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Fahrbericht: Honda Civic Type R Rasender Rummelplatz

Honda Civic Type R 2023
Honda Civic Type R 2023
© press-inform - das Pressebuero
Kaum ein kompakter Spaßmacher ist heißer, schärfer und wilder als der Honda Civic Type R. Allen Elektrotrends zum Trotz legen die Japaner eine neue Generation ihres frontgetriebenen Knallbonbons auf – letztmalig ohne Elektropower.

Sportwagensüchtige Piloten gab der Civic Type R schon immer eine vergleichsweise bezahlbare Möglichkeit, schnell auf Straße und Rennstrecke in einer japanischen Parallelwelt zu leben. Die sechste Generation bleibt ihrer Linie treu und ist ganz nebenbei der schnellste Fronttriebler auf der Welt. Das hat seinen Preis – stattliche 55.500 Euro. Nach einem halben Jahrhundert Honda Civic und 25 Jahren Civic Type R setzen die Japaner mit ihrem neuesten Spaßmacher neue Maßstäbe in Sachen Sportlichkeit. Der neue Type R dürfte dabei der letzte seiner Art ohne Hybridmodul sein. Einfach noch einmal einsteigen und schamlos genießen. Bei leicht gewachsenen Dimensionen und mit einem Gewichtszuwachs von stattlichen 100 Kilogramm auf 1,5 Tonnen sitzt der Fahrer acht Millimeter näher am Boden und fühlt sich nicht nur deshalb direkter mit dem Auto verwoben. Im Unterschied zum Vorgänger bietet der neue Honda Civic Type R neben dem gewohnt wilden Äußeren und Spoilerornat eine geänderte Aufhängung mit modifiziertem Sturz, besserer Bremsenkühlung und breiteren Rädern bei kleineren Felgen (19- statt 20-Zöller). Das Triebwerk, der bekannt drehfreudige Vierzylinder-Turbo mit zwei Litern Hubraum, wurde nur behutsam angefasst und leistet nunmehr 329 statt bis 320 PS und 420 statt 400 Nm bei niedrigeren 2.200 U/min.

Unverändert ist das Triebwerk an ein manuelles Sechsganggetriebe mit verkürzten Schaltwegen gekoppelt, was ein nennenswertes Plus an Fahrspaß und mehr Sportlichkeit bringt. Nach Aussagen von Chefentwickler Ko Yamamoto, habe es „zu keinem Zeitpunkt eine Diskussion über ein automatisiertes Getriebe für den Type R gegeben; weder in dieser noch in den vorherigen Generationen.“ Unverändert ist der Honda mit drei Auspufföffnungen unterwegs, um je nach Motordrehzahl und Fahrstil unterschiedlichste akustische Frequenzen zu erzeugen, die den Piloten in den wohl konturierten Sportsitze verzücken, während er Kurven durchschneidet und Bestzeiten aufstellt. Dabei ist das Platzangebot vorne wie hinten allemal alltagstauglich, während die animierten Instrumente Licht und Schatten bieten.

Bereits auf den ersten Kilometern im komfortabelsten Modus unterstreicht der 4,59 Meter lange Honda Civic Type R seinen sportlichen Anspruch. Die Mehrlenker-Hinterachse sorgt dafür, dass der hintere Teil des Sportmodells auch auf schlechten Fahrbahnen nicht zu nervös wird, während Lenkung und Vorderwagen bestens darüber informieren, wie die Vorderräder mit dem Asphalt zurechtkommen. Der Wechsel auf den Sportmodus wirkt wie eine Testosteroninjektion. Der Motor röhrt heiser, während der Japaner seine Muskeln sichtlich anspannt und endlich spurten will. Die Drehzahl wird höher, der Puls steigt und es geht los. 2.000, 3.500, 5.500 Umdrehungen und er will mehr. Die ersten gelben Lichter über dem Drehzahlmesser blinken, ehe diese oberhalb von 6.500 U/min zu knapproten Kleininseln werden und die Vorderachse nach Haftung sucht, um die nächsten wertvollen Meter zu machen.

Noch heißer wird es auf der Rennstrecke. Mit einem Tastendruck geht es in den schärfsten Fahrmodus +R und der Japaner schüttelt seine Nehmerqualitäten vollends ab und ist einzig noch da, um sich gehen zu lassen. Jeder noch so kleine Druck aufs Gaspedal wird von einem Schub nach vorn begleitet und die Bestzeiten purzeln. Der Ton wird härter – die Abstimmung auch. Selbst ohne Sperrdifferential ist die Traktionskontrolle in der Lage, Situationen zu korrigieren, in denen der Type R mit überhöhter Geschwindigkeit in die Kurve einfährt, indem sie das kurveninnere Rad abbremst und das Auto scheinbar magisch wieder nach innen zieht, bevor es mit einem Tritt aufs Gas wieder Richtung der nächsten Kurvenkombination geht. Obwohl der Type R nennenswert an Dimensionen und Gewicht zugelegt hat, gibt es einen Nachschlag bei den Fahrleistungen, die auch hier betören. Noch heftiger als der Schub nach vorn ist dabei die Bremsleistung der bissigen Brembo-Zangen. Die Haftung der Michelin Pilot Sport 4S-Reifen im Format 265/30 R19 ist immer wieder aufs Neue beeindruckend, während diese zusammen mit dem üppigen Spoilerzierrat dafür sorgen, den sportlichsten aller Civics in der Spur zu halten. Bitte noch eine Runde – bitte noch ein paar Touren mehr!

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