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Hyundai startet mit Genesis im Premiumsegment: Schwerer Start

Hyundai will mit seiner Luxusmarke Genesis den Premiummarkt in Europa und speziell in Deutschland aufmischen. Die Voraussetzungen könnten schwerer kaum sein, denn bei Audi, Mercedes sowie BMW läuft es nur mäßig und Infiniti hat jüngst mitgeteilt, sich komplett aus Westeuropa zu verabschieden.

Genesis G70

Genesis G70

Der Start der koreanischen Nobelmarke Genesis wird seit Jahren generalstabsmäßig geplant, denn der Hyundai-Konzern weiß, was er tut. Innerhalb von kaum mehr als zwei Jahrzehnten wurden Hyundai und Kia von einstigen Billigheimer zu Automarken, die gerade auch die europäische Konkurrenz fürchtet. Nachdem Hyundai mit moderner Technik und solidem Design eher Volumenmarken wie Volkswagen angreifen soll, ist Kia jünger und emotionaler positioniert. Für Ende des Jahres steht der nächste große Schritt an, denn der Nobelableger Genesis soll Audi, BMW und Mercedes ins Visier nehmen. "Europa heißt für uns in erster Linie Deutschland, England und die Schweiz", so Markenchef Manfred Fitzgerald, "wir wissen, dass es nicht leicht sein wird und bereiten uns daher entsprechend vor."

Schwerer Start
Genesis G70

Genesis G70

In der Tat sind die Aussichten alles andere als gut. Der deutsche Premiummarkt schwächelt und auch in China geht die Verkaufskurve nach fast zwei prallen Jahrzehnten nach unten. In Deutschland ist das geliebte Auto zum ersten Mal seit den 50er Jahren in Verruf geraten. Dieselskandal, Abgasnormen, Fahrverbote und Tempolimits - alles Rahmenbedingungen, die den Neustart einer Premiummarke nicht gerade wohlwollend begleiten. Der Markt ist gesättigt und erst jüngst teilte Nissan mit, dass man den Edelableger Infiniti nach rund einem Jahrzehnt vom westeuropäischen Markt nehmen werden. Der Brexit-Probleme mit dem Produktionsstandort im britischen Sunderland sind dabei allenfalls ein Rahmenaspekt. In der letzten Dekade hat es Infiniti trotz gelungenen Designs und überzeugender Produktsubstanz nicht geschafft, sich gegen die übermächtigen deutschen Premiumersteller in Szene zu setzen. Der Ausstieg von Infiniti aus Westeuropa ist daher nur verständlich, denn in Asien und den USA läuft das Geschäft in der Premiumklasse gut. Auch Cadillac bekommt in Europa kaum ein Rad auf den Boden und niemand weiß, wieso sich Toyota trotz winziger Marktdurchdringungen seit fast 30 Jahren den Luxus mit der Submarke Lexus in Europa erlaubt. Honda überlegte vor Jahren ebenfalls, ob man die sportliche positionierte Submarke Acura - in den USA allemal erfolgreich - auch nach Europa bringen soll und entscheidet sich schließlich dagegen.

Genesis will die Fehler der Konkurrenz nicht wiederholen und hat ein Team, das den europäischen Markt und speziellen diesen in Deutschland bestens kennt. Markenchef Manfred Fitzgerald hat zuvor lange Jahre die Geschicke von Lamborghini mitgeleitet, Chefdesigner Luc Dunckerwolke arbeitete davor im Volkswagenkonzern für Marken wie Lamborghini, Seat sowie Audi und Konzernchefdesigner Peter Schreyer war vor seiner Zeit 2006 eingeleiteten Zeit im Hyundai-Konzern ebenfalls lange Jahre im Hause Volkswagen. Der Cheftechniker im Hyundai-Konzern heißt Alfred Biermann und kommt von BMW.

Die Koreaner setzen bei der Erstpositionierung von Genesis auf die drei Säulen Design, Marke und Technologie. In Sachen Design muss man sich angesichts des Portfolios keine ernsthaften Sorgen machen und auch bei der Technik sollte es Dank jahrzehntelanger Erfahrung klappen. Schließlich darf man sich im prall gefüllten Konzernregal bedienen und im Heimatland Südkorea gibt es seit vielen Jahren potente Luxusmodelle wie den Genesis EQ 900 oder den Genesis G 80, die es allemal mit der europäischen Konkurrenz aufnehmen können. Das Topmodell EQ 900, in anderen Ländern als Genesis G90 verkauft, wird beispielsweise von einem mächtigen Fünfliter-V8 mit 420 PS angetrieben. Andere Versionen des Genesis G80, der selbstbewusst gegen 5er BMW, Mercedes E-Klasse oder Audi A6 antritt, werden von einem aufgeladenen 3,3-Liter-V6 mit Turboaufladung angetrieben. Achtgang-Automatik, Allradantrieb und allen nur erdenklichen Reiseluxus und Assistenzsysteme haben die Modelle von Genesis ohnehin an Bord.

"Ende 2019 / Anfang 2020 werden wir über ein komplett neues Portfolio verfügen. Dann werden wir starten", blickt Genesis-Markenchef Manfred Fitzgerald nach vorn. In Europa soll es in erster Linie der Genesis G70 richten, der mit zeitgemäßer Technik und sehenswertem Design die etablierten Wettbewerber Audi A4, Mercedes C-Klasse und BMW 3er angreift. Das Volumentriebwerk ist ein aufgeladener Zweiliter-Turbo, dessen 252 PS starker Vierzylinder ebenso schwächlich wie die deutsche Konkurrenz klingt, jedoch komplett ausgestattet ist und gute Fahrleistungen bietet. Wer mehr will, bekommt einen 3,3 Liter großen V6-Turbo, der unter anderem auch die größeren Modelle oder den Kia Stinger antreibt. "Bei dessen Entwicklung ist der BMW 3er für uns der Maßstab, an dem wir uns orientieren", ergänzt Alfred Biermann mit Blick auf seinen alten Arbeitgeber, die Garchinger M GmbH. Desweiteren sind zwei SUV in Planung, deren größere Version GX80 sich mit einem Audi Q7 messen soll, während der kleine Bruder GX70 es mit den kommenden Generationen von BMW X3 / X5 oder Mercedes GLC / GLE aufnehmen wird. Hybridmodelle wird es nicht geben, da Genesis ab 2021 / 2022 zwei Elektroplattformen präsentieren wird, die SUV und Limousinen eine elektrische Heimat geben sollen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.