägelchen mit einem Schloss, dann springt die Fronttür auf und kann aufgeklappt werden. Eine Schlaufe dient dazu, die Tür von innen zuzuziehen. Das Fahrzeug hat nur zwei Displays. Eines dient als digitales Kombiinstrument und befindet sich vor dem Lenkrad oben an der Säule, ein weiteres, kleineres Touch-Display ist an der Leiste angebracht, die über die Innenseite der Tür verläuft. Hier werden wie Heizung und Gebläse bedient. Auch Smartphones, Bluetooth-Lautsprecher und Navigationshilfen können an dieser Leiste angesteckt werden.

Der Microlino bietet Sitzplätze für zwei Personen, die Seitenfenster kann man immerhin beiseite schieben, um Luft hereinzulassen. Es wird zwei Li-Ionen-Akku-Optionen für eine Reichweite von 125 km oder 200 km pro Ladung geben, der 11-kW-Motor soll 90 km/h ermöglichen, und das Kofferraumvolumen soll 220 Liter betragen. Fahrwerk, Motor und Batteriepack wurden für die dritte Generation verbessert.

Marktchancen?

Ohne Frage ist der Microlino ein Hingucker, ein wahres Schmuckstück. Ganz anders als der Twizzy, das Mikroauto von Renault. Aber wird es auch ein Erfolg? In China hat sich ein Microauto, der Hongguang Mini EV, immerhin zum weltweit am besten verkauften E-Mobil entpuppt. Aber die Unterschiede sind gewaltig: Dass China-Auto bietet Platz für vier Personen und ist in der teuersten Version für 4500 Euro ziemlich üppig ausgestattet.

Der Microlino wird vermutlich in der Basisversion schon 12.000 Euro kosten. Für den Massenmarkt ist das sehr teuer. Der Microlino 2.0 galt noch als L7e-Fahrzeug, wenn das Serienmodell auch als Leichtfahrzeug zugelassen wird, profitiert es nicht von den derzeitigen Subventionen. Die Bundesregierung fördert E-Fahrzeuge nur als Pkw, kleinere und damit umweltfreundlicher Vehikel gehen leer aus.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt. Kunden ist die Sicherheit am wichtigsten beim Autokauf, eine Disziplin, bei der ein Microauto nicht punkten kann. Die Fronttür ist zwar auffällig, machte die alte Isetta aber suspekt. Schon bei einem kleineren Aufprallunfall konnte man den Wagen nicht mehr verlassen.


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