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Verletzungsrisiko Tesla ruft wegen Sicherheitsbedenken über eine Million Autos in den USA zurück

Tesla-Fahrzeuge stehen auf einem Parkplatz
Tesla-Fahrzeuge in den USA sind von einer großen Rückrufaktion betroffen (Symbolbild)
© dpa | Julian Stratenschulte / Picture Alliance
Tesla muss derzeit über eine Million Autos in den USA zurückrufen. Grund sind Sicherheitsbedenken bei allen Fahrzeugmodellen. Die zuständige Behörde NHTSA warnt vor einem Verletzungsrisiko.

Zahlreiche Autos von Tesla sind aktuell von einem Rückruf in den USA betroffen. Fast 1,1 Millionen Fahrzeuge weisen eine Fehlfunktion bei den automatischen Fensterhebern auf, berichtet die internationale Nachrichtenagentur Reuters. Dadurch besteht ein Verletzungsrisiko, wie die Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (NHTSA) am Donnerstag mitteilte. Betroffen sind alle Fahrzeugmodelle von Tesla: Modelle Model 3 der Baujahre 2017 bis 2022, Model Y von 2020 bis 2021 sowie Model S und Model X von 2021 bis 2022. 

Das bei Tesla-Fahrzeugen verbaute Sensorsystem, welches beim Hochfahren der Scheiben normalerweise ein Hindernis erkennt, funktioniert nicht korrekt. Die NHTSA teilte mit, dass die Fensterheber ohne die automatische Rückfahrfunktion eine übermäßige Kraft ausüben können. In der Folge können sich Fahrzeuginsassen etwa die Hand einklemmen. Damit erfüllen die Fahrzeuge nicht die entsprechenden Anforderungen einer bundesweiten Kraftfahrzeugsicherheitsnorm. Tesla sind in diesem Zusammenhang keine Unfälle oder Verletzungen bekannt, heißt es in einer Erklärung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des US-Autobauers hatten den Fehler bei Produkttests im August festgestellt.

Tesla will bei den betroffenen Fahrzeugen ein Software-Update aufspielen, um den Fehler zu  beheben. Die betroffenen Fahrzeuge sollen ab dem 13. September in der Produktion und vor der Auslieferung ein Software-Update erhalten haben, das den Fehler beheben soll. 

Rückrufe bei Tesla keine Seltenheit

Elon Musk äußerte am Donnerstag via Twitter Kritik an der Bezeichnung "Rückruf". "Die Bezeichnung ist veraltet und ungenau. Es handelt sich um ein winziges Over-the-Air-Software-Update [per Funk durchgeführtes Update]", so der Tesla-Chef. Lange Zeit hatte Tesla Software-Updates durchgeführt, ohne die Halter oder die Aufsichtsbehörden darüber zu informieren.

Rückrufe bei Tesla kommen nicht selten vor. Ende August rief das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Deutschland 14.807 Fahrzeuge aller Tesla-Modelle zurück. Demnach konnte es aufgrund einer ungenügenden Kühlung der Prozessoren zu einem "Ausfall diverser Fahrzeugsysteme führen". Weltweit wurden sogar fast 210.000 Autos zurückgerufen – mehr als die Hälfte davon in den USA. Die NHTSA hatte den Rückruf in den USA bereits Anfang Mai gestartet. Im April gab es in China einen anderen Rückruf von ebenfalls fast 130.000 Tesla Model 3 wegen eines Sicherheitsrisikos. Ein Problem mit dem Wechselrichter konnte zu einem Ausfall des hinteren Motors führen. 

Ende vergangenen Jahres hatte es einen Rückruf mit hunderttausenden Tesla-Fahrzeugen gegeben. In China waren rund 200.000 Autos von einem Sicherheitsrisiko an den Motorhauben und dem Kofferraum betroffen. Es bestand die Gefahr, einer sich unerwartet öffnenden Motorhaube. Zudem könnte der Kabelbaum der Rückfahrkamera durch das Öffnen und Schließen des Kofferraumdeckels beschädigt werden. In den USA betraf der Rückruf weitere 356.000 Model 3-Fahrzeuge aus den Baujahren 2017 bis 2020, sowie 119.000 Model S aus den Jahren 2014 bis 2021.

Quellen:ReutersKBA, t-online, mit Material der dpa und afp

nk

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