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Fahrbericht: Renault Austral E-Tech Full Hybrid 200 Eroberer

Renault Austral E-Tech Full Hybrid 200
Renault Austral E-Tech Full Hybrid 200
© press-inform - das Pressebuero
Mit dem Austral will Renault im Kompaktsegment verlorenen Boden wiedergutmachen. Damit dieses Unterfangen auch gelingt, bietet der Crossover einiges an Technik, darunter auch den bekannten Vollhybridantrieb mit 147 kW / 200 PS. Der Kadjar-Nachfolger schlägt sich gut, ist aber auch nicht ganz preiswert.

Bei Renault hat die Marketingabteilung immer etwas zu tun. Nach nur einer Generation ist der Kadjar schon wieder Geschichte. Also mussten die automotiven Namenskünstler der Rhombus- Marke eine neue einprägsame Bezeichnung für das Kompakt-SUV finden und zauberten Austral aus dem Marketing-Hut, was zumindest vom Anfangsbuchstaben gut zum Arkana passt. Dieses Duo hat nach dem Willen der Renault-Produktstrategen gemeinsam mit dem Megane E-Tech eine ganz klare Aufgabe: die Rückeroberung des C-Segments, einst eine Bastion des französischen Autobauers.

Die Vorgabe klingt einleuchtend, ist aber ziemlich schwer umzusetzen. Gerade im Kompaktsegment tummeln sich einige Alphatiere und wer denen die Futternäpfe streitig machen will, muss einiges bieten. Das wissen auch die Manager in Paris. Deswegen packen sie in den Crossover Austral E-Tech Full Hybrid 200 so ziemlich alles, was das Konzerntechnikregal und die neue CMF-CD03-Plattform hergibt. Dazu gehört der E-Tech Antrieb, der in verschiedenen Ausbaustufen schon in anderen Renault-Modellen überzeugt hat. „E-Tech ist unsere Antwort auf Diesel“, sagt Renault Technikchef Gilles Le Borgne. Im Austral werkelt die neueste Ausbaustufe bestehend aus einem 1,2-Liter-Dreizylinder mit 96 kW / 131 PS, einem Elektromotor und dem HSG-Generator, die insgesamt 50 kW /68 PS zum Vortrieb beisteuern. Die Schnittstelle bleibt wie bisher das DogBox-Getriebe, das in der Charakteristik einer CVT- Automatik ähnelt, dessen Prinzip aber von den Formel-1-Boliden stammt. Der verhältnismäßige starke Starter-Generator ist für die ideale Drehzahl verantwortlich, um die fehlende Synchronisation auszugleichen. Außerdem ist die Reibung des Getriebes stark reduziert, das hilft bei der Energie-Rückgewinnung und senkt den Verbrauch. Den gibt Renault mit 4,6 Litern pro 100 Kilometer an. Wir kamen bei unserer ersten Testfahrt auf 6,4 l/100 km.

Das Zusammenspiel der Antriebseinheiten funktioniert zumeist gut. Hin und wieder muss sich das Getriebe etwas sortieren, was sich in einem leichten Ruckeln bemerkbar macht. Auch wenn es forcierter zur Sache geht, schlägt sich das französische SUV ziemlich ordentlich. Das Fahrwerk ist komfortabel, aber nicht zu weich abgestimmt, nur die Lenkung fühlt sich synthetisch an und könnte etwas mehr Rückmeldung geben. Dank der neuesten Version von 4Control Advanced, dem Zusammenspiel zwischen der mitlenkenden neu entwickelten Multi-Link- Hinterachse (jetzt mit 5 Grad Maximaleinschlag statt bisher 3,5 Grad) und den Fahrstabilisationssystemen lässt sich der Renault Astral ziemlich beschwingt um die Kurve zirkeln. Gerade in engen Innenstädten hilft der kleine Wendekreis von 10,1 Metern.

Bei den Assistenzsystemen ist der Austral mit 32 aktuell der Spitzenreiter der Renault C- Segment Eroberungstruppe. Unter anderem hilft ein intelligenter adaptiver Tempomat, der das Fahrzeug jetzt auch ohne rechte Fahrbahnmarkierung in der Mitte der Spur hält und vor Kurven die Geschwindigkeit reduziert. Dazu kommen solche etablierten Helfer wie eine 360-Grad- Kamera, einen Heck-Querverkehrswarner oder einen Toter-Winkelwarner.

Auffällig ist, wie ruhig es im Innenraum zugeht. Der gleicht mit den beiden Bildschirmen, dem senkrecht stehenden 12 Zoll Tablet und dem 12,3 Zoll großen virtuellen Kombiinstrument, dem des Megane E-Tech, bietet aber ein paar Verbesserungen. Zum Beispiel werden die anderen Autos jetzt direkt vor dem Fahrer dreidimensional dargestellt und das 9,3 Zoll große Head- up-Display reduziert die Fahrerablenkung. Das Infotainment basiert auf der Google-Software, was sich bei der Bedienung, die eingängig ist, positiv bemerkbar macht. Bei dem ganzen Hightech mutet das überfrachtete Lenkrad, bei dem rechts drei Hebel (Automatik, Wischer und die klassische Renault-Radiofernsteuerung) und links einer (Blinker / Licht) angebracht sind, fast schon anachronistisch an.

Bei der Raumökonomie macht der 4,51 Meter lange Renault-Crossover eine gute Figur. Hinten haben dank der um 16 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbaren Rückbanksegmente auch Personen jenseits der 1,85 Meter Platz. Der Kofferraum fasst in der Basiskonfiguration 430 Liter, legt man die Lehnen der Rückbank um, entsteht eine Stufe, der Ladeboden steigt leicht an und das Volumen wächst auf 1.455 Liter. Nicht rekordverdächtig, aber durchaus in Ordnung. Bei allen Vorzügen ist der Austral E-Tech Full Hybrid 200 kein Schnäppchen. Die gefahrene Top-Ausstattung kostet mindestens 44.400 Euro, unter 40.400 Euro ist dieser Austral, der ab Dezember dieses Jahres beim Händler steht, nicht zu haben.

pressinform

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