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Fahrbericht: Nissan Z MJ 2023 Nippon-Cayman

Nissan Z MJ 2023
Nissan Z MJ 2023
© press-inform - das Pressebuero
Nissan zeigt in den USA mit dem Z seine sportliche Seite. Der 299 kW / 406 PS starke Zweisitzer zieht die Aufmerksamkeit auf sich wie ein teurer Sportwagen und macht außerdem noch viel Spaß!

Sage mir, was Du fährst und ich sage Dir, wie Du bist. Wenn man dieses Sprichwort anwendet, müssen uns die Nissan-Manager für ziemlich spaßbefreite Zeitgenossen halten. Nein, an dieser Stelle wird es keine Diskussion über die Verbotsgesellschaft geben, sondern ein Verweis auf die normative Kraft des Faktischen. Denn hierzulande sucht man den Nissan Z vergebens. Dabei ist der zweisitzige Sportwagen ein echter Freudenspender. Das sieht übrigens auch der bekannte amerikanische Talkmaster, Comedian und Autonarr Jay Leno so, der überzeugt ist, dass der neue Nissan Z ziemlich viel richtig macht.

Argumente gefällig? Der knapp unter 1.500 Kilogramm schwere Nippon-Cayman ist mit einem Twin-Turbo-Motor (interner Code VR30DDTT ) bestückt, der in anderer Konfiguration beim Infiniti Q50, dem Q60 Coupé und beim Nissan Skyline für Vortrieb sorgt. Beim Z leistet das Dreiliter-Triebwerk 299 kW / 406 PS und hat ein maximales Drehmoment von 475 Newtonmetern, das bereits bei 1.600 U/min anliegt und bis 5.200 U/min erhalten bleibt. Das sind 51 kW / 69 PS und 30 Prozent mehr Drehmoment als beim Vorgänger 370 Z.

Der Nissan Z ist kein Tempobolzer, auch wenn er den Standardsprint von null auf 100 km/h in 4,5 Sekunden absolviert und bis zu 250 km/h schnell ist. Abgesehen davon, dass Letzteres in den USA ohnehin Makulatur ist, geht es japanischen Zweisitzer um die Querdynamik, um das Spaßfahren. Also haben die Nissan-Ingenieure ein klassisches mechanisches Sperrdifferenzial an die Hinterachse gepackt und den V6-Motor hinter die Vorderachse geschoben. Dieses Frontmittelmotor-Konzept verspricht Agilität. Eine Querstrebe hinter den beiden Insassen und eine zweite im Vorderwagen versteift die Karosserie. Verzögert wird beim Performance-Modell mit Akebono-Vierkolbenbremsen und wer es richtig puristisch will, nimmt sein Schaltglück mit der manuellen Sechsgangschaltung selbst in die Hand. Die alternative Neungangautomatik stammt von Mercedes und bietet Schaltwippen hinter dem Lenkrad.

Der Purismus zieht sich durch das ganze Auto. Der Nissan Z ist ein archaischer Sportwagen der alten Schule, ohne viel Chichi. Die Lenkung ist direkt und sportlich straff, auch wenn das Datenblatt etwas anderes suggeriert, beginnt der echte Spaß erst bei 5.000 U/min und hält bis 7.000 U/min an, wo der rote Bereich beginnt. Was sich dazwischen abspielt, ist ein akustischer Gipfeltanz. Der Sechszylinder saugt, schlürft und sägt kreischend so voller Hingabe, dass man meint, er berausche sich an der eigenen Verbrennungs-Symphonie. Dem Fahrer geht es ähnlich, und wer den Nissan Z wirklich sportlich bewegen will, lässt die Kolben richtig wirbeln.

Das Zwischengas-Ballern beim Runterschalten gehört mittlerweile auch jenseits des Atlantiks zum guten Ton. Der Auftritt des kanarienvogelgelben Sportlers steht dem eines sündhaft teuren italienischen Sportwagens in nichts nach. Selbst im Promi-verwöhnten Los Angeles applaudieren die Straßenarbeiter und junge Frauen in engen Tops springen vor Begeisterung aus ihren Flip-Flops, wenn man mit dem Nissan Z auftaucht. Aber der ultimative Ritterschlag kommt von einem lateinamerikanischen Mustang-GT-Piloten, der anerkennend an den Schirm seiner Basecap tippt.

Das Gute ist, dass der Nissan Z seinem peppigen Auftritt auch Taten folgen lässt. Wenn es um die Kurven geht, macht sich die erhöhte Steifigkeit der Karosserie positiv bemerkbar und die 19-Zoll-Zoll-Mischbereifung (Bridgestone Potenza S007 High Performance, P255/40R19 vorne und P275/35R19 hinten) helfen bei der Traktion und beim Einlenken. Dass sich die japanischen Techniker beim Sperrdifferenzial auf die Ingenieursweisheit „wenn Du etwas mechanisch machen kannst, dann mach es mechanisch“ besonnen haben“, macht sich bei jeder Kurvenfahrt bemerkbar. Der 2,55 Meter kurze Radstand (insgesamt ist der Z lediglich 4,38 Meter lang) hilft bei der Agilität. Nur damit wir uns richtig verstehen, der Nissan Z erreicht bei der Kurvendynamik nicht das Niveau eines Porsche Cayman, dafür jammern die Pneus zu schnell. Wenn der Nissan Z gefordert wird, rollt der Vorderwagen und nickt etwas beim Bremsen ein. Aber das ist keinesfalls nervig oder beunruhigend. Auch die Lenkung könnte etwas auskunftsfreudiger sein, aber der Nissan Z tackert dem Fahrer das Grinsen im Gesicht fest. Dafür schlagen sich die Monotube-Dämpfer bei schlechten Straßen ziemlich gut, ohne die sportliche Ausrichtung des Westentaschen-Sportlers zu negieren. Und das für einen für einen Grundpreis von 39.990 Dollar und 49.990 Dollar für die Performance-Version.

Dass der Nissan Z auf einer betagten Plattform steht, merkt man an den Assistenzsystemen, bei denen eine Stop-and-go-Funktion und ein Spurhalte-Assistent fehlen. Aber mal ganz ehrlich. Wer einen solch klassischen Sportwagen fährt, kann auf diese Unterstützung verzichten. Immerhin verfügt der Nissan Z über einen Toten-Winkel- und einen Querverkehrswarner. Das Cockpit passt zum Vehikel und spielt mit der automobilen Tradition: Analoge Instrumente informieren den Fahrer über den Ladedruck des Turbos, die Öltemperatur und die Batteriespannung. Dass die Moderne auch an diesem Nissan nicht spurlos vorübergeht, zeigen unter anderem der Neun-Zoll-Infotainment-Monitor und zwei USB-Anschlüsse (Typ A und C). Bleibt nur noch die Bitte an die Nissan-Manager: Bitte bringt dieses Auto nach Deutschland.

pressinform

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