VG-Wort Pixel

Elektromobilität Chinesischer Elektroautobauer Nio plant Markteinstieg in Europa

Nio ET7
Die Elektrolimousine Nio ET7 soll als erstes Fahrzeug in Deutschland verkauft werden
© STR / AFP
Der chinesische Autobauer Nio wagt den Sprung nach Europa. Im September eröffnet das erste Nio House in Norwegens Hauptstadt Oslo. Ab Ende nächsten Jahres sollen die Elektrofahrzeuge dann auch deutsche Autofahrer überzeugen.

Im September wird der chinesische Autohersteller Nio seine erste Niederlassung in Europa eröffnen. In bester Lage nahe dem norwegischen Königspalast. Das Areal soll eine Begegnungsstätte für Nio-Fans aus ganz Europa werden und gleichzeitig als Rückzugsort und Diskussionsforum fungieren.

Das ist ganz im Sinne des Nio-Gründers William Li, der den Gemeinsamkeitsgedanken als elementares Bauteil seiner Firma sieht. Die Nio-Kunden können sogar direkt mit ihm per App kommunizieren und ihre Wünsche und Anregungen formulieren. Li nimmt sich jeden Tag Zeit, um Anfragen persönlich zu beantworten. "Die Firmen, die zuhören, sind erfolgreich", sagt der Vize-Präsident der Nio Group, Hui Zhang.

Limousine Nio ET 7 macht den Anfang

Als erstes Fahrzeug soll der vollelektrische SUV ES8 an den Start gehen. Nach dem Verkaufsstart in Norwegen soll im vierten Quartal des nächsten Jahres eine erste Welle von weiteren Ländern folgen. Neben Schweden, den Niederlanden und der Schweiz soll auch Deutschland in die Nio-Gemeinde aufgenommen werden. Die Speerspitze der Modelle bildet die Limousine Nio ET 7, welche die ersten Probefahrten bereits absolviert hat und Ende diesen Jahres in China an die Kunden ausgeliefert werden soll.

Das 5,09 Meter lange Elektroauto kostet in China 448.000 RMB (56.000 Euro) ohne und 378.000 RMB mit einer monatlichen Batteriemiete und wird für Europa angepasst. Zum Beispiel wird es eine europäische Version des Sprachassistenten Nomi geben. Der ET 7 wird einem SUV vorgezogen, da er die neueste Technik bietet. "Man hat nur einmal die Gelegenheit einen ersten Eindruck zu hinterlassen", weiß Europachef Oliver Schwarz.

Nio setzt auf Kundenservice

Das ist vor allem in Ländern wie Deutschland wichtig. Schließlich versteht sich Nio als Premiummarke und will Audi, BMW und Mercedes Kunden abwerben. Um sich gegen die namenhafte Konkurrenz aus Deutschland zu behaupten, setzt der chinesische Autobauer ganz auf den Kundenservice. Das geht beim Laden los.

Nio will sowohl die Wechselbatterien-Technik als auch klassische 180 kW-Schnelllader nach Deutschland bringen. In China existieren bereits 470 solcher Wechselstationen, die mittlerweile 13 Ersatz-Akkumodule beherbergen und nur noch den Platz von vier Parkplätzen benötigen. Die chinesische Regierung hat die Technologie als wichtig gekennzeichnet. Mittlerweile setzen auch die Autohersteller Geely und Saic auf diese Technik. Das Rangieren in den Wechselport wird übrigens in Zukunft nicht mehr nötig sein, das übernimmt dann das Auto per Knopfdruck selbstständig. Wem auch das zu viel Aufwand ist, kann einen Art Valet-Service ordern, der das Wechseln der Module erledigt und den Wagen wieder beim Besitzer abliefert.

Damit hört der Service für den Nio-Kunden nicht auf. Damit auch jüngere Autofahrer sich einen Nio leisten können, bietet der Autobauer Leasingangebote für die Akkus an, die über die eigene Tochtergesellschaft Weineng Battery Asset abgewickelt werden. Hinter diesem Geschäftsmodell steht der Gedanke der "Battery as a Service" (BaaS), damit kann man ein Auto mit einem kleinen Akkupaket täglich fahren und bei Bedarf - zum Beispiel für eine längere Urlaubsreise - eine größere Batterie ordern. Der Kaufpreis für ein Nio-Automobil verringert sich um rund 9.000 Euro. Ohne die teure aber auch alternde Batterie wird der Restwert der Autos zudem gesteigert. Des Weiteren hat der chinesische Autobauer den Materialkreislauf in der eigenen Hand.

Autobauer sucht Kooperationspartner in Deutschland

Wer lieber das Ladekabel in die eigene Hand nimmt, soll auch in Europa dazu die Möglichkeit haben. Die Chinesen beobachten das Gerangel um die Ladestationen sehr genau und wollen sich mit "einem starken Partner" zusammentun. Deswegen kooperiert Nio in Norwegen mit Plugsurfing und ermöglicht so den Kunden den Zugang zu 20.000 Ladepunkten. Ziel ist es, ein komfortables Ladeerlebnis zu kreieren. Also mit Dach und hell erleuchtet, nicht im hintersten Eck des Parkplatzes, wie das bei manchen Stromtankstellen aktuell der Fall ist. Noch verraten die Nio-Verantwortlichen nicht, mit welchem Unternehmen sie in Deutschland zusammen arbeiten werden.

Elektroauto „Sol“: Der Akku des Fahrzeuges wird von der Sonne geladen.

Sehen Sie im Video: Es sieht aus wie ein Auto aus der Zukunft. Ende 2021 will das US-Unternehmen Aptera das Elektroauto "Sol" in den USA auf den Markt bringen. Das Besondere neben dem futuristischen Design ist, dass der Akku des Fahrzeugs von der Sonne geladen werden kann.

jus pressinform

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker