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Jaguar XE: Die Katze auf dem Sprung

Der neue Jaguar XE ist die außergewöhnliche Alternative zu BMW 3er, Audi A4 und Mercedes C-Klasse. Mit einer extrem leichten Karosserie soll auch das Fahrgefühl "premium" werden.

Die Sportversion, der neue Jaguar XE S stand bei der Weltpremiere im Mittelpunkt.

Die Sportversion, der neue Jaguar XE S stand bei der Weltpremiere im Mittelpunkt.

Dass die Jaguar-Automobile unverschämt gut aussehen, wird wohl niemand anzweifeln. Bei der Fahrdynamik und vor allem den Infotainment-Systemen war das Urteil bislang nicht so eindeutig. Das soll sich mit dem neuen XE ändern. Äußerlich ist die neue Jaguar-Mittelklasse-Limousine XE ein Hingucker. Die Optik orientiert sich an der des großen Bruders Jaguar XF. "Wir wollen eine Jaguar-Identität schaffen. Das ist nötig. In manchen Gegenden der USA wissen die Menschen nicht einmal, wie ein Jaguar ausschaut", erklärt Designchef Ian Callum die Intention hinter dem Familien-Gesicht. Das Design ist nicht nur ansehnlich, sondern auch schnittig, wie der sehr gute cW-Wert von 0,26 beweist.

Jaguar XE: Leichter und besser
Jaguar Designchef Ian Callum präsentiert den XE

Jaguar Designchef Ian Callum präsentiert den XE

Moderne Innenarchitektur

Die dynamische Silhouette der 4,67 Meter langen Limousine mit der abfallenden Dachlinie geht nicht auf Kosten des Raums. Vorne und hinten haben auch erwachsene Personen genügend Platz. Die Qualität des Interieurs gefällt mit unterschäumten Flächen. Zentrales Element des Infotainment ist ein Acht-Zoll-Touchscreen. An den Seiten und unterhalb des Monitors finden sich Bedienelemente für die Assistenzsysteme, wie zum Beispiel die Parksensoren oder die Rückfahrkamera und die Einstellungen der Klimaanlage. Allerdings ist die Hartplastik-Materialanmutung dieser Knöpfe nicht premiumlike.

Der XE ist auch mit einem Laser-Head-Up-Display zu haben, das soll eine schärfere und kontrastreichere Darstellung der Piktogramme, die auf die Windschutzscheibe projiziert werden, garantieren soll. Die Einbindung des Smartphones ist ebenfalls auf dem neuesten Stand: Der Fahrer kann die Klimaanlage per Handy so programmieren, dass sie das Auto vorheizt oder runterkühlt. Auch ein Einbruch in das Fahrzeug wird sofort gemeldet und der Polizei weitergeleitet. Damit das nicht passiert, kann das Auto per Internet verschlossen werden.

Neben dem Gewicht standen das Infotainment und die Assistenzsysteme ganz oben bei den Aufgaben der Ingenieure. Erstmals kommt bei Jaguar eine elektro-mechanische Servolenkung zum Einsatz. Damit können die Briten bei den Fahrassistenzsystemen nachziehen: Spurwechselwarner und ein Assistent für das seitliche und parallele Parken gehören jetzt zum Repertoire des Jaguar XE. Die verbaute Stereo-Kamera ermöglicht den City-Notbremsassistenten, der bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h Auffahrunfälle verhindert. Ein Wifi-Hotspot ist im XE ebenfalls vorhanden, allerdings bietet der momentan nur 3G-Geschwindigkeit.

Feinnarbiges Leder und Details wie doppelte Kontrastnähte lassen Maßschneider-Feeling aufkommen.

Feinnarbiges Leder und Details wie doppelte Kontrastnähte lassen Maßschneider-Feeling aufkommen.

Weniger als vier Liter Verbrauch

Angetrieben wird die Raubkatze von den neuen Aluminium-Triebwerken der Ingenium-Baureihe, die in dem brandneuen Motorenwerk in Wolverhampton gebaut werden. Das 163-PS-Diesel-Aggregat hat einen Lader mit variabler Turbinengeometrie und einen Einspritzdruck von 1800 bar. Der Selbstzünder wiegt 154 Kilogramm und wuchtet ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern auf die Kurbelwelle. Das Resultat ist ein Verbrauch von 3,8 L/100 km und ein CO2-Ausstoß von 99 g/km. Um diesen Wert zu erreichen, muss der Fahrer zum ersten Mal seit sechs Jahren bei Jaguar wieder selbst zum Schaltknüppel greifen.

Das alternative ZF-Achtgang-Automatikgetriebe beansprucht weniger Bauraum als bisher und beide Schaltvarianten erlauben später im Modellzyklus die Kombination mit einem Allradantrieb. Diese e-Performance-Variante des XE mit dem 163-PS- Diesel wiegt lediglich 1474 Kilogramm und kostet mindestens 36.500 Euro. Die Motor-Offensive geht weiter: "Wir werden in den nächsten zweieinhalb Jahren alle drei bis sechs Monate einen neuen Motor herausbringen", sagt Motor-Entwickler Paul Withwood. Den Vierzylinder-Benziner wird es in zwei PS-Ausbaustufen geben. Die vorläufige Leistungsspritze wird ein V6-Kompressor-Aggregat mit 340 PS sein.

Konsequenter Leichtbau

Die Karosserie besteht zu 75 Prozent aus Aluminium. Das Chassis des Jaguar XE wiegt lediglich 251 Kilogramm. Entwickler Dr. Mark White legt Wert darauf, dass die Karosserie nicht nur sehr leicht sondern auch extrem verwindungssteif ist. "Der beste Wert in dem Segment", strahlt White. Erreicht wurde dies mit speziellen Aluminium, dass steifer und zugleich dünner ist. Dem Diktat der Gewichtsreduktion ordneten die Ingenieure alles unter. "Wir haben darüber nachgedacht, die Achse des F-Types zu nutzen. Haben uns aber dagegen entschieden, weil die zu schwer ist", erklärt Jaguar Chefdesigner Ian Callum. Stattdessen ist beim Mittelklasse-Hoffnungsträger eine Aluminium-Integral-Hinterachse zum Einsatz. Vorne sorgt eine Aluminium-Doppelquerlenker-Konstruktion für Traktion. Die Steifigkeit der Karosserie ermöglichte eine komfortablere Abstimmung des Fahrwerks, ohne Abstriche bei der Dynamik zu machen. Dazu trägt auch die ideale Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse von 50:50 bei.

Mehrere Karosserievarianten werden folgen

Im Sommer 2015 setzt die neue Raubkatze zum Sprung in das Mittelklasse-Segment an. Die Attacke des Jaguar XE kommt zum richtigen Zeitpunkt. Das Premium-Segment soll bis zum Ende des nächsten Jahres europaweit auf 1,6 Millionen Einheiten wachsen. Für den Jaguar XE haben die Briten ein neues Werk aus dem Boden gestampft, in dem alle 73 Sekunden ein Jaguar XE vom Band laufen soll. Die neue modulare Architektur ist variabel ausgelegt, so dass mehrere Derivate folgen werden. Die Spanne reicht von einem Shooting Brake bis hin zu einem Coupé.

Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.