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Nach Elektroauto-Gipfel Elon Musk bezeichnet Joe Biden als "feuchte Sockenpuppe" – weil der Präsident Tesla öffentlich ignoriert

Ein seitliche Portraitaufnahme von Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk ist sauer auf Joe Biden
© Patrick Pleul / DPA
"Biden ist eine feuchte Sockenpuppe in menschlicher Form." So steht es in einem Tweet von Elon Musk. Er hat auf Twitter wiederholt gegen den US-Präsidenten ausgeholt. Auslöser war ein Gipfel mit Konzernchefs großer Elektroauto-Herstellern im Weißen Haus.

Tesla ist Vorreiter in der Elektromobilität und weltweit führender Elektroauto-Hersteller. Beim Gipfel im Weißen Haus vergangene Woche Mittwoch, bei dem es um die Produktion von Elektroautos in den USA ging, war Tesla-Chef Elon Musk – im Gegensatz zu den Konzernchefs von General Motors und Ford – jedoch nicht anwesend.

US-Präsident Joe Biden lobte die beiden Autokonzerne auf Twitter dafür, dass sie "mehr Elektrofahrzeuge hier zu Hause bauen als je zuvor". Ford-CEO Jim Farley reagierte ebenfalls auf das Treffen im Weißen Haus und schrieb, er schätze die Gelegenheit, sich mit Präsident Biden zu treffen, um über die Bedeutung von starken Elektroauto-Anreizen für Verbraucher zu sprechen. "Ich bin zuversichtlich, dass unsere Regierung einen Weg finden kann, um sie zu verwirklichen", twitterte Farley am Mittwoch.

Über Tesla fiel hingegen kein Wort. Das stieß bei CEO Elon Musk böse auf. Er twitterte: "Fängt mit einem T an, hört mit einem A auf, ESL steht in der Mitte". Damit wollte der 50-Jährige auf sein Elektroauto-Unternehmen aufmerksam machen, welches seinen Gewinn nach eigenen Angaben im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 665 Prozent gesteigert hat. Sein Hauptsitz liegt in Texas und seine Fahrzeuge werden in Kalifornien produziert. Und Elon Musk beließ es nicht dabei. Er schrieb später auf Twitter: "Biden ist eine feuchte Sockenpuppe in menschlicher Form". 

Bereits seit Monaten Spannungen zwischen Joe Biden und Elon Musk 

Die Spannungen zwischen Joe Biden und Elon Musk halten bereits länger an. Der Tesla-Chef kritisierte auf einem Kongress im Dezember Joe Bidens Agenda "Build Back Better", welches die Schaffung von Arbeitsplätzen, Steuersenkung und Senkung der Kosten für Arbeiterfamilien vorsieht. Außerdem stellt sich Musk gegen die Bemühungen der Gewerkschaft United Auto Workers, das Tesla-Werk in Fremont, Kalifornien, zu organisieren. Hintergrund ist das Bestreben Bidens nach arbeitnehmerfreundlichen Prozessen. Darüber hinaus steht Tesla derzeit auch wegen der Eröffnung eines neuen Geschäfts in der chinesischen Region Xinjiang in der Kritik. Menschenrechtlern und westlichen Regierungen zufolge unterdrückt Peking dort mit Hilfe von sogenannten Umerziehungslagern und Zwangsarbeit die muslimische Minderheit der Uiguren.

Im August war Elon Musk bereits bei einem Gipfel für Elektrofahrzeuge außen vorgeblieben, bei dem Biden den CEOs von Ford, General Motors und Stellantis den Rücken stärkte. Er kündigte eine Verordnung an, wonach die Hälfte der in den USA verkauften Autos bis 2030 emissionsfrei sein soll. Im November war der US-Präsident dann bei einer Fahrt mit einem Elektro-Pickup von General Motors gesichtet worden. Der Autobauer hatte Biden in sein Werk eingeladen. Eine Tesla-Anlage in den USA hat Biden bisher aber noch nicht besucht. Auch ein öffentliches Treffen mit Musk hat es bislang nicht gegeben. 

Tesla-Fans gründen Petition

Inzwischen haben Tesla-Befürworter eine Petition gestartet, bei der sie den US-Präsidenten dazu aufrufen, "die Führungsrolle von Tesla" in der Elektromobilität anzuerkennen. Demnach werfen sie Joe Biden vor, die Arbeit von Tesla absichtlich zu ignorieren. Zudem sprechen sie bei dessen Verhalten von "Manipulation", da er General Motors als führenden Elektroautobauer in den USA sehe. Am Montagnachmittag waren bereits über 30.000 Unterschriften zusammengekommen. Elon Musk selbst unterstützt die Petition auf Twitter und schreibt: "Aus unbekannten Gründen ist Joe Biden nicht in der Lage, das Wort ‚Tesla‘ auszusprechen."

Quellen: Dailymail, Tesla-Petition, Forbes, mit Material der DPA

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